Tuesday, 27. September 2016
09.06.2013
 
 

Bilderberg: Was machen die »Google-Männer« auf der Geheimkonferenz?

Andreas von Rétyi

Die aktuelle Bilderberg-Tagung von Watford bei London legt mehr und mehr einen historischen Wechsel an den Tag: Die Zeiten der absoluten Verschwiegenheit sind offenbar endgültig vorbei – dessen dürften sich auch die Organisatoren der Konferenz bewusst werden. Diesmal haben sich neben mittlerweile Hunderten von interessierten Bürgern, Aktivisten und alternativen Journalisten auch sehr zahlreich Vertreter der Mainstreammedien versammelt, um über die einst tabuisierte Tagung zu berichten. Politiker geben vor Ort kritische TV-Interviews, Livestreams berichten online und auch die Konferenz widmet sich dem Thema der »großen Daten«, die unsere Welt verändern. Nicht umsonst sind auch die Chefs von Google und Amazon geladene Bilderberg-Gäste.

Die Veränderung scheint merklich und wird hoffentlich auch künftigen Bestand haben. Die Atmosphäre bei Bilderberg 2013 scheint alles in allem gelöster. Presse und Medien werden, wenn auch vielfach widerwillig, von Bilderberg geduldet, sogar auf dem Hotelgelände, und man scheint

sich dessen bewusst, nicht in der Art weitermachen zu können wie die Jahrzehnte zuvor.

 

Derzeit gehen viele Beobachter davon aus, dass das Eis jener Ära des Kalten Krieges nun selbst bei Bilderberg zu brechen beginnt. Vor allem die Präsenz der Massenmedien und einiger kritischer Politiker demonstriert, dass die Geheimkonferenz nunmehr auch ein breites öffentliches Thema wird, während Beobachter, die von dieser außerordentlichen Geheimkonferenz berichteten, noch vor wenigen Jahren sofort als Verschwörungstheoretiker abgekanzelt wurden. Charlie Skelton vom britischen Guardian hielt früher auch nicht viel von den bizarren Geschichten, wie sie rund um Bilderberg zirkulieren. Dann erlebte er vor Ort selbst, wie real das vermeintliche Märchen um die »Hohepriester von Macht und Globalisierung« ist.

 

Seitdem verfolgt er die Aktivitäten sehr gründlich und berichtet regelmäßig über Bilderberg. In Watford traf er auf einen nicht näher spezifizierten Mainstream-Journalisten, der sich völlig überrascht über die Situation vor Ort zeigte, auch was die Organisation der Pressezone betrifft. Er sei davon ausgegangen, auf ein Chaos unter den Kritikern und Demonstranten zu stoßen, sei dann aber sehr positiv enttäuscht worden – man habe sich in der heterogenen Gruppe ausgezeichnet organisiert. Der ungenannte Journalist sieht, so sagt er, wie sich nunmehr »60 Jahre der Geheimhaltung vor seinen Augen in Luft auflösen«. Auch die Sicherheitsleute, die Einsatzkräfte der lokalen Behörden inklusive berittener Polizei legen ihm zufolge ein freundliches Auftreten an den Tag.

 

Das ändert zwar nichts an Bilderberg selbst, immerhin aber doch am Klima des gesamten Umfelds. Dass diesmal der Mainstream klar repräsentiert ist – nicht zuletzt natürlich, um die eigene Glaubwürdigkeit nicht vollends einzubüßen – verleiht der Situation vor Ort noch eine besondere Note. Hier versammeln sich nun Channel 4 News, AP, Reuters, The Times, Sky News und etliche andere. Die BBC entsandte sogar gleich drei Berichterstatter nach Watford.

 

Zumindest der Anfang einer neuen Ära scheint gemacht, doch der Weg ist noch weit. Ob Bilderberg nun fähig und vor allem willens ist, sich endgültig von der »alten Zeit« zu verabschieden, sei dahingestellt, vielleicht beschleunigt der bereits stattfindende Wechsel an der Spitze diese Entwicklung, wobei er auch seine Gefahren birgt. Denn diese neue Generation besitzt keine direkte Erfahrung mit flächendeckenden Kriegen, so stellen einige Beobachter besorgt fest.

