Wednesday, 25. May 2016
01.03.2014
 
 

Ukrainische Rechtsradikale erklären, ihre politische Macht komme aus den Gewehrläufen

Dr. Paul Craig Roberts

Wenn es überhaupt eine Regierung in der post-»revolutionären« Ukraine gibt, werden ihre Gesetze von waffentragenden und Drohungen ausstoßenden Schlägern rechtsradikaler, russenfeindlicher, ultranationalistischer Parteien diktiert. Als Beleg sehe man sich nur dieses Video an, in dem der bewaffnete Schläger Alexander Musitschko, der sich damit brüstet, in Tschetschenien russische Soldaten getötet zu haben, dem russischen Regionalparlament in Riwne befiehlt, den Familien von Demonstranten Wohnungen zu geben.

 

Oder man nehme die Rechtsradikalen, die die Zentrale Wahlkommission (ZWK) einschüchtern, um Wahlvorschriften und personelle Veränderungen zu erzwingen, die die Ultrarechten bei den kommenden Wahlen bevorzugen. Der Schläger Alexander Schewtschenko informierte die ZWK, es würden sich weiterhin bewaffnete Aktivisten in den ZWK-Büros aufhalten, um sicherzustellen, dass

die Wahl nicht zu Ungunsten der Ultranationalisten manipuliert werde. In Wirklichkeit meint er natürlich, die bewaffneten Schläger sollen garantieren, dass die Rechtsextremen gewinnen. Sollten sie nicht gewinnen, besteht die große Gefahr, dass sie dennoch nach der Macht greifen.

 

Einige Mitglieder der regierenden Partei von Präsident Wiktor Janukowytsch, der Partei der Regionen, wurden erschossen, gegen andere wurde Haftbefehl erlassen oder sie mussten miterleben, wie ihre Privathäuser durchsucht und sie selbst physisch bedroht wurden. Viele treten nun von ihren Ämtern und Funktionen zurück und hoffen damit, das Leben ihrer Familien und ihr eigenes zu retten. Die Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft im Oblast Wolhynien in der Westukraine wurden von den Ultranationalisten massenweise zur Kündigung »aufgefordert«.

 

Jüdische Synagogen und östlich-orthodoxe Kirchen wurden angegriffen


Es klingt vielleicht ein bisschen nach Eigenlob, aber ich war vielleicht der erste und einzige, der vorher sagte, dass das Vorgehen Washingtons, die proeuropäischen ukrainischen Politiker zu einem Putsch gegen die gewählte Regierung der Ukraine zu bewegen, die Demokratie zerstören und einen Präzedenzfall dafür schaffen würde, dass Gewalt über Wahlergebnisse triumphiert. Damit würden insbesondere die organisierten und bewaffneten rechtsextremen Kräfte gestärkt.

 

Und genau das ist auch geschehen. Es fällt auf, dass niemand in der Regierung Obama so viel Verstand aufbrachte, die offensichtlichen Folgen ihrer selbstgefälligen und selbstgerechten Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ukraine zu erkennen.

 

Wenn ein demokratisch gewählter Präsident und eine Regierungspartei so einfach durch bewaffnete Rechtsradikale gestürzt werden können, welche Chance haben dann überhaupt die von Washington bezahlten Marionetten unter den so genannten »Moderaten«, eine stabile Regierung zu bilden? Diese bestehen aus den korrupten Leuten, die Präsident Janukowytsch stürzen wollten, um sich selbst die Taschen voll stopfen zu können. Die Korruptionsvorwürfe gegen Janukowytsch waren nur der Vorwand für die illoyalen, undemokratischen »moderaten« Putschisten, um an die Macht zu kommen und dann von Washington mit Millionen von Dollar dafür belohnt zu werden, die Ukraine in die Europäische Union und die NATO zu »integrieren«.

 

Die von Washington bezahlten Putschisten erhalten nun ihre gerechte Belohnung, wenn sie nun in feigem Schweigen dasitzen, wenn der rechtsradikale Musitschko mit seinem Sturmgewehr AK-47 Vertreter einer Regionalregierung einschüchtert und ihnen ins Gesicht sagt: »Wagt es ja nicht, mir mein Gewehr wegzunehmen.« Nur Obama, Susan Rice, Victoria Nuland und die europäischen Handlanger Washingtons sowie die verkommenen westlichen Medien besitzen die Unverfrorenheit, die brutale Wirklichkeit nach dem Putsch in der Ukraine als »Vormarsch der Demokratie« zu bezeichnen.

