Tuesday, 26. July 2016
30.03.2016
 
 

König von Jordanien dementiert Geheimprotokoll: Die Türkei will Deutschland jetzt doch nicht islamisieren

Udo Ulfkotte

Es ist normal, dass Politiker Meldungen, die ihnen unangenehm sind, dementieren. Der jordanische König Abdullah hat gerade erst die weltweit von Scherzbolden über Twitter verbreitete Nachricht dementiert, dass er verstorben sei und nun das Staatsbegräbnis vorbereitet werde. Weitaus spannender ist aber das Dementi des jordanischen Königs zu einem Geheimprotokoll seines Besuchs in Washington am 11. Januar 2016.

 

Der jordanische König Abdullah soll bei einem Besuch in Washington am 11. Januar 2016 Dinge gesagt haben, die man bislang in der Öffentlichkeit eher für Verschwörungstheorien hielt. Vor wenigen Tagen war dann im Internetportal Middle East Eye ein Geheimprotokoll seiner vertraulichen Unterredungen mit führenden amerikanischen Geheimdienstvertretern und Politikern veröffentlicht worden.

Der seit 1999 in Jordanien herrschende König Abdullah ist ein bedächtiger Mann. Weil er ebenso wie der marokkanische König Mohammed VI. angeblich in direkter Linie vom Islamgründer Mohammed abstammt, genießt er in der arabischen Welt hohes Ansehen. Er ist es deshalb gewohnt, sich zurückhaltend zu äußern und keine Konflikte zwischen islamischen Führern zu schüren.

 

Doch die Enthüllungen, die nun durch Indiskretionen amerikanischer Gesprächspartner und geheime Mitschnitte von Unterredungen Abdullahs in Washington bekannt wurden, zeigen einen König, der im vertraulichen Gespräch offenkundig ungeschminkt Klartext spricht. König Abdullah hatte am 11. Januar 2016 in Washington die führenden US-Geheimdienstvertreter, renommierte Politiker wie Senator John McCain und die Vorsitzenden der Ausschüsse für US-Außenpolitik und der US-Armeeplanung getroffen. Das ist eine nachprüfbare Tatsache.

 

Nicht nachprüfbar und von ihm dementiert werden die nachfolgenden Passagen eines mehrteiligen Berichts von Middle East Eye: In seiner Darstellung der Weltlage sprach König Abdullah demnach in Washington zunächst über den Dritten Weltkrieg, der seit einigen Monaten zwischen den weltweit operierenden islamischen Terrorkämpfern und Regierungen von Indonesien über Europa und Nahost bis in die USA geführt werde. In diesem Dritten Weltkrieg, der sich gerade erst entwickle, bauten einige Staaten schon jetzt ihre künftigen Kampfpositionen aus – vor allem die Türkei.

 

König Abdullah verblüffte seine Gesprächspartner mit der Übergabe von angeblichen Belegen dafür, dass beispielsweise die Türkei in Somalia IS-Terrorkämpfer von türkischen Spezialkräften in Terrortaktiken ausbilden lasse. Nach Darstellung von Abdullah unterstützt der türkische Staatschef Erdoğan den IS-Terror sowohl in Nahost als auch in Europa. Nach den Erkenntnissen jordanischer Geheimdienste ist die seit Monaten anhaltende Flüchtlingskrise in Europa kein »Unfall« (»Europeʼs biggest refugee crisis is not an accident«).

 

Auch sei es kein Zufall, dass sich unter den Asylbewerbern viele IS-Kämpfer befinden: »Die Tatsache, dass Terroristen nach Europa gehen, ist Teil der türkischen Politik«, so Abdullah (»The fact that terrorists are going to Europe is part of Turkish policy«). Erdoğan suche nicht nur im Nahen Osten eine radikale islamische Lösung und wolle nicht, dass moderate Kräfte in der Region den Ton angeben.

 

Die Türkei habe von türkischen Einheiten in Somalia, in der Türkei und in Syrien ausgebildete IS-Kämpfer zunächst über den Balkan nach Europa geschleust und werde in den nächsten Monaten die Destabilisierung Europas über Libyen und das Mittelmeer vorantreiben. Ziel sei die radikale Islamisierung Europas unter türkischer Regie. Auch in Libyen seien (wie ebenfalls in Somalia) türkische Spezialkräfte bei der Ausbildung von IS-Kämpfern aktiv. König Abdullah bestätigte auf Nachfrage eines Kongressabgeordneten den Ölexport der Terrororganisation Islamischer Staat an die Türkei, welcher von Ankara bislang stets bestritten wurde.

 

Aufsehen erregte König Abdullah auch mit der Forderung, die USA und die Europäer müssten zur Bekämpfung der Entwicklung Männer aufstellen, die noch »Eier in der Hose haben« (»troops with some balls are needed to fight IS«). Jordanien hatte im Januar 2016 selbst zum ersten Mal aktiv in das Kriegsgeschehen in Syrien eingegriffen und zwei Bataillone zu verdeckten Operationen entsandt, welche den IS-Kämpfern die Verbindungsrouten zwischen der Wüstenstadt Palmyra und dem Irak abschneiden sollten. Er empfiehlt Amerikanern und Europäern, der Türkei nicht zu trauen, Ankara nicht mit Milliarden zu unterstützen und Millionen Türken auch keine Visaerleichterungen in Aussicht zu stellen.

 

Wie schon gesagt: König Abdullah hat das alles wieder dementieren lassen. Wer den unabhängigen und werbefreien Informationsdienst Kopp Exklusiv liest und abonniert hat, der weiß allerdings, ob und was davon der Realität entspricht.

 

 


Wer profitiert vom Krieg gegen den Terror?

Amerika hat sich seit dem 11.9.2001 an einen permanenten Kriegszustand gewöhnt. Nur ein kleiner Teil der Gesellschaft - darunter viele arme Jugendliche vom Land, die zur Armee gehen - kämpft und stirbt, während eine fest etablierte nationale Sicherheitselite zwischen hohen Posten in Staatsapparat, Auftragsfirmen, Denkfabriken und Fernsehstudios rotiert

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