
Das im Iran operierende kurdische Gegenstück zur irakischen PKK ist die PJAK – die »Partei für ein freies Leben in Kurdistan«. Die PJAK ist eine Schwesterorganisation der in der Europäischen Union als terroristische Vereinigung verbotenen PKK. Und eben diese PJAK wird geführt von dem in Köln lebenden Kurden Abdul Rahman Haji Ahmadi, genannt Haji Ahmadi. Die PJAK tritt ein für den Sturz des Mullah-Regimes in Iran, kämpft mit Waffengewalt gegen iranische Soldaten – und führt auf iranischem Gebiet einen Stellvertreterkrieg für die Vereinigten Staaten.
Die PJAK besteht aus folgenden Unterorganisationen:
1. Die »Union der Jugendlichen Ostkurdistans«; (Yekitîya Ciwanên Rojhilatê Kurdistan, YCRK). Dabei handelt es sich um die Jugendorganisation der Partei.
2. Die »Union der Frauen Ostkurdistans«; (Yekitîya Jinên Rojhilatê Kurdistan, YJRK). Dabei handelt es sich um die Frauenorganisation der PJAK.
3. Die »Freiheitskräfte Kurdistans«; (Hêzên Azadiya Kurdistan, HAK). Die HAK ist der militärische Arm der Bewegung und unterhält ca. 1.000 Kämpfer. Rund 400 von ihnen sind Frauen. Nach Angaben von Akif Zagros sei die PJAK nicht dazu geschaffen, die iranische Armee zu besiegen. Zur Anwendung kämen vor allem Guerilla-Techniken. Auch würden die Kämpfer gegen Repressalien oder zum Schutz der politischen Aktivisten in Ost-Kurdistan eingesetzt.
4. Die »Union der Demokratischen Presse«; (Yekitîya Ragihandina Demokratîk, YRD).
5. Ferner existiert ein nicht näher bezeichneter "politischer Arm" der Organisation.
Bei den unter Punkt 3. genannten Guerilla-Techniken erhält die PJAK direkte Unterstützung von der CIA. Die Special Activities Division (SAD) bildet die Kämpfer der PJAK im Grenzgebiet aus. Der Kölner Kurde Abdul Rahman Haji Ahmadi weiß von dieser geheimen Zusammenarbeit. Und die Amerikaner lieben Abdul Rahman Haji Ahmadi, denn der Mann weiß zu schweigen …
Das geheime Motto des CIA-Ablgers SAD lautet: »Admit nothing, deny everything, and make counter accusations«.; (»Nichts zugeben, alles abstreiten – und Gegenbeschuldigungen erheben«). Der Kölner PJAK-Führer Rahman Haji-Ahmadi besuchte in diesem Sommer (August 2007) Washington, wo er auch zu politischen Gesprächen eingeladen wurde. Aus amerikanischer Sicht ist die Kampftruppe der PJAK eines der derzeit effektivsten Druckmittel auf Teheran.
Die kurdische Terrorgruppe PKK steht auf der amerikanischen Liste der Terrorgruppen, weil sie gegen den USA-Verbündeten Türkei kämpft. Die kurdische Kampftruppe PJAK steht nicht auf der amerikanischen Liste der Terrorgruppen, denn sie kämpft gegen den USA-Feind Iran.

Bild: PJAK Kämpfer im Iran
Der amerikanische Kurden-Experte James Brandon berichtete im Terrorism Monitor der konservativen amerikanischen Denkfabrik Jamestown Foundation schon im März 2007 über die steigende Kampfkraft der Kurdenmiliz: »PJAK ist nun in der Lage, eine größere Zahl von Kämpfern ins Feld (gemeint ist nach Iran, Anm. des Autors) zu schicken und sie mit schwereren Waffen auszurüsten. Die Gruppe scheint auch einige der Taktiken der sunnitischen Aufständischen (im Irak, Anm. des Autors) zu kopieren – insbesondere Angriffe auf die Ölinfrastruktur und Raketenangriffe auf Kampfhubschrauber.« In einer früheren Ausgabe des Terrorism-Monitor hatte derselbe Autor schon darauf hingewiesen, dass vor allem die iranischen Kurden »im Weltgeschehen eine größere Rolle spielen werden«.
Der Autor spielte schon damals mit diesem Satz auf Versuche der Vereinigten Staaten (aber auch Israels) an, eine enge Allianz mit PJAK zu schmieden, um Teheran bei Bedarf im irakisch-iranischen Grenzgebiet Nadelstiche zufügen zu können. PJAK-Führer Rahman Haji-Ahmadi gab in Washington der konservativen, im Besitz der Moon-Sekte stehenden Washington Times ein Interview: »Wir können die (iranische, Anm. des Autors) Regierung mit den Waffen und den Mitteln, die wir jetzt haben, nicht stürzen … Jede finanzielle oder militärische Hilfe würde unser Bemühen, zu einem demokratischen Iran zu gelangen, beschleunigen und wäre höchst willkommen, vor allem von Seiten der Vereinigten Staaten.«
Während der Herrschaft Saddam Husseins nahmen die irakischen Kurden unter der PJAK gerne die Hilfe Teherans gegen den gemeinsamen Erzfeind Saddam Hussein in Anspruch. Nun sollen die iranischen Kurden gegen das Regime in Teheran ins Feld geschickt werden. Die Kurden aus den Reihen der PJAK führen einen Stellvertreterkrieg für die Vereinigten Staaten. Und deshalb liebt die CIA den in Köln lebenden PJAK-Anführer.
Im irakisch-iranischen Grenzgebiet fragte die Zeitung Asia Times unlängst den Polizeichef Gafar, ob denn die CIA oder amerikanische Special Forces gemeinsam mit der PJAK in der Region kämpfe. Die Antwort war vielsagend: »Ich habe die Vorgabe, die Frage mit einem NEIN zu beantworten – ich dürfte sie Ihnen nicht bejahen.«
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