Teuflische Pläne: Die Zukunft der Überwachung
Udo Ulfkotte
Es gibt viele Möglichkeiten, Menschen zu identifizieren und zu überwachen. Die Amerikaner haben diese Methoden offenkundig inzwischen in aller Stille perfektioniert, führen in einer neuen Datenbank nun Schriftproben, Fingerabdrücke, Stimmenprofile, Mobiltelefondaten, Iris-Scans und viele andere Daten zusammen. Das FBI baut die Datenbank auf. Und das US-Verteidigungsministerium erhält Zugriff. Wenn Sie jemals in die USA gereist sind, dann sind auch Ihre Daten in dieser Superdatenbank gespeichert.
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Im US-Bundesstaat Virginia an der amerikanischen Ostküste haben viele amerikanische Geheimdienste ihren Sitz. Daher lohnt es sich, die kleinen Lokalzeitungen der Region im Internet zu durchstöbern. Denn mitunter findet man in den Lokalnachrichten Hinweise auf Neuerungen bei den Geheimdiensten, die in den überregionalen Zeitungen erst sehr viel später – wenn überhaupt – erscheinen. Die Charleston Gazette ist eine solche kleine Lokalzeitung. Sie hat nun einen Bericht über ein Milliardenprojekt des FBI (dem US-Gegenstück zum deutschen BKA) veröffentlicht. Diesem zufolge wird im FBI-Gebäude in Clarksburg an einem Identifikationssystem der nächsten Generation gearbeitet, das bald schon einsatzbereit sein wird.
Der Rüstungsbauer Lockheed Martin stattet das FBI demnach mit einer Technologie aus, die viele
Menschen derzeit wohl noch für futuristisch halten werden. Stellen Sie sich vor, Sie verlieren Ihren handgeschriebenen Einkaufszettel. Das FBI kann diesen Einkaufszettel künftig angeblich ebenso wie alle anderen handgeschriebenen Schriftstücke einer bestimmten Person zuordnen – vorausgesetzt, es wurde irgendwann einmal eine Schriftprobe dieser Person gespeichert. Dazu reicht schon ein Antrag bei einer Behörde. Das allerdings ist erst der Anfang, denn das System kombiniert alle Daten, die jemals von einer Person erfasst wurden: einen Iris-Scan und Fingerabdrücke (beides muss man ja bei der Einreise in die USA abgeben), Datenspuren im Internet, Daten von Mobiltelefonen, alle jemals erfassten biometrischen Angaben und Sprachproben.
Haben Sie jemals bei einem Radiosender angerufen? Gibt es eine Audio- oder Videobotschaft von Ihnen im Internet? Dann werden diese Daten künftig zusammen mit allen anderen von Ihnen erfassten Daten gespeichert. Und auch das amerikanische Verteidigungsministerium hat Zugriff auf die Daten. Das alles dient natürlich nur der Strafverfolgung und soll Bürger vor Terrorismus und Kriminalität schützen. Es ist eine reine Frage der Zeit, bis ähnliche Systeme auch in Europa errichtet sein werden. Die EU arbeitet ja schon daran. Natürlich ebenfalls nur, um Terror und Kriminalität abzuwehren …
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