Trotz des Embargos bekommen die Iraner amerikanische Waffenkomponenten
Udo Ulfkotte
Seit vielen Jahren schon haben die Vereinigten Staaten ein Waffenembargo gegen die Islamische Republik Iran verhängt. Nun wird bekannt, dass Washington über einen Umweg Waffenkomponenten an Iran geliefert hat.
Waffen, Munition und Rüstungsgüter jeglicher Art dürfen aus den Vereinigten Staaten nicht nach Teheran geliefert werden. Viele Staaten halten sich an das Waffenembargo gegenüber Iran. So ist denn ein großer Teil des iranischen Militärgeräts inzwischen veraltet. Viele Panzer und Kampfflugzeuge wurden dem früheren Persien noch im Kalten Krieg von den Vereinigten Staaten verkauft, um das Land vor einer sowjetischen Invasion zu schützen. Dazu zählen etwa Artilleriegeschütze des Typs M-109, aber auch F-14 „Tomcat“ Jagdflugzeuge. Die amerikanischen Jagdflugzeuge sind in westlichen Staaten längst ausgemustert – im Iran allerdings sind sie immer noch der Stolz der Luftwaffe. In den siebziger Jahre geliefert, brauchen die Iraner beständig mehr Ersatzteile für die reparaturanfälligen Maschinen. Eigentlich sollte es den Iranern unmöglich sein, diese Ersatzteile zu bekommen. Schließlich gibt es ja das Waffenembargo.
Doch nun hat ein amerikanischer Abgeordneter aus Conneticut, Christopher Shays, enthüllt, wie die Iraner an die Ersatzteile kommen: Die Chinesen kaufen bei Tochterunternehmen des amerikanischen Verteidigungsministeriums amerikanische Überschussbestände auf – und liefern sie über Singapur, Pakistan oder Dubai nach Teheran. Während Washington europäische Staaten beständigt ermahnt, beim Waffenhandel auf Endverbrauchszertifikaten zu bestehen, hat man diese offenkundig beim China-Iran-Geschäft selbst nicht eingefordert.
Auch für den ebenfalls in den siebziger Jahren aus den Vereinigten Staaten an Persien gelieferten „Chinook“-Helikopter soll China den Iranern weiterhin insgeheim die Ersatzteile beschaffen, heißt es nun aus Washington. In den vergangenen Monaten waren auch mehrere iranische Tarnfirmen in den Vereinigten Staaten aufgeflogen. Dazu zählte etwa die kalifornische Firma "Multicore", die ein Ableger iranischer Rüstungsbetriebe gewesen sein soll, und die "State Metal Industries" in Camden/New Jersey, die Teile für ferngelenkte Raketen über den Umweg China an Iran geliefert haben soll.
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