Tuesday, 28. June 2016
01.03.2016
 
 

Griechenland beantragt 470 Millionen für Immigranten-Hilfe

Birgit Stöger

Griechenland rechnet wegen der Schließung der Grenzen zu Mazedonien in den kommenden Tagen mit mehr als 100 000 Immigranten. Aus diesem Grund habe die Regierung ein EU-Hilfspaket in Höhe von 470 Millionen Euro beantragt. Das berichtete der griechische Fernsehsender ANT1 sowie andere Medien am Dienstag.

 

Demnach wolle man 50 000 Menschen in Aufnahmelagern und weitere 50 000 in einfachen Hotels unterbringen. Um die Immigranten zu registrieren, zu verpflegen und für deren Sicherheit zu sorgen, würden insgesamt 8200 Polizisten und zivile Mitarbeiter benötigt.

 

Massive Gewalt in Mazedonien

 

Am Montag hatten Hunderte Immigranten die Bahntrasse und den Grenzzaun zwischen Griechenland und Mazedonien gestürmt. Die mazedonische Polizei setzte Tränengas ein, um die Menschen zu stoppen. Auslöser war nach übereinstimmenden Medienberichten ein Gerücht, wonach Mazedonien angeblich seine Grenze wieder für alle Migranten geöffnet habe.

 

Die mazedonische Grenzsicherung lässt täglich nur noch etwa 300 Immigranten einreisen. Djordje Ivanov, Mazedoniens Präsident, verteidigte in den Medien das Vorgehen seines Landes. »Wir haben unsere eigenen Entscheidungen getroffen. In Zeiten der Krise muss jedes Land seine eigenen Lösungen finden«, so Ivanov am Montag laut dem Spiegel.

 

Hätte sein Land auf EU-Vorgaben gewartet, so Ivanov weiter, wäre es mit Immigranten überschwemmt worden. Seit dem 20. Februar hatte Mazedonien, wie die Länder entlang der Balkanroute, auf Anraten Österreichs Tageshöchstsätze für die Einreise von Immigranten eingeführt, was aus Brüssel harsch kritisiert wurde. »Immer, wenn ein Land weiter nördlich seine Grenze schließt, machen wir hier dasselbe«, so der Mazedonier.

 

Chaos in der Innenstadt von Athen

 

In der griechischen Hafenstadt Piräus lässt der Ansturm der Immigranten nicht nach. Am Montagmorgen sind über 1800 Immigranten angelandet. Diese seien in den vergangenen Tagen aus der Türkei zu den griechischen Inseln der Ostägäis übergesetzt. Athens Innenstadt versinkt indes im Chaos.

 

Am zentralen Viktoria-Platz verbrachten laut Augenzeugenberichten Hunderte Immigranten zwischen Unrat und Uringestank die Nacht im Freien. Tausende wiederum seien mit allen zur Verfügung stehenden Verkehrsmitteln und zu Fuß Richtung Norden aufgebrochen, um doch noch einen Weg zu finden, weiter nach Mitteleuropa, sprich Deutschland zu kommen, berichteten griechische Medien.

 

Die Bundesregierung sieht sich durch die Vorfälle in Mazedonien bestätigt. Wie stol.it berichtet, sieht Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der sich zurzeit in Washington befindet, die Lösung nicht in den momentan national beschrittenen Wegen. Steinmeier ruft einmal mehr nach einer europäischen Lösung, der augenscheinlich kaum noch EU-Länder folgen wollen.

 

Wie es scheint, baut die Bundesregierung voll und ganz auf den am kommenden Montag in Brüssel stattfindenden Sondergipfel.

 

Es steht zu befürchten, dass die Europäische Union ihr Schicksal in die Hände des türkischen Despoten Recep Tayyip Erdoğan legen könnte.

 

 

 

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