Wednesday, 31. August 2016
29.12.2013
 
 

Amerikanische NGO in Proteste in der Ukraine verwickelt

F. William Engdahl

Den jüngsten Protesten in der Ukraine haftet der schale Beigeschmack eines vom Ausland inszenierten Versuchs an, die Regierung von Wiktor Janukowytsch zu destabilisieren. Janukowytsch hatte sich geweigert, ein Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen, durch das ein Keil zwischen Russland und die Ukraine getrieben worden wäre. Der zum politischen Guru gewandelte Boxchampion Vitali Klitschko trifft sich mit Vertretern des US-Außenministeriums und unterhält enge Verbindungen zu Angela Merkels CDU-Apparat in Deutschland. Dem Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine widersetzen sich auch viele EU-Mitgliedsstaaten, die selbst mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Die beiden EU-Vertreter, die sich mit größtem Nachdruck dafür einsetzen – der schwedische Außenminister Carl Bildt und Polens Außenminister Radosław Sikorski –, sind in der EU für ihre Nähe zu Washington nur allzu gut bekannt. Die USA puschen die Integration der Ukraine in die EU, genauso wie sie schon 2004 hinter der gescheiterten »Orangenen Revolution« gestanden haben.

 

Die Absicht ist, die Ukraine von Russland zu trennen und Russland dadurch zu isolieren und zu schwächen. Jetzt fanden Ukrainer Beweise für eine direkte Beteiligung der von den USA finanzierten Belgrader Trainingsgruppe CANVAS an den mit größter Sorgfalt inszenierten Protesten in Kiew.

 

Es liegt ein Exemplar des Flugblatts vor, das an oppositionelle Demonstranten in Kiew verteilt wurde – und es ist eine wörtliche Übersetzung, mit denselben Bildern, des Flugblatts, das Aktivisten der US-finanzierten Organisation CANVAS 2011 auf dem Tahrir-Platz in Kairo verteilten. Die damaligen Proteste führten zum Sturz Husni Mubaraks und ebneten den Weg für die von den USA unterstützte Moslembruderschaft. Das untenstehende Foto zeigt beide Flugblätter im direkten Vergleich:

 

Das Foto links stammt vom Tahrir-Platz, das rechte aus Kiew, und hier folgt das englische Original, welches die Belgrader NGO CANVAS verwendete:

 

Die Organisation CANVAS, vormals Otpor!, erhielt im Jahr 2000 vom US-Außenministerium erhebliche finanzielle Mittel für die Vorbereitung der ersten erfolgreichen