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In den vergangenen Jahren haben viele Menschen geglaubt, alle Unterschiede zwischen Menschengruppen verschiedener Hautfarben und kultureller Herkunft seien weitgehend überwunden. Die Wahrheit ist eine andere. In den USA wird jetzt unter Präsident Obama immer öfter über die
»Rasse« von Menschen gesprochen. Eltern kämpfen dafür, dass ihre Kinder nicht in Schulen gehen müssen, wo die Mehrheit der Schüler eine schwarze Hautfarbe hat. Und der Bürgermeister von Philadelphia sagte vor wenigen Tagen öffentlich, Schwarze, die randalierten und Menschen mit Gewalt angriffen, seien eine Schande für ihre »Rasse«. Ständig gibt es jetzt in den USA Umfragen über das Verhältnis der »Rassen« zueinander.
Und da explodiert plötzlich eine Bombe: Die amerikanischen Cherokee-Indianer, der zweitgrößte Indianerstamm der USA, werfen alle Schwarzen aus dem Stamm. Die Apartheid, die Weiße einst den Indianern in den USA gegenüber anwandten, praktizieren sie nun in ihren eigenen Reihen gegenüber schwarzen Cherokee.
Viele Leser werden gar nicht wissen, warum es schwarze Cherokee gibt: Vor etwa 8.000 Jahren besiedelten Einwanderer aus Asien die heutigen amerikanischen Bundesstaaten Georgia, North Carolina und Tennessee. Es waren die Vorfahren der Cherokee und anderer Indianerstämme wie der Creeks, Choctaw und Chickasaw. Im 16. und 17. Jahrhundert kamen dann Spanier, Franzosen und Engländer, die etwa ab 1800 immer tiefer in das Landesinnere vordrangen und die Indianer mit ihren überlegenen moderneren Waffen töteten oder vertrieben.
Unter dem damaligen US-Präsidenten Andrew Jackson wurden mit dem Indian Removal Act 1836 Zwangsumsiedlungsmaßnahmen für die Indianerstämme aus Tennessee und Georgia ins dünn besiedelte Oklahoma vorbereitet. Manche Indianer hatten in Tennessee und Georgia Plantagen, auf
denen sie Schwarze beschäftigten. Ab 1838 wurden die Cherokee zusammen mit ihren schwarzen Sklaven gewaltsam von Soldaten in Richtung Oklahoma vertrieben. Bei der dreieinhalb Monate dauernden Vertreibung kam damals jeder vierte Cherokee ums Leben. Jene Schwarzen, die zusammen mit den Cherokee den »Pfad der Tränen« überlebt hatten, wurden 1866 als »Freedmen« auf einen Stammesbeschluss hin für alle Zeiten in den Stamm der Cherokee aufgenommen. 169 Jahre lang gab es keine Probleme. Doch als 2007 die Wirtschaftskrise kam, da beschlossen die Cherokee, alle Schwarzen wieder aus dem Stamm zu werfen. Und dieser Beschluss wurde jetzt abermals bestätigt. Es gibt jetzt bis zu 25.000 schwarze Ex-Cherokee-Indianer in Oklahoma, für die das schwere Folgen hat: Sie haben ab sofort keinen Anspruch mehr auf die den Cherokee zustehende kostenlose Gesundheitsversorgung, müssen für ihre Kinder künftig Schulgeld zahlen, und sie bekommen geringere soziale Leistungen als die »echten« Cherokee.
Die Nachkommen von schwarzen Sklaven können niemals Cherokee sein und deren Rechte haben, entschied das oberste Gericht der Cherokee. Und an dieser Entscheidung kann kein amerikanisches Gericht etwas ändern, denn die Cherokee sind auf diesem Gebiet ausdrücklich autonom und haben für Stammesangelegenheiten ihre eigene Rechtsprechung.
Nun sind also Menschen wie Claudia Roth gefordert, sofort zu den Cherokee aufzubrechen und diesen zu erklären, dass sie gerade ihr anti-rassistisches Weltbild zerstören. Und alle deutschen Stadtindianer müssen sofort die Federn von ihren Fahrzeugen entfernen. Ansonsten unterstützen sie ab sofort Rassisten. Grüne und Sozialdemokraten müssen jetzt sofort das Europäische Parlament dazu auffordern, Sanktionen (etwa Einreiseverbote) gegen amerikanische Indianer zu verhängen. Und Menschenrechtsgruppen müssen Lichterketten bilden. So war es ja auch im Falle der Apartheid in Südafrika. Nun haben also Indianer des zweitgrößten Stammes die Apartheid eingeführt. Wollen wir wetten, dass alle selbsternannten Anti-Rassisten der Welt bei dieser Apartheid tapfer wegschauen?
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