Mittelmeerkost aus der Mafia-Küche
Edgar Gärtner
Mittelmeerkost gilt als extrem gesund. Unzählige Zeitschriften und Lebensmittelfachleute preisen die Vorzüge an. Doch wenn Sie diesen Artikel gelesen haben, dann dürfte Ihnen nicht nur der Appetit auf Mittelmeerkost vergehen.

Mittelmeerkost besteht aus frischen Salaten und Kräutern, angemacht mit kalt gepresstem Olivenöl und Balsamico und verfeinert mit Büffelmozzarella und Anchovis-Paste. Das alles erfreut sich auch in unseren Breiten nicht nur wegen des leckeren Geschmacks wachsender Beliebtheit. Und das hat natürlich auch die Mafia mitbekommen. Sie hat ihr Geschäftsgebaren seit Langem darauf eingestellt. Schon im Jahre 2008 klagte der US-Konsul in Neapel in einem Telex nach Washington über mit
Pestiziden belastete Billigäpfel aus Moldawien, die als italienische Edeläpfel angeboten wurden. Und er berichtete über Brot, das mit giftigen Zusätzen haltbar gemacht worden war. Seine Depeschen tauchten viele Jahre später bei WikiLeaks im Internet auf. Der Informationsdienst Kopp Exklusiv berichtete als erster ausführlich darüber.
Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurden die verbreiteten Lebensmittelpanschereien erst, als vor kurzem Giuseppe Mandara in Zusammenhang mit der Operation »Buffalo« verhaftet wurde. Der Neapolitaner hatte sich als »Armani des Mozzarella« einen Namen gemacht. Er gehörte zu den größten Mozzarella-Anbietern der Welt. Bei den gegen ihn und seine Firmen eingeleiteten Ermittlungen wurde bekannt, dass er in großem Stil gewöhnlichen Kuhmilchmozzarella, angereichert mit Milchpulver aus Bolivien, zu edlem Büffelmozzarella umdeklariert hatte. Der Mann war Mitglied der neapolitanischen Camorra. Und die hatte Hunderte von Millionen Euro, die aus dem Drogenhandel und anderen krummen Geschäften stammten, in seine Betriebe investiert. Die neapolitanische Camorra hat Lebensmittelfälschungen zu einem neuen Schwerpunkt ihrer Geschäftszweige erkoren. Lesen Sie, welche Lebensmittel Sie besser nicht mehr essen sollten.
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