Friday, 24. May 2013
19.01.2008
 

Können Hacker an Bord der neuen Boeing-787 als Passagiere das Kommando im Cockpit übernehmen?

Udo Ulfkotte

Der Flugzeugbauer Boeing baut mit dem Dreamliner das modernste Flugzeug der Welt. Fachleute sind begeistert. Nur beim Thema Sicherheit hat man möglicherweise einen Fehler gemacht …

 

Die Boeing 787 Dreamliner ist ein in Entwicklung befindliches zweistrahliges Verkehrsflugzeug des amerikanischen Flugzeugbauers Boeing. Der in Seattle ansässige Flugzeughersteller reagiert mit der Produktion des Dreamliners auf die Herausforderung durch Airbus und die Entwicklung des weltgrößten Passagierflugzeuges, des A380. Das amerikanische Konkurrenzprodukt soll größer, besser, schneller – ja einfach gigantisch werden. So sieht es jedenfalls der Boeing-Konzern. Manche Sicherheitsexperten sehen es ein wenig anders. Denn die neue Boeing-787 soll unbegrenzten Internet-Zugang für alle Passagiere bieten. Und genau das stört die Sicherheitsexperten. Sie vertreten die Auffassung, dass hackende Passagiere die Kommandogewalt im Cockpit aus ihren Sitzen übernehmen könnten.

 

 

 

In der Vergangenheit habe es noch nie ein öffentlich zugängliches System gegeben, dass dauerhaft sicher gewesen sei. Alle seien als angeblich sicher präsentiert und dann doch irgendwann überraschend „geknackt“ worden. Von digitalen Chips in Reisepässen bis hin zum Firmen-PC wurde in der Vergangenheit schon vieles als „sicher“ angepriesen, was sich bald als unsicher herausstellte.

 

 

 

Bruce Schneier ist einer der renommiertesten IT-Sicherheitsberater in den Vereinigten Staaten. Er hält die Behauptungen von Boeing, nach denen die Steuerung des Flugzeuges nicht von hackenden Passagieren an Bord übernommen werden könne, für unglaubwürdig. Boeing wird nervös, wenn Fachleute wie Bruce Schneier sich äußern. Denn das könnte Kunden und Interessenten des Flugzeuges verschrecken und der Konkurrenz in die Arme treiben. Boeing-Sprecher Lori Gunter hat deshalb öffentlich mitgeteilt, die Internet-Zugänge der Passagiere seien nicht direkt mit den Instrumenten im Cockpit verbunden.

 

 

 

 

 

Neue Durchsage?

 

 

 

Man darf nun gespannt sein, ob das die Großkunden beruhigen wird. Denn die unlängst von den Chinesen angezapften Datenbanken der Bundesregierung waren auch nicht direkt mit den chinesischen Rechnern verbunden, dachte man jedenfalls in Berlin – bis man eines Besseren belehrt wurde. Und so spekulieren manche in den Vereinigten Staaten, ob es bei der ersten Auslieferung des Dreamliners Boeing-787 vielleicht während des Fluges zwischendurch eine völlig neue Durchsage für die Passagiere geben wird: „Der Kapitän fordert alle Passagiere dazu auf, die Browser zu schließen, bis er wieder die Kontrolle über das Flugzeug übernommen hat.“

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