 

Der Westen steht nun vor einem riesigen Scherbenhaufen, aber das Gleiche gilt auch für Russland. Die korrupten Medien werden alles daransetzen, zu verhindern, dass die amerikanische Öffentlichkeit jemals erfährt, was wirklich geschehen ist, und auch das Obama-Regime wird das Fiasko niemals einräumen. Es ist auch längst nicht sicher, ob die Russen dies tun werden. Der intelligente, vernünftige und menschliche russische Außenminister Sergei Lawrow, hundert Mal fähiger als der verabscheuungswürdige John Kerry, äußert sich immer noch so, als wäre das Ganze ein großes Missverständnis, und appelliert an die westlichen Regierungen, an der Vereinbarung festzuhalten, die zu unterzeichnen sie zuvor Präsident Janukowytsch gedrängt hatten.

 

Janukowytsch ist Geschichte, aber das gilt genauso für Washingtons »moderate Kräfte«. Diese »Moderaten« sind nicht nur korrupt, sie sind auch noch dumm. Diese Idioten lösten sogar die Bereitschaftspolizei Berkut auf und überließen sich damit auf Gedeih und Verderb der Gnade der bewaffneten rechtsextremen Schlägertruppen.

 

Die Lage in der Ukraine ist außer Kontrolle geraten. Das ist eben das Ergebnis, wenn sich eine arrogante, aber dumme Staatssekretärin im Außenministerium (Victoria Nuland) mit einem ebenso arroganten und dummen amerikanischen Botschafter (Pyatt) zusammentut, um schon einmal ihre Kandidaten für führende Machtpositionen auszusuchen, sollte ihr Putsch gegen den gewählten Präsidenten Erfolg haben. Die Unwissenden und Getäuschten, die bestreiten, dass eine solche Verschwörung jemals stattgefunden habe, können sich hier das Gespräch zwischen Nuland und Pyatt anhören.

 

Die jetzige Situation wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Krieg führen. Nur Putins diplomatische Fähigkeiten könnten das verhindern. Aber Putin wurde von Washington und den korrupten Vertretern der amerikanischen Print- und Fernsehmedien dämonisiert. Und europäische und britische Politiker müssten in Zukunft auf ihre Geldgeschenke aus Washington verzichten, sollten sie sich mit Putin verbünden.

 

Krieg scheint unvermeidlich, weil die westliche Öffentlichkeit zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt und nicht bei der Sache ist. Je mehr Fakten und Informationen ich vorlege, desto öfter erhalte ich E-Mails, in denen die »aufrichtigen [und gut bezahlten] und ehrenwerten Proteste der Demonstranten gegen Korruption« verteidigt werden, als ob es jemals wirklich um Korruption gegangen wäre. Von Ukrainern und Menschen ukrainischer Abstammung, die jetzt in Kanada und den USA leben, höre ich, der Hass auf Russen sei für Ukrainer eine normale Einstellung, weil die Ukraine unter dem Kommunismus enorm gelitten hätte. Als ob nur die Ukraine unter dem Kommunismus, der 1991 von der Bildfläche verschwand, gelitten hat, und die jetzige Situation nichts mit dem amerikanischen Putsch zu tun hat, der nun von den Rechtsradikalen zur Machtergreifung benutzt wird.

 

Zweifellos mussten viele Menschen – auch Russen – unter dem Kommunismus leiden. Aber wiegt dieses Leiden schwerer als das Leid der japanischen Zivilbevölkerung, die zweimal von den USA, die für sich eine Sonderstellung beanspruchen, mit Atombomben angegriffen wurde, oder schwerer als das Leiden der deutschen Zivilbevölkerung, deren Städte – ähnlich wie Tokio – durch Brandbomben der »unverzichtbaren« USA zerstört wurden?

 

Japan und Deutschland sind heute Marionettenstaaten Washingtons. Im Gegensatz dazu war die Ukraine ein unabhängiges Land mit engen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland. Und genau diese Beziehungen wollte Washington zerstören.

