Thursday, 26. May 2016
09.08.2010
 
 

Angst vor Panik: Erklärte Winston Churchill einen UFO-Zwischenfall für Jahrzehnte als geheime Verschlusssache?

Andreas von Rétyi

Der wohl berühmteste britische Premierminister, Winston Churchill, nahm unidentifizierte Flugobjekte völlig ernst. Das bestätigen auch aktuelle Enthüllungen. Am vergangenen Donnerstag publizierte das Londoner Staatsarchiv bislang zurückgehaltene, aufschlussreiche Dokumente, denen zufolge Churchill einen ungewöhnlichen Zwischenfall über dem Ärmelkanal sofort zur Verschlusssache erklärte. Der Premier befürchtete eine Massenpanik sowie auch destruktive Auswirkungen auf die Kirche. In einem brisanten Brief an das britische Verteidigungsministerium schildert der Enkel eines Churchill-Leibwächters, wie der berühmte Premierminister auf den Vorfall reagiert habe und sämtliche Informationen hierzu für mehr als ein halbes Jahrhundert verheimlichen ließ.

Ein ungenannter Tag im Zweiten Weltkrieg. Ein Tag, an dem sich eine unerklärliche Begegnung am Himmel ereignete: Die Besatzung einer Aufklärungsmaschine der Royal Air Force sah sich ganz plötzlich mit einem unbekannten Flugkörper konfrontiert. Bald trafen sich zwei führende Persönlichkeiten jener Zeit, um sich zu dem gespenstischen Vorfall zu beraten. Natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das geheime Treffen fand an einem Ort statt, der bis heute ebenfalls nicht enthüllt wurde.

Erst vor wenigen Tagen aber gaben die National Archives des United Kingdom einige Schriftstücke frei, die Hinweise darauf liefern, welche Befürchtungen den großen Churchill offenbar plagten, als er an jenem Tag mit dem damaligen Commander der Alliierten Streitkräfte, US-General Dwight Eisenhower, zusammentraf. Das britische Staatsarchiv veröffentlichte jetzt 18 deklassifizierte Akten mit insgesamt über 5000 Seiten Umfang, in denen Berichte, Briefe und Skizzen aus öffentlicher Korrespondenz sowie zudem ins Parlament eingebrachte Fragen zusammengefasst sind.

In diesem Material, das aus der Zeit zwischen 1995 und 2003 stammt, finden sich auch einige brisante Briefe, die der Enkel eines persönlichen Leibwächters von Winston Churchill an das britische Verteidigungsministerium (MoD) gesandt hatte. Der Schreiber, heute Arzt in Leicester, wandte sich im Jahr 1999 an das MoD, um dort nähere Auskünfte über jenen unerklärlichen Kriegszwischenfall zu erhalten, von dem sein Großvater dereinst erfahren habe.

Es war demnach kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als sich Churchill und Eisenhower zu ihrem geheimen und so ungewöhnlichen Beratungsgespräch getroffen hätten. Der Großvater des Arztes diente in jener Zeit als Offizier der Royal Air Force und genoss als persönlicher Leibwächter Churchills höchstes Vertrauen. In dieser Funktion bekam er auch einige Informationen aus der geheimen Unterredung mit. Vor allem ging es dabei um ein britisches Aufklärungsflugzeug, das von einer Mission über dem besetzten Europa zurückkehrte und sich unmittelbar vor der britischen Küste befand, als sich ein unidentifizierbares metallisches Objekt näherte und direkt auf das Flugzeug aufschloss. Den Schilderungen zufolge machte die Mannschaft etliche Aufnahmen dieses fremdartigen Flugkörpers, der lautlos neben der Maschine dahingeschwebt und dann sehr plötzlich und völlig spurlos verschwunden sei.

Der Leibwächter hörte laut Darstellung seines Enkels zufolge auch, wie ein Waffenexperte augenblicklich eine spontan geäußerte Vermutung zurückwies, es könne sich um ein Raketengeschoss gehandelt haben, da sich das Ereignis »völlig jenseits aller vorstellbaren technologischen Möglichkeiten der damaligen Zeit abspielte«. Als ein anderer Anwesender davon zu sprechen begann, es könne ein »UFO« gewesen sein, soll Churchill sofortige Anweisung gegeben haben, den Vorfall für mindestens ein halbes Jahrhundert zur Verschlusssache zu erklären, um die Ausbreitung einer öffentlichen Panik zu vermeiden. Auch habe er befürchtet, dass eine öffentliche Enthüllung den Glauben und die Kirche massiv erschüttern könne. In einem der Briefe von 1999 heißt es, dass niemand eine plausible Erklärung für das Geschehen liefern könne, was einen »hohen Grad an Besorgnis« ausgelöst habe.

Die freigegebenen Schriftstücke wurden teilweise zensiert. So sind auch Details zur Person des Absenders unkenntlich gemacht. Es ist nur bekannt, dass es sich hierbei um einen Mediziner und Wissenschaftler handelt, der auch auf astronomischem Gebiet als Experte tätig war und Software im Raumfahrtbereich entwickelte. Wie er selbst betont, sei er kein »Exzentriker«, sondern lediglich daran interessiert, die wissenschaftliche Seite des Zwischenfalls zu erforschen. Dies auch, da sein Großvater davon überzeugt gewesen sei, dass der damalige Vorfall auf den Test von Geheimtechnologie einer fremden Macht zurückging. Der einstige Leibwächter Churchills habe sein Wissen lediglich an seine Tochter, also die Mutter des anonym gehaltenen Wissenschaftlers weitergegeben, sowie an seine eigene Frau. Im Jahr 1973 seien ihm am Totenbett noch einige Details zu dem damaligen Zwischenfall über die Lippen gekommen.

Der anonymisierte Verfasser der Briefe betont am 4. Oktober 1999 gegenüber dem MoD ausdrücklich: »Ich glaube nicht an die üblichen Theorien zu UFOs und widerspreche auch deutlich [der Erklärung], dass ihr Ursprung von außerirdischer Natur ist. Ich war lediglich hinsichtlich der möglichen berichteten Flugcharakteristika interessiert … um Hinweise zur Ausweitung der gegenwärtigen physikalischen Theorien zu erhalten«. Recht vorsichtige Formulierungen also, wenn auch mit einer nicht unerheblichen Erwartung hinsichtlich der wissenschaftlichen Einsichten!

Ein Mitarbeiter des britischen Verteidigungsministeriums erklärte nach einer Überprüfung der Aussagen, es gebe keinerlei stützende Beweise für die aufgestellten Behauptungen, da sämtliche UFO-Akten aus der Zeit vor 1967 nach Ablauf von fünf Jahren vernichtet worden seien – und zwar, wie es weiter heißt, »aufgrund mangelnden öffentlichen Interesses«. Nur dürfte dies im deutlichen Widerspruch zu jener ausdrücklichen Geheimhaltungsorder durch Winston Churchill selbst stehen. Historiker, die sich nunmehr mit dem Fall auseinandersetzen, erklärten zudem kürzlich, dass sich die Ereignisse höchstwahrscheinlich wirklich zugetragen haben. Sie erinnern daran, dass Churchill ein bekanntes Interesse an UFOs besessen habe und sogar im Jahr 1952 um einen spezifischen Bericht zur Sachlage gebeten hatte. Die Dokumentensammlung ist unter http://ufos.nationalarchives.gov.uk/ im Internet einsehbar

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