Sunday, 26. June 2016
08.12.2015
 
 

Soros-Rauswurf: US-Außenministerium kritisiert Russland

Andreas von Rétyi

Nachdem Russland unlängst die Soros-Stiftungen als »unerwünscht« eingestuft und sie damit im Lande deaktiviert hat, reagiert das US-Außenministerium mit deutlicher Kritik. Der Rauswurf sorge lediglich dafür, so Washington, die zivilgesellschaftliche Tätigkeit zum Wohle des russischen Volkes weiter einzuschränken. Was hat sich Putin dabei nur gedacht?

 

Menschenfreunde in ihrer Tätigkeit zu behindern, das scheint wahrlich kein schöner Zug. Doch Undank ist bekanntlich der Welten Lohn. Geht der russische Präsident Wladimir Putin nun also

wieder einmal mit schlechtem Beispiel voran? Zumindest das US-Außenministerium ist dieser festen Überzeugung.

 

Sofort nach Bekanntwerden des aktuellen Beschlusses, zwei federführende philanthropische Gesellschaften gleichsam aus Russland zu verbannen, äußerte sich Mark Toner, ein Sprecher des State Department, wirklich unzweideutig:

 

»Die heutige Entscheidung, die Open Society Foundations sowie die Open Society Institute Assistance Foundation als so genannte ›unerwünschte‹ Organisationen zu klassifizieren, wird die Arbeit der Zivilgesellschaft zum Wohl des russischen Volkes nur weiter einengen. Diese Aktion ist lediglich ein weiteres Beispiel für den Kampf der russischen Regierung gegen unabhängige Stimmen und für einen wohlüberlegten Schritt zu einer weiteren Isolierung des russischen Volkes von der Welt.«

 

Wie auf KOPP Online berichtet, wurden die beiden Organisationen des US-Mega-Spekulanten George Soros auf die »Stopp-Liste« für ausländische NGOs in Russland gesetzt, um einer weitreichenden Unterwanderung entgegenzuwirken.

 

Die russische Generalstaatsanwaltschaft sah in deren Aktivitäten eine Gefahr für das konstitutionelle System der Russischen Föderation und der nationalen Sicherheit.

 

Auf die breite Öffentlichkeit könnte diese Entscheidung Putins sehr leicht wie ein unverantwortlicher Schlag gegen alle demokratischen Bemühungen wirken – denn genauso wird sie weithin auch verkauft. Schließlich gehe es Soros und seinem Stiftungsnetzwerk doch ausschließlich um gesellschaftlich sehr hohe Werte, insbesondere mehr Freiheit und Demokratie.

 

Nicht umsonst setzte er sich schon vor Jahrzehnten vorrangig in osteuropäischen Ländern intensiv für den Übergang von »geschlossenen« in »offene« Gesellschaften ein. Wie jedermann weiß, werden ganze Kriege geführt, um Frieden, Freiheit und Demokratie in unterdrückten Gesellschaften zu etablieren. Stets natürlich eine wundervolle Argumentation, um geostrategische Interessen durchzusetzen.

 

Im Falle von George Soros lassen sich bekanntlich massive Einflüsse auf Farb-Revolutionen und ausufernde soziale Unruhen aufzeigen, alles natürlich sämtlich zur Umsetzung einer demokratischen Ordnung, sei es im Zuge des Arabischen Frühlings, in Serbien, Georgien, Mazedonien oder der Ukraine. An sich eine unfassbare Situation. Hier greift eine Privatperson sehr nachhaltig in die nationale und internationale Politik ein.

 

Schlichtweg ein Unding, ganz gleich, welche Motive sich mit solchen Aktivitäten nun verbinden, handelt es sich doch um eine massive Überschreitung von Befugnissen und Kompetenzen, zumindest nach üblicherweise angewandten Maßstäben. Nicht aber hier, nicht bei Soros, für den solche Maßstäbe offenbar nicht gelten.

 

In diesem Falle wird vielmehr Russland zum Vorwurf gemacht, eine derart gravierende Einflussnahme schlichtweg nicht hinnehmen zu wollen. Dabei sollte man es in den USA an sich wohl besser wissen, zumindest, wenn es nach InfoWars-Autor Kurt Nimmo geht, der aktuell anmerkt, auch die dramatischen Vorgänge von Ferguson, US-Bundesstaat Missouri, sowie Baltimore, US-Bundesstaat Maryland, seien beiderseits auf die Soros-NGOs zurückführbar.

 

Er zitiert zudem den in Polen tätigen Journalisten und Publizisten Konrad Stachnio, der im vergangenen Oktober schrieb: »Ein jedes Mal, wenn ich sehe, dass ... George Soros etwas über Demokratie und die europäischen Werte sagt, weiß ich, dass etwas passieren wird. Das ist in der Ukraine der Fall, wo George erklärte, Demokratie sei die wichtigste Angelegenheit überhaupt, und wo er sagt, die europäischen Werte seien das Bedeutendste, weshalb wir Millionen Flüchtlinge in jedem Jahr zu akzeptieren hätten.

 

Wie wird das enden? Wahrscheinlich wie üblich: Feuer, Aufstände, Regierungsumstürze und die totale Destabilisierung in Europa, mehr oder weniger wie das kürzlich in der Ukraine der Fall war.« Sehr deutliche Worte.

 

Soros hatte in Polen bereits 1988 die Stephan-Báthory-Stiftung gegründet, um sein Netzwerk in den folgenden Jahrzehnten weiter über die Welt zu spannen und dabei gewiss nicht immer vorteilhafte Änderungen für die jeweiligen Nationen  zu bewirken. So gründen die Sorgen durchaus auf gewissen Erfahrungswerten.

 

Während eines Interviews mit CNN-Moderator Fareed Zakaria hatte Soros selbst erklärt, eine eigene Stiftung in der Ukraine etabliert zu haben, die »letztlich dann zum Umsturz des gewählten Staatschefs und zur Installation einer vom Außenministerium handverlesenen Junta führte«, so notiert Nimmo.

 

Teilnehmer der Demonstrationen gehörten dem NGO-Netzwerk von Soros an und verfügten über eine gezielte Ausbildung durch die von Soros gegründete International Renaissance Foundation (IRF) und die Open Society Foundations.

 

Kein Wunder, dass Russland nicht will, dass sich diese Geschichte im eigenen Land wiederholt.

 

 

 

 

 

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