EU-Finanzminister bereiten Goldsteuer vor
Christine Rütlisberger
In mehreren Ländern wurde in den vergangenen Monaten eine Goldsteuer eingeführt oder vorbereitet. Nun kommt sie in absehbarer Zeit auch in Deutschland. Denn jetzt zeichnen sich die Vorgaben aus Brüssel für die EU-Staaten ab.

Viele andere Länder haben es vorgemacht: Nach Indien führt in den nächsten Monaten auch die Türkei Importsteuern auf Gold ein. Denn in der Türkei kaufen immer mehr Menschen Gold und
verstecken es. Viele Türken vertrauen das verdiente Geld keiner Bank mehr an. Das will die Regierung in Ankara nun durch neue Abgaben ändern. Denn das schwindende Vertrauen in die Banken entzieht dem Finanzkreislauf immer mehr Geld. Die Türken waren 2011 die viertgrößten Goldkäufer der Welt. Vergleicht man die Jahre 2010 und 2011, dann verdoppelten sich die Goldeinfuhren an den Bosporus. Der Kauflust der Bürger soll mit einer neuen Goldsteuer Einhalt geboten werden. Die Türken sollen auch dazu animiert werden, ihre Ersparnisse wieder ins Bankensystem einzubringen. Um die Bürger dazu zu bewegen, ihr Gold zur Bank zu bringen, sollen ihnen Goldzertifikate ausgehändigt werden. Die Türken sollen das Gold einfach bei Juwelieren abgeben und bekommen dafür dann Zertifikate. Und damit können sie ein Goldkonto bei einer Bank eröffnen. Das Gold soll also den Banken als Kapital zufließen. Türkische Kreditnehmer dürfen künftig auch zehn Prozent ihrer Sicherheiten in Gold für Darlehen hinterlegen. Die Banken sollen mit dem Gold der Kunden dann Goldkonten anlegen und so ihre Aktiva erhöhen.
Seit Ende 2009 ließ man auch im deutschen Bundesfinanzministerium Referentenentwürfe über die mögliche Einführung einer Goldsteuer vorbereiten. Über einen dieser Entwürfe hatten wir an dieser Stelle Ende 2009 berichtet. Jetzt ist klar, wann die Goldsteuer kommen wird. Lesen Sie alle Fakten. Noch ist Gold mehrwertsteuerfrei.
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