Brasilianische Landwirte erklären »Monsanto« den Krieg
David Gutierrez
Landwirte zweier unabhängiger brasilianischer Vereinigungen bereiten Klagen gegen den Biotechnologie-Konzern »Monsanto« vor. Dabei geht es um Lizenzgebühren, die das Unternehmen für seine genmodifizierte Sojabohne »Roundup Ready« verlangt.
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Roundup Ready wurde gentechnisch so verändert, dass sie herbizidresistent gegenüber dem ebenfalls von Monsanto hergestellten Herbizid Roundup mit seinem Wirkstoff Glyphosat ist. Allein im brasilianischen Bundesstaat Matto Grosso nimmt diese gentechnisch modifizierte Pflanzenart die Hälfte der gesamten Anbaufläche ein. Und auf der Hälfte der gesamten landwirtschaftlichen Anbaufläche des nördlichen Teils des Bundesstaates werden genmanipulierte Pflanzen angebaut.
Die Landwirtschaftsvereinigung von Sinop im Norden Matto Grossos erklärte vor Kurzem, nachdem verschiedene Treffen mit Monsanto, auf denen man versucht habe, positive Beschlüsse zu erreichen, ergebnislos geblieben seien, bereite man jetzt eine Klage vor Gericht gegen das Unternehmen vor. Die Vereinigung wehrt sich zum einen gegen die Unternehmenspraxis, die Lizenzgebühren für ihr gentechnisch verändertes Saatgut zweimal zu verlangen. Zum anderen lehnt sie die immens hohen Preise ab, die Monsanto für sein Saatgut verlangt. »Im Januar verlangten sie 0,45 Real (20 Cent) pro Kilogramm Saatgut, das entspricht einem Drittel des Sackpreises«, erklärte der Vorsitzende der Vereinigung, Antiono Galvan.
Noch grundsätzlicher lehnt die Landwirtschaftsvereinigung das Vorgehen des Unternehmens ab, in der Erntezeit nochmals Lizenzgebühren zu verlangen. Das Unternehmen untersucht das gesamte im Depot
angelieferte Saatgut daraufhin, ob es gentechnisch verändert ist oder nicht, und fordert dann Lizenzgebühren von allen Landwirten, die gentechnisch verändertes Saatgut liefern und dafür nicht bereits gezahlt haben. Die Landwirte argumentieren, dieses Vorgehen berücksichtige eine mögliche Kontamination des Lagers nicht und bestrafe Landwirte, deren Saatgut ungewollt durch Fremdbestäubung mit Monsanto-Produkten kontaminiert wurde.
»Fremdbestäubung kann beispielsweise vorkommen, wenn während der Blütezeit Felder mit genmanipulierten Sojabohnen und nicht manipuliertem Saatgut nebeneinander liegen«, meinte Galvan, »Zu einer Kontamination kann es auch kommen, wenn die Maschinen während der Erntezeit nicht sorgfältig gereinigt werden und Überreste genmanipulierter Bohnen in und an der Maschine bleiben. Später geerntete Bohnen würden dann ebenfalls als genmanipuliert ausgewiesen.«
Mit der »Vereinigung der Sojabohnen- und Mais-Erzeuger Matto Grosso« will noch eine weitere Landwirtschaftsvereinigung wegen der hohen Lizenzgebühren gegen Monsanto klagen. Zugleich wehrt sie sich gegen den Druck des Unternehmens auf die Landwirte, nur genmanipuliertes Saatgut zu kaufen.
Quelle: http://www.organicconsumers.org/articles/article_20196.cfm
NaturalNews
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