Die Abzocke geht weiter: neue Blitzgeräte in der Schweiz und Österreich
Thomas Mehner
Heimlichkeiten sind Schlechtigkeiten – diese Volksweisheit ist alt. Unsere Vorfahren konnten sich darüber hinaus zudem darauf verlassen, dass, wenn sie einen Blitz sahen, er noch aus dem Himmel auf die Erde hernieder zuckte. In der Gegenwart ist das alles anders …
Heute wird (heimlich) geblitzt, was das Zeug hält. Sie stehen – oft gut versteckt – am Straßenrand an und unter Büschen, in Einfahrten, an schwer einsehbaren Stellen: die Blitzgeräte der Polizei, um die Damen und Herren Raser zu identifizieren, die mit dem Bleifuß durch die Gegend fahren. Es steht außer Frage, dass mancher fahrende Zeitgenosse viel zu schnell unterwegs ist und dass demzufolge die Ordnungshüter Maßnahmen ergreifen müssen, um die Sicherheit auf unseren Straßen zu gewährleisten, insbesondere dort, wo Kinder unterwegs sind. In gar nicht wenigen Fällen findet man die Blitzgeräte aber auch an Orten, an denen eine Geschwindigkeitsmessung eher den Verdacht erregt, als gehe es nur um Geld, um Abzocke. Böse Zungen behaupten gar, manche Städte würden fest mit den Einnahmen aus Geschwindigkeitsübertretungen und anderen Verkehrsdelikten rechnen – und ein Einnahmesoll vorgeben. Planwirtschaft lässt grüßen!
In den letzten Jahren hat die Polizei aufgerüstet: Laserpistolen und blitzende Mülltonnen kommen nunmehr zum Einsatz, auch aus parkenden Fahrzeugen heraus wird geblitzt. Jeder kennt das, der mit seinem zwei- und vierrädrigen Vehikel unterwegs ist.
Die Österreicher und die Schweizer haben sich nun etwas neues einfallen lassen, um die autofahrende, zahlungskräftige »Kundschaft« noch öfter zur Strecke zu bringen. In der Schweiz sind bereits Fahrzeuge im Einsatz, die die Geschwindigkeitsmessung mit einem eingebauten Gerät, das sich im Fond des Wagens befindet, vornehmen. Kaum zu erkennen, wie das Bild zeigt. Wer achtet schon auf eine Ausstülpung an der hinteren Fahrzeugtür?

Die Österreicher mögen es scheinbar lieber stationär – und bauen in die Leitplanken von Schnellstraßen und Autobahnen fest installierte, bei zügiger Fahrt kaum auszumachende Blitzgeräte ein, wie das nachfolgende Bild zeigt.

Wirklich interessant, auf was man für Ideen kommt, wenn es darum geht, an die mühsam erarbeiteten Franken und Euros der Bürger zu gelangen. Da beweist man Kreativität, die man an anderer Stelle – wo sie nötig wäre – eher vermissen lässt. Es geht eben doch nur ums Geld, und erst in zweiter Linie um Sicherheit.
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