Freitag, 24. März 2017
16.07.2016
 
 

»Müssen die Wahrheit sagen: Islam und Islamismus nicht mehr zu unterscheiden« – Vize von Frankreichs Imamen zurückgetreten

Birgit Stöger

Nur wenige Stunden nach dem jüngsten Attentat in Nizza ist der Vizepräsident der Imame Frankreichs zurückgetreten. Inzwischen sei es schwer, den Islam vom Islamismus zu unterscheiden. Dies sieht der Großmufti von Ägypten jedoch entschieden anders. Terror sei kein islamisches Problem.

 

»Ich gebe meinen Rücktritt und meine Ablehnung dieser inkompetenten Institutionen bekannt, die nichts für den sozialen Frieden tun und ständig wiederholen, dass es keinen Extremismus gibt«. So der Imam von Nimes und Kandidat für den Posten des Imams an der Großen Moschee von Paris, Hocine Drouiche, am Freitag zu seiner sofortigen Niederlegung aller Ämter. Das war nur wenige Stunden nach dem Terroranschlag in Nizza.

»Extremismus ist ein Problem des Islam«

 

Bereits nach den dschihadistischen Terroranschlägen im November 2015 in Paris, als drei Muslime mit Sturmgewehren 89 Menschen im Pariser Bataclan-Theater ermordeten, weitere 39 bei darauf folgenden Angriffen auf Cafés und Restaurants sterben mussten und mehr als 350 Menschen durch Kugelfeuer und Bombenanschläge teilweise schwer verletzt wurden, sagte der Imam gegenüber der Tageszeitung Il Foglio: »Wir müssen die Wahrheit sagen: Islam und Islamismus sind nicht mehr zu unterscheiden«.

 

Bereits vor diesem Ereignis kam Drouiche zu dem Schluss, dass der »Hass zum Wesensmerkmal des innerislamischen Diskurses« besonders in Europa geworden sei, um auf diese Weise junge Muslime gegen den Westen mobilisieren zu können.

 

»Von den Muslimen ist bislang kein wirklicher Einsatz gekommen«

 

»Wir haben immer gedacht, dass der Terrorismus im Irak und in Afghanistan als eine Reaktion auf die Politik der Regierung Bush entstanden ist. Der Arabische Frühling hat aber mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass das Problem des Islamismus mit der theologischen und rechtlichen Krise des Islams zusammenhängt«, so sein Resümee nach dem Anschlag in der bengalischen Hauptstadt Dhaka vor zwei Wochen, als Dschihadisten ein Restaurant im Diplomatenviertel stürmten und 20 Gäste sowie zwei Polizisten töteten.

 

Von den Muslimen sei bislang kein wirklicher Einsatz gekommen, eine Lösung für das große Problem der Radikalisierung und des Hasses zu finden, so Drouiche, der seiner Hoffnung Ausdruck gab, dass die Ereignisse von Paris die Muslime in Frankreich und in ganz Europa aufwecken würden, um das gemeinsame Zusammenleben und die Zukunft der Gesellschaften zu retten.

 

Das Weckungserlebnis stellte sich bei den Muslimen weder damals noch heute ein. Das macht Jesse Hughes, Sänger jener US-amerikanischen Rockband, die während des Terroraktes im Pariser Bataclan ihren Auftritt absolvierte und das Abschlachten miterleben musste, mehr als deutlich klar: Noch während der Anschlag ablief, habe er »auf der Straße Muslime die Attacke feiern gesehen«.

 

In den Moscheen muss über das Attentat gesprochen werden

 

Das war vor acht Monaten. Und auch dieses Mal feiern nicht nur die Anhänger des Islamischen Staates den Tod von bislang 84 Menschen und über 202 teils Schwerstverletzten, wovon 52 sich immer noch in einem kritischen Zustand befinden. Weltweit gibt es derzeit Hasskommentare in sozialen Netzwerken, bei denen der Massenmord, begangen durch Muslime, gelobt und gefeiert wird.

 

Die Situation hat sich zunehmend verschärft, ohne dass die politisch Verantwortlichen wirkliche Konsequenzen gezogen und Schritte unternommen hätten, um die Sicherheit und das Leben der ihr anvertrauten Bevölkerung zu schützen. Der zurückgetretene Imam Drouiche äußerte am Freitag zudem die Hoffnung, dass »in den Moscheen über das Attentat gesprochen wird und nicht über Dinge, die nichts damit zu tun haben«.

 

Weltweit einflussreichster Muslim: Diesem »Unsinn« ein Ende setzen

 

Aber auch dieser Wunsch wird dem muslimischen Glaubensmann verwehrt bleiben. Der oberste islamische Rechtsgelehrte in Ägypten, Großmufti Schawki Allam, sieht keine Verbindung zwischen den weltweit zunehmenden Selbstmordattentaten und dem Islam als Religion. In einem aktuellen Focus-Interview betont Ägyptens höchster islamischer Rechtsgelehrter und Leiter des Rechtsgutachter-Gremiums des Zentrums für islamische Rechtsfragen, dass der Glaube der moralische Kompass sein müsse. Er dürfe prinzipiell nicht modifiziert werden.

 

Den weltweiten islamischen Terror, von den westlichen Medien und politischen Verantwortlichen als »Islamismus« vom angeblich friedlichen Islam fein säuberlich separiert, tituliert der wohl einflussreichste Muslim der Welt, als »Unsinn«, dem man umgehend ein Ende setzen könne. Dazu sollten die Medien aufhören, radikalen Gruppierungen Raum für Publicity zu geben. Sobald keine Bilder und Geschichten mehr über islamische Selbstmordattentäter auf Titelseiten erscheinen, würden gleichzeitig auch die Terroranschläge zurückgehen.

 

Letztlich seien die Terrorakte aber »kein islamisches Problem«. Die Geschichte, so Allam, sei Zeuge einer großen Zahl solcher Vorfälle. Letztlich würden wir uns in einer Art »intellektuellem Krieg mit radikalen Ideen« befinden. Diese hätten aber nichts zu tun mit religiösen Praktiken oder Werten.

 

Nizza-Attentäter hatte »zweifellos Verbindungen zum radikalen Islamismus«

 

Wo genau sich der islamische Mörder von Nizza in diesem »intellektuellen Krieg« eingeordnet hatte, ist noch nicht geklärt. Wie der französische Premierminister, Manuel Valls (PS) am Freitagabend im französischen Fernsehen bekannt gab, hatte der Attentäter »zweifellos« Verbindungen zum »radikalen Islamismus«. Ganz im Gegensatz zum zurückgetretenen Vizepräsidenten der Imame Frankreichs weiß der Sozialist Valls zielgenau zwischen Islam und der Steigerungsform des Islamismus - nämlich dem radikalen Islamismus- zu unterscheiden.

 

Wie wir jedoch aus dem Munde des wichtigsten Muslims der Welt wissen, hat dieser »nichts zu tun mit religiösen Praktiken oder Werten«.

 

 

 

 

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