Thursday, 28. July 2016
20.03.2012
 
 

EU fördert Windräder mit 300 Metern Höhe

Christine Rütlisberger

Es ist eine kleine Randnotiz in einer großen britischen Tageszeitung: Die nächste Generation Windräder darf 300 Meter hoch werden. Die EU fördert die Entwicklung. Zum Verständnis der Größe: Es ist etwa die doppelte Höhe des Kölner Doms.

Man kann für oder gegen Windkraft sein. Man sollte nur die Fakten kennen. Windenergie erzeugt Strom. Allerdings häufig dann, wenn er nicht gebraucht wird. Wenn in Europa in frostklaren Nächten

 

im Winter extrem viel Strom benötigt wird, dann stehen Windräder halt still. In den USA verabschiedet man sich aus solchen und vielen anderen Gründen derzeit wieder von der Windenergie. Nicht nur in Hawaii rosten riesige Windparks vor sich hin. Immerhin schon 14.000 Windräder wurden in den USA jetzt wieder dauerhaft abgeschaltet, etwa 38.000 sind noch in Betrieb. In einem ausführlichen Bericht der Londoner Daily Mail zur Windenergie ist auch der Hinweis auf EU-Pläne enthalten, die größten Windanlagen der Welt zu fördern: 300 Meter dürfen sie künftig (ohne Propeller) hoch werden. Während Windanlagenbetreiber überall in Deutschland Personal abbauen müssen, die Windparks in der Nordsee nur noch bei Journalisten Wind in den Blättern erzeugen und Flaute beim Thema Windenergie herrscht, setzt die EU weiterhin auf eine Technologie, die nicht nur Freunde hat.

 

 

Derweil regt sich überall in Deutschland Widerstand in der Bevölkerung gegen den Bau neuer Windparks. Ob im norddeutschen Obernholz, im westfälischen Haltern oder im bayerischen Zöschingen – überall gibt es Gegenwind. Und immer mehr Gerichte stellen sich auf die Seite des Naturschutzes und verhindern den Bau neuer Windanlagen. Naturschutz geht vor Profit – das haben soeben hessische Verwaltungsrichter so entschieden. Windparks wurden eben bislang häufig auf Kosten des Naturschutzes errichtet. Windparks rufen heute eben sofort Naturschützer auf den Plan. Denn Windkraft ist eben keineswegs so naturnah wie die Konzerne es gern darstellen. Windparks sind nüchtern betrachtet nichts anderes als Vogelschredder. Und die Windparkbranche glänzt seit Wochen mit in den Mainstreammedien verschwiegenen Korruptionsgeschichten.

 

Und nun will die EU also 300 Meter hohe Windräder in die Landschaft stellen lassen. Die größten Windräder der Welt stehen derzeit in Rheinland-Pfalz. Sie haben eine Höhe von 198 Metern. Noch größere Anlagen sind ebenfalls in Rheinland-Pfalz in der Vorplanung – ausgerechnet an der Gemarkungsgrenze des Kurorts Bad Marienberg. Man darf nun gespannt sein, wer mehr Gewicht haben wird: Der dort nistende und vom Aussterben bedrohte Rote Milan und die vielen seltenen Fledermausarten, die in den alten Basaltbrüchen nisten, oder die Vogelschredder, die ihrem Lebensraum ein Ende setzen werden. Bei näherer Betrachtung ist es jedenfalls zweifelhaft, ob immer mehr Windräder mit dem Naturschutz noch zu vereinbaren sind. Immer mehr Naturschützer protestieren auf ihre eigene Art gegen den Bau von immer mehr Windrädern: Sie kaufen in kleinen Gruppen dort, wo der Wind am meisten pfeift, ein Feld oder ein Stück Wald. Und als Eigentümer und Naturschützer verhindern sie dann den Bau von Windanlagen. Es ist eine völlig neue, aber sehr erfolgreiche Taktik.

 

 

 


 

 

 

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