 

Mit seinem Vorgehen hat das rücksichtslose und unfähige Washington die Büchse der Pandora geöffnet und damit weiteres Übel in die Welt gebracht. Die negativen Folgen und das Leiden daran werden nicht auf die Ukraine beschränkt bleiben.

 

Es gibt zahlreiche Gründe dafür, dass sich die Lage wahrscheinlich massiv zum Schlechteren wenden wird. Einer der Gründe hat damit zu tun, dass die meisten Menschen nicht in der Lage sind, mit der Realität umzugehen, selbst wenn sie direkt mit ihr konfrontiert werden. Nachdem ich die bekannten Fakten vorgelegt hatte, erhielt ich unter anderem folgende Reaktionen: »Sie sind ein Agent Putins«, »Sie hassen Ukrainer«, »Sie verteidigen Korruption« oder »Sie wissen nicht, wie die Ukrainer unter Stalin gelitten haben«.

 

Obwohl ich mich an der Universität mit Russland-Forschung befasst habe, 1961 am amerikanisch-russischen Studentenaustauschprogramm teilnahm, mehrfach Russland, Georgien, die Ukraine und Usbekistan besuchte, in Fachzeitschriften der Slawistik und Russlandforschung wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht habe, zweimal zu Vorträgen vor der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften eingeladen war und sogar von der CIA gebeten wurde, darzulegen, warum die sowjetische Wirtschaft entgegen den Prognosen der CIA zusammenbrach – soll ich nun gar nichts über das Leiden der Menschen unter dem Kommunismus wissen?

 

Die Bereitschaft der Leser, mir mit dieser völligen Unwissenheit und Dummheit entgegenzutreten, ist schon erstaunlich. Viele Menschen sind offenbar davon überzeugt, dass die Wirklichkeit ihrem Wunschdenken entspricht. Für geistig nicht so leistungsstarke und emotional schwache Menschen, die aber, auch wenn sie mit Beweisen konfrontiert werden, die ihre falschen Vorstellungen widerlegen, dennoch an diesen festhalten, scheint die Realität unerträglich zu sein. Dass so viele Menschen getäuscht werden können und Washington aufgrund seiner Hybris nicht in der Lage ist, einen Fehler einzuräumen, führt dazu, dass die Destabilisierung der Ukraine für uns alle zum Problem wird.

 

RT berichtete: »Der russische Präsident Wladimir Putin ordnete ein Dringlichkeitsmanöver an, um die Gefechtsbereitschaft der Streitkräfte in West- und Mittelrussland zu prüfen.« Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind an diesem Überraschungsmanöver Bodentruppen, die Luftwaffe, Luftlandeeinheiten und die Luftraumverteidigung beteiligt. Und Verteidigungsminister Sergei Schoigu erklärte: »Die Manöver stehen in keinem Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ukraine.«

 

Natürlich. Der Verteidigungsminister äußert sich in dieser Weise, weil Putin immer noch hofft, dass die Europäische Union doch noch zur Vernunft kommt. Meiner Ansicht nach, und ich hoffe, ich liege falsch, sind die führenden europäischen Politiker aufgrund der finanziellen Zuwendungen aus Washington zu korrupt, um noch zur Vernunft zu kommen. Sie haben sich bestechen lassen. Für sie ist nichts wichtiger als Geld.

 

Aber fragen Sie sich doch einfach mal selbst, warum Russland gerade zum jetzigen Zeitpunkt ein Dringlichkeitsmanöver zur Überprüfung der Gefechtsbereitschaft durchführt, das in keinem Zusammenhang zu den Ereignissen in der Ukraine steht? Jeder, der sich auch nur ein wenig mit Geografie auskennt, weiß, dass sich West- und Mittelrussland über der Ukraine befinden.

 

Wir sollten alle die Daumen drücken, dass es trotz der unbekümmerten westlichen Öffentlichkeit, der unerträglichen Feigheit der gewissenlosen Medien, der korrupten europäischen Handlanger Washingtons und der unglaublichen Verlogenheit der Verbrecher, die in Washington regieren, nicht zu einem weiteren Krieg kommt.

 

 

 

 


 

 

 

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