Sonntag, 4. Dezember 2016
15.01.2011
 
 

Europa und Japan wollen Verträge mit Australien wegen GVO-Verunreinigungen kündigen

Ethan A. Huff

Australien geht mit einer möglichen Aufweichung der Standards im Zusammenhang mit gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) ein hohes Risiko ein. Einem Bericht der australischen Tageszeitung The Australian zufolge erwägen Europa und Japan, ihre Lieferverträge von GVO-freiem Getreide mit australischen Lieferanten zu kündigen. So verlor der Landwirt Steve Marsh sein Zertifikat als Biolandwirt, weil seine Felder durch gentechnisch veränderten Raps verunreinigt worden waren.

GVOs sind in Australien noch nicht sehr verbreitet, und in einigen australischen Bundesstaaten sogar immer noch verboten. Aber in einigen Regionen wurde auf politischen Druck hin die Vergrößerung der Anbaufläche gentechnisch veränderter Pflanzen ermöglicht. Damit ist die Vorrangposition Australiens als Exporteur GVO-freier Agrarerzeugnisse, vor allem bei Raps, gefährdet. Wenn diese Entwicklung so weiter geht, könnte Australien seine Position auf den GVO-freien Märkten verlieren.

Die Warnungen vor einem Handelstopp erfolgten seitens mindestens vier europäischer und zwei japanischer Importeure, nachdem festgestellt worden war, dass ein Feld mit gentechnisch verändertem Raps in Westaustralien eine Fläche von etwa 2,2 Quadratkilometern eines nahegelegenen landwirtschaftlichen Betriebes, der Bioweizen anbaut, verunreinigt hatte. Der amtierende australische Minister für Landwirtschaft und Ernährung, Terry Redman, reagierte darauf mit der Forderung, die australischen Biostandards herabzusetzen, was allerdings die Empörung nur weiter verschärfte.

»Die europäischen Verbraucher lehnen gentechnisch veränderte Pflanzen weiterhin kategorisch ab, und als europäische Importeure müssen wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren«, hieß es in einem Schreiben der europäischen Importeure, das The Australian vorliegt. Mit anderen Worten, sollte es der politischen Führung Australiens nicht gelingen, den Vormarsch der GVOs zu stoppen, steht die Integrität der gesamten GVO-freien Agrarindustrie auf dem Spiel.

Indes beginnen GVO-freie und Biolandwirte wie Steve Marsh die Angelegenheit in ihre eigenen Hände zu nehmen und sich gegen die Agro-Giganten zu wehren, die ihre Existenzgrundlage zerstören. Verschiedene Gruppierungen wie etwa die Nationale Vereinigung für nachhaltige Landwirtschaft (NASA) oder das Netzwerk besorgter Landwirte (NCF) haben darauf hingewiesen, sollten sich GVO-freie Landwirte mit ihren Klagen gegen Monsanto und ähnliche Unternehmen durchsetzen, schüfe das eine ganz neue Situation.

»Landwirte, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen, sollten besorgt sein, weil sie letztlich haftbar gemacht werden können. Andere GVO-freie Landwirte könnten dann dem Beispiel der anderen folgen. Wir könnten alle das Gleiche tun und eine Sammelklage anstreben, wenn nicht klar ist, wer der Verursacher ist«, erläuterte Julie Newman vom NCF gegenüber australischen Journalisten unter Bezug auf Klagen gegen Landwirte, die GVOs anbauen und denen Verunreinigung vorgeworfen wird.

 

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Quellen zu diesem Artikel unter:

http://www.theaustralian.com.au/news/nation/europe-japan-gm-canola-threat/story-e6frg6nf-1225976838667

 

NaturalNews



 

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