Nur heiße Luft? Die jüngste Terrorwarnung der Obama-Regierung
Udo Ulfkotte
Der amerikanische Präsident Obama ist in der eigenen Bevölkerung derzeit nur noch unwesentlich beliebter als Mundgeruch. Die Mehrheit der Amerikaner möchte ihn nach den jüngsten Umfragen so schnell wie möglich endlich wieder loswerden. Was macht man also als amerikanischer Präsident, wenn man mit letzter Kraft die Bevölkerung wieder hinter sich vereinen möchte? Man lenkt das Augenmerk der Menschen auf angebliche äußere Gefahren, die es in der Ferne abzuwehren gelte. Angeblich haben amerikanische Drohnen gerade einige deutsche Terror-Unterstützer im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet getötet. Dafür gibt es allerdings nicht einen einzigen Zeugen. Noch obskurer ist die von der amerikanischen Regierung verbreitete Terrorwarnung für Deutschland. Nicht nur deutsche Geheimdienste fühlen sich von den Amerikanern in diesen Tagen reichlich verschaukelt.

Man kann zu israelischen Geheimdiensten stehen wie man will. Aber eines muss man neidlos anerkennen: Sie zählen mit zu jenen Geheimdiensten, die über das verborgene Geschehen in der Welt wahrscheinlich am besten informiert sind. In diesen Tagen reiben sich in Europa stationierte israelische Geheimdienst-Mitarbeiter verwundert die Augen. Denn die jüngsten amerikanischen Terror-Warnungen für Deutschland entbehren aus ihrer Sicht jeglicher Grundlage. Israelische Geheimdienste warnen Juden in aller Welt regelmäßig vor potentiellen Gefahren – eine erhöhte Terrorgefahr in Deutschland gibt es aus ihrer Sicht derzeit aber nicht. So hat denn der Staat Israel (im Gegensatz zu den Amerikanern) auch keine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen. Es gibt in der Realität keinen Grund dafür. Es gibt demnach keine erhöhte Gefährdung für deutsche Flughäfen, Bahnhöfe oder aber für das Berliner Hotel Adlon, das jetzt mit hohen Kosten seine Sicherheitsvorkehrungen verstärken muss.
Angeblich haben die Amerikaner vor wenigen Tagen einige Deutsche im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet mit einer Drohne getötet. Dummerweise ist bis heute nicht klar, ob es sich um Mitarbeiter einer Hilfsorganisation oder aber um radikal-islamistische Terrorunterstützer handelte. In Deutschland wurde bislang nur die Version der CIA veröffentlicht, nach der es sich bei den von der CIA getöteten Männern „mutmaßlich“ um deutsche Islamisten gehandelt habe.
Vor wenigen Tagen erst hat die Washington Times in einem großen Exklusivbericht die Amerikaner darüber aufgeklärt, dass die Bedrohung durch islamistische Terroristen für die Vereinigten Staaten oder Europa in Wahrheit sehr begrenzt sei, weil die amerikanischen Geheimdienste die Reisewege der potentiellen Terrorunterstützer peinlich genau beobachteten und mögliche Gefährder vorbeugend mit Drohnen ferngesteuert in die Luft sprengen. Auch britische Muslime, die möglicherweise in Europa Anschläge verüben wollten, wurden vor wenigen Tagen von den Amerikanern per Sprengladung ins Jenseits befördert, ohne dass deutsche Medien groß Notiz davon genommen hätten.
Es ist richtig, dass die Franzosen in Frankreich (und in Italien) soeben ein Dutzend Muslime verhaftet haben, die angeblich in Frankreich einen Terroranschlag vorbereitet haben. Die kamen allerdings nicht aus Afghanistan oder Pakistan, sondern aus Nordafrika.
Die israelischen Geheimdienste haben all das mitbekommen und analysiert. Normalerweise werden sie über die geheimen Gesprächskanäle der „Kilowatt-Gruppe“ (einer geheimdienstlichen Kooperation befreundeter Dienste) über die Einzelheiten möglicherweise bevorstehender Anschlagsvorbereitungen in Europa unterrichtet. Im Falle der hektischen amerikanischen Betriebsamkeit bei den Terrorwarnungen für Deutschland haben die Israelis bis zur Veröffentlichung dieses Berichts nicht den geringsten Hinweis bekommen – es gab schlicht keine Information außer jenen Terrorwarnungen, die direkt aus den USA kamen. Im Klartext: Was die Amerikaner gerade verbreiten, ist offenkundig heiße Luft. Nichts dahinter. Die Obama-Regierung will mal wieder ablenken. So sehen es derzeit jedenfalls die israelischen Dienste. Und offenkundig nicht nur diese. Denn auch der deutsche Innenminister warnt jetzt vor Terror-Hysterie. Wie es aussieht, sind die israelischen und die deutschen Dienste einer Meinung. Und sie fragen sich, was die Obama-Regierung wohl noch alles unternehmen oder inszenieren wird, um die Bevölkerung vom eigenen Versagen abzulenken…
Nun wollen wir nicht verheimlichen, dass es gerade einen Terroranschlag in Deutschland gegeben hat. Von dem hat allerdings kaum jemand Notiz genommen. In Düsseldorf gab es einen Anschlag auf das kroatische Konsulat. Der Täter war allerdings kein fundamentalistischer Muslim, sondern ein Kroate. Den können die amerikanischen Geheimdienste mit ihrer Terrorwarnung also kaum gemeint haben.
Vielleicht sollten sich die Deutschen jetzt einmal die Franzosen zum Vorbild nehmen - die haben nämlich nun eine Reisewarnung für Großbritannien ausgesprochen. Und zwar als Retourkutsche: Frankreich mahnt bei Reisen nach Großbritannien wegen erhöhter Anschlagsgefahr zur Vorsicht. "Wir raten, besonders aufmerksam zu sein in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Orten, die von Touristen häufig besucht werden", teilte das französische Außenministerium auf seiner Internetseite mit. Die Briten hatten zuvor gemeinsam mit den Amerikanern vor Reisen nach Frankreich (und Deutschland) gewarnt. In London ist man jetzt sprachlos. Das hatte man von den Franzosen offenkundig nicht erwartet.
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