 

Bilderberg 2013 stellt sich allerdings auch thematisch sehr deutlich auf wesentliche gesellschaftliche Umwälzungen ein, wie sie die »großen Daten« gebracht haben, die »beinahe alles ändern«. Nicht umsonst wurden auch Amazon-Boss Jeff Bezos und Google-Oberhaupt Eric Schmidt zum diesjährigen Treffen geladen. Damit schließt sich wiederum ein großer Kreis von Kontrolle und Geheimhaltung.

 

Die Führungsgruppe von Bilderberg scheint skeptischen Stimmen zufolge weiterhin kaum an Öffentlichkeit interessiert, höchstens an deren Kontrolle. Immer wieder wurde vor allem zur Kooperation von Google mit geheimdienstlichen Kreisen berichtet. Letztlich sind auf dieser Ebene viele machtvolle Kräfte miteinander verwoben – Medienunternehmen, Geheimkonferenzen, Nachrichtendienste, Bündnisse wie Skull & Bones, die ebenfalls einen realen Einfluss nehmen, der – selbstredend – wiederum gerne heruntergespielt wird.

 

Zurück zu Google & Co. Wie Donna Anderson von Infowars meint, werden wir wohl nie genau erfahren, warum Jeff Bezos zur Konferenz gebeten wurde. Andererseits lässt das »Big-Data«-Thema der Tagung doch einige Schlüsse zu. Leute wie Bezos und Google-Chef Schmidt beherrschen ohne Frage das Internet. Diese Technologien lassen grundsätzlich Manipulation und Kontrolle in globalem Ausmaß zu. Seien es Manipulationen zugunsten großer Unternehmen oder weitreichende Aktionen zur politischen Einflussnahme, wie sie auch beim Arabischen Frühling eine wesentliche Rolle spielten. Diese Internet-Giganten sammeln bekanntlich enorme Datenmengen, um sie zu analysieren, zu verwerten und zu vermarkten.

 

Wichtig dabei auch: das »Internet der Dinge«, die Verknüpfung eindeutig zuordenbarer physischer Objekte mit der virtuellen Welt. Der kontroverse RFID-Chip bildet hierfür eine »handfeste« Grundlage. Insgesamt geht es dabei aber nicht allein um den wirtschaftlichen Faktor, sondern um die individuelle Überwachung, das Ausspionieren wesentlicher Aspekte unseres Daseins. Ex-CIA-Chef David Petraeus, der ebenfalls am Bilderberg-Treffen 2013 teilnimmt, setzt sich für diese Technologien ein. Der Journalist Paul Joseph Watson kommentiert hierzu: »Es ist ironisch, dass Petraeus genau dasselbe Überwachungssystem unterstützen hilft, das ihn im vergangenen Jahr zu Fall brachte, als Details über seine außereheliche Beziehung ans Licht kamen.«

 

Wie Donna Anderson nahelegt, dürfte das Interesse der Machtelite an Leuten wie Schmidt und Bezos vielfältiger Natur sein. Bezos setzt sich auch für Kostensenkung und verstärkte Sicherheit in der Raumfahrt ein. Diesem Ziel widmet sich Bezos Unternehmen Blue Origin. Der Amazon-Chef entwickelte Visionen von orbitalen Hotels, Vergnügungsparks und Raumkolonien mit Kapazitäten für zwei bis drei Millionen Menschen. Vielleicht wäre der Weltraum auch ein geeignetes Rückzugsgebiet für künftige Bilderberg-Konferenzen – oder für die Machtelite, wenn sie dereinst diesen blauen Planeten unbewohnbar gemacht haben sollte. Man kann nur hoffen, dass es nie so weit kommt!

 

 

 


 

 

 

 

 

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