Monday, 29. August 2016
03.08.2010
 
 

Saubere Schweinerei – Waschmittelhersteller verfolgt Kunden mit Verpackungs-GPS bis in die Wohnung

Udo Ulfkotte

Stellen Sie sich vor, es klingelt an Ihrer Haustüre. Beim Öffnen blicken Sie in das Objektiv einer Kamera. Und ein Mitarbeiter des »Unilever«-Konzern beglückwünscht Sie dazu, dass Sie Ihre Wäsche mit »Omo« waschen. Wahrscheinlich halten Sie das alles für einen Scherz oder für Zukunftsmusik. Weit gefehlt.

In Brasilien ist es nicht einfach, ein Waschmittel zu finden, das nicht vom Unilever-Konzern hergestellt wurde. 80 Prozent aller Brasilianer waschen mit einem Produkt von Unilever. Die Werbestrategen des Unternehmens müssen sich da schon Gedanken machen, um von der Kundschaft überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Und deshalb versteckt das Unternehmen nur in dieser Woche GPS-Tracker in Waschmittelpackungen, mit deren Hilfe man ahnungslose Kunden in ihren Wohnungen orten kann. Die erstaunten brasilianischen Kunden der Marke Omo sollen dann an der Haustüre gefilmt werden. Und als Geschenk gibt es eine Packung Waschmittel und einen kostenlosen Überraschungstag für die ganze Familie in einem Freizeitpark. Unilever will alle Filmaufnahmen anschließend für eine Werbeaktion im brasilianischen Fernsehen und im Internet nutzen.

Dummerweise wissen die meisten Brasilianer noch nicht, dass es diese merkwürdige Werbeaktion eines Waschmittelherstellers in ihrem Land gibt. In einem Land, in dem man aus Angst vor den vielen Überfällen der Kriminellen in vielen Gegenden Fremden die Türen nicht öffnet, würde es Unilever deshalb schwer fallen, die Omo-Kunden an ihren Haustüren vor die Kamera zu bekommen. Daher kann man seitens des Herstellers auch noch Elektronik in den brasilianischen Omo-Waschmittelpackungen per Fernsteuerung aktivieren und diese etwa zum lautstarken Piepsen bringen. Der Kunde soll so animiert werden, die Verpackung aufzureißen und findet dann eine Rufnummer, unter der ihm bestätigt wird, ein »Gewinner« zu sein. Ab August 2010 werden die Filme über die erstaunten »Gewinner« dann angeblich auf der brasilianischen Omo-Seite veröffentlicht.

Eine Privatsphäre scheint Unilever ebenso wenig zu kennen wie das Recht der Bürger, vor Stalking geschützt zu werden. Und wer weiß, vielleicht ist Brasilien ja nur ein Testfall für eine Entwicklung, die bald auch schon nach Deutschland kommt. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Packung Kondome daheim und es klingelt an Ihrer Haustüre. Da steht dann ein Vertreter von Fromms und beglückwünscht Sie vor laufender Kamera zu Ihrer Kaufentscheidung … und dann landen Sie auf der Internetseite des Produzenten. Technisch ist das alles möglich. Wenn es also mal wieder bei Ihnen klingelt, denken Sie an Omo

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