Sunday, 26. June 2016
21.07.2015
 
 

Spiegel und FAZ vor dem Zusammenbruch: Die geistige Insolvenz der Leitmedien

Udo Ulfkotte

Die Auflagenverluste der »Qualitätsmedien« werden immer dramatischer. Das belegen die jüngsten Quartalszahlen. Mehr und mehr Lohnschreiber werden sich wohl bald einen neuen Job suchen müssen. Aber das wird schwierig. Denn die meisten von ihnen haben keinen ordentlichen Beruf erlernt.

 

Ein kleiner Verein verbreitet derzeit unter Deutschlands renommiertesten Medien Angst und Schrecken. Die »Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.« veröffentlicht alle drei Monate jene Verkaufszahlen, welche für die Werbekunden von Printmedien enorm wichtig sind: die verkauften Auflagen in Einzelverkauf und die Abozahlen.

 

Und die gerade wieder einmal veröffentlichten Angaben machen klar, dass die kaum zu glaubenden Auflagenverluste der letzten Quartale nicht etwa einzelne Ausreißer waren, sondern einen anhaltenden Trend widerspiegeln. Unter den stärksten deutschsprachigen Titeln konnte im zweiten Quartal 2015 nur Landlust ein starkes Umsatzplus von 15 000 neuen Käufern vermelden. Bei Focus waren es zwar auf den ersten Blick auch einige Exemplare mehr, aber das waren verteilte Freiexemplare.

 

Im Einzelverkauf verlor der Spiegel 7,5 Prozent der Kunden im zweiten Quartal 2015, im Abo rund sechs Prozent. Beim Stern ging es 6,4 Prozent nach unten. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat im Gesamtverkauf kaum zu glaubende 13,5 Prozent eingebüßt, das sind 41 298 Exemplare weniger als im zweiten Quartal 2014. Und damit hat die FAZ jetzt nur noch eine verkaufte Auflage von knapp 265 000 Exemplaren.

 

Die Süddeutsche Zeitung verlor in dem einen Quartal mehr als 14 000 Kunden, Die Welt rund 7500, die linke Berliner taz mehr als 5000. Auch bei den Wochen- und Sonntagszeitungen geht es steil bergab. Die Bild am Sonntag verlor 8,7 Prozent, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 13 Prozent (das sind 41 000 Kunden weniger).

 

Diesen andauernden Aderlass hält auf Dauer kein Unternehmen durch. Schließlich ist es die Hauptaufgabe von Medien nicht etwa, Informationen zu verbreiten, sondern Geld zu verdienen. Medienhäuser wie der Verlag der Frankfurter Allgemeinen verbrennen aber immer mehr Geld und müssen jetzt mehr und mehr ihrer Lohnschreiber abbauen. 200 angeblich kluge Köpfe der FAZ sind davon derzeit bedroht. Und es wird wohl noch nicht das Ende sein. Zugleich kämpfen auch von politisch korrekten linientreuen Journalisten gegründete Projekte wie »Krautreporter« ums Überleben und floppen.

 

Wohin man in der deutschen Medienlandschaft derzeit auch schaut, überall herrscht panische Angst in den Redaktionsstuben: Angst vor Entlassungen. Schuld sind aus der Perspektive der in ihrer Existenz bedrohten Journalisten immer die anderen: Die Menschen da draußen, die ihre Arbeit einfach nicht würdigen – also ihre journalistischen Ergüsse nicht mehr kaufen.

 

Nüchtern betrachtet sind die Journalisten und Verlagshäuser daran allerdings selbst schuld. Wenn ein Produkt keine Käufer findet, dann stimmt mit dem Produkt etwas nicht. Entweder ist es zu teuer oder die Qualität stimmt nicht. Die Insolvenz von Medien ist stets auch eine geistige Insolvenz.

 

Könnte es vielleicht sein, dass die Bürger (also die Brötchengeber der Journalisten) es schlicht satt haben, von vielen Journalisten einseitig und politisch korrekt »informiert« zu werden? Vielleicht sollten jene Journalisten und Verlage, denen das Wasser bis zum Hals steht, einfach einmal darüber nachdenken, künftig nicht ihr eigenes Weltbild, sondern die Kunden da draußen in den Vordergrund zu stellen. Und vielleicht sollten sie sich einmal fragen, warum es durchaus erfolgreiche neue Informationsangebote gibt, die – wie Kopp-Exklusiv ‒ mehr und mehr Kunden finden und begeistert abonniert werden.

 

Viele Bürger da draußen wissen spätestens seit dem Bestseller Gekaufte Journalisten, dass Geheimdienstmitarbeiter in den Redaktionen unserer Leitmedien Texte verfassen, welche dann im redaktionellen Teil unter den Namen bekannter Journalisten veröffentlicht werden. Sie wissen, welche Journalisten welcher Medien für ihre Berichterstattung geschmiert wurden. Und Sie haben jetzt eine Vorstellung davon, wie renommierte »Journalistenpreise« vergeben werden.

 

Da geht es im Hintergrund zu wie bei den einstigen Ehrungen der »Helden der Arbeit« in der früheren DDR - da wird Propagandaarbeit ausgezeichnet. Vom Journalisten zum Propagandisten ist es nicht weit. Immer mehr Bürger sehen unsere Zeitungen mit ganz anderen Augen – und bestellen sie einfach ab. Ihnen ist klar: Meinungsvielfalt wird jetzt nur noch simuliert. Denn unsere »Nachrichten« in den angeblichen Qualitätsmedien sind häufig reine Gehirnwäsche.

 

Viele Kunden, welche FAZ und Spiegel den Rücken kehren, abonnieren jetzt Kopp-Exklusiv. Andere Medien wie die taz verkünden ihren Lesern mit zittrigen Fingern, wie sie langsam sterben. Die deutlichen Auflagenverluste der Leitmedien scheinen allerdings kein Umdenken in den Verlagshäusern zu bewirken.

 

Tatsache ist: Die Zahl der traditionellen Zeitungsleser bricht radikal zusammen. Das ist kein Wunder: Denn wer die Lügenpresse auf ihre Fehler anspricht, der wird als Idiot abgestempelt. Auch das ist ein Zeichen der geistigen Insolvenz.

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (74) zu diesem Artikel

24.07.2015 | 11:06

Walter

Das ist natürlich das allerbeste, wenn diese Bildzeitung Leser verliert. Die letzte Meisterleistung dieser Leute - nämlich das Griechenland-Bashing - müßte doch wirklich allen Lesern klargemacht haben, wie verlogen und elitengerecht dieses Schmierblatt ist. Traurig ist aber, das die Springersoße die prozentual geringfügigsten Einbußen hat. Da frage ich mich ja doch, ob die Springstiefelhetzmedien einen speziellen Trick haben. Bild mit den Sexbildchen hat für gewisse Leute, die...

Das ist natürlich das allerbeste, wenn diese Bildzeitung Leser verliert. Die letzte Meisterleistung dieser Leute - nämlich das Griechenland-Bashing - müßte doch wirklich allen Lesern klargemacht haben, wie verlogen und elitengerecht dieses Schmierblatt ist. Traurig ist aber, das die Springersoße die prozentual geringfügigsten Einbußen hat. Da frage ich mich ja doch, ob die Springstiefelhetzmedien einen speziellen Trick haben. Bild mit den Sexbildchen hat für gewisse Leute, die noch nichts vom Internet und seinen Bildchen gehört haben, sicher einen Kick. Für manche Blätter tut mir die sinkende Nachfrage leid. Sie sollten sich halt nicht einfach dem Mainstream anhängen. Eigene Gedanken sind gefragt.


23.07.2015 | 20:11

Harriet

--> die haben es verdient, diese pseudo-kritischen Müll-Fetzen- sie haben erheblich zu dem jetzigen IST-Zustand dieses neoliberalen Börsen-Paradis´ Deutschland beigetragen, wird Zeit, dass unsere Bäume endlich davor geschützt werden, zu solch einem Wirtschafts-& Aktionärs-Propaganda-Dreck verarbeitet zu werden!


23.07.2015 | 12:06

Franz Apfelkuchen

Mir scheint das ein gutes Zeichen zu sein. Die Menschen im Lande begreifen: Wir selbst haben kein Forum, wir sind auserkoren, uns nach Nach-Richten zu richten und uns das von Journalisten vorschreiben zu lassen, was wir denken sollen. Menschen, die den Quatsch nicht mehr lesen, der Ihnen von den !Qualitäts!Medien vorgesetzt wird, lernen wieder, sich selbst ein Bild von der Welt und vom Leben zu machen. Die Medien sind wohl dabei, eine Entwicklung zu verschlafen..oder verschlafen...

Mir scheint das ein gutes Zeichen zu sein. Die Menschen im Lande begreifen: Wir selbst haben kein Forum, wir sind auserkoren, uns nach Nach-Richten zu richten und uns das von Journalisten vorschreiben zu lassen, was wir denken sollen. Menschen, die den Quatsch nicht mehr lesen, der Ihnen von den !Qualitäts!Medien vorgesetzt wird, lernen wieder, sich selbst ein Bild von der Welt und vom Leben zu machen. Die Medien sind wohl dabei, eine Entwicklung zu verschlafen..oder verschlafen zu müssen, denn sie sind ja, - wenn das stimmt, was ich gelesen habe – so ein bisschen von unseren Militärdiktatoren geknebelt worden. Diese armseligen Gemüter wollen die totale Kontrolle und Konsumhörigkeit, aber vielleicht haben sie ja doch die göttliche Natur des Menschen unterschätzt...?


22.07.2015 | 20:47

H.Müller

....die Journalisten, die ja nun wissen, was und wie abgeht, sollten vorbildlichen Mut beweisen, auf unsere tatsächliche Gesetzeslage usw hinweisen, so dass es in jedem Haushalt ankommt....ich befürchte nur, dass es diesen ausgeprägten Charakter nur selten zu finden gibt. Deswegen Hut ab vor Hernn Ulfkotte, diesen Schritt getan zu haben. Dennoch wünschte ich endgültige Aufklärung, denn dann kann wirklich verändert werden. Danke bis hierhin!


22.07.2015 | 17:30

Dr. Bernhard

Äwer ens im Ernst! Ihr kenn´ dat aall, Ihr wiß´ dat aall un Ihr hatt em Läewe och all selws jenoch jeliert. Wenn esch dat hä all so liäs, dann mieen esch, Ihr sid örnswo drop am waarde. Ja, äwer worop dann? Drieät Ösch do ens ´eröm un lot den Driss do vorjäte! Enne Honk dä die Wursch vun Ösch nit kritt, vojäht int Zittere un mäk nix angersch mier! Un wenn Ihr dem jets no vorjäte died, dann es dä schnell dur dä Wink, un siewert! Esch denk mesch, dat d´r Udo...

Äwer ens im Ernst! Ihr kenn´ dat aall, Ihr wiß´ dat aall un Ihr hatt em Läewe och all selws jenoch jeliert. Wenn esch dat hä all so liäs, dann mieen esch, Ihr sid örnswo drop am waarde. Ja, äwer worop dann? Drieät Ösch do ens ´eröm un lot den Driss do vorjäte! Enne Honk dä die Wursch vun Ösch nit kritt, vojäht int Zittere un mäk nix angersch mier! Un wenn Ihr dem jets no vorjäte died, dann es dä schnell dur dä Wink, un siewert! Esch denk mesch, dat d´r Udo jenau wiet wat hä died un dat mäks Do nit mol effkes suo! Kiek dat dat Glöve un Miene nit so glatt dur et Hörn löp, denkt jet no. Un bäter is Ihr kieckt no dä Ärpel op den Acker, do häss kinn tiet t´ liäse; Mann ens! Et Bäes ´ne Kriesch t´ jäwinne is - Do jähs nit op et Schlahfield. ´Ne kliene Mann, dä kriet rischtisch Ängs för Üer Vorkläres. Wo sull dat her?! Ma´ et joht!


22.07.2015 | 17:15

Dr. Bernhard

21.07.2015 | 19:07 Wardenclyffe Kölle, nit jans, äwer do bestonn esch och drop! Mann moet och schärp utjränze könne, vun do bös hä sünn jo och Welde totüsche! Un Düsseldörp jo och, ni?! Be os dürfse och öwer Desch selws kamelle un laache, wat en Kölle ja nit so jansejoht kütt! Opse en Düsseldörp och laache, kües sinn! Bäter die kenne sich bits joht jenoch und verjäte mesch! Äwer is och nur ä´ Füruchdäl! Ma´ et joht! Un Ferkes-Freud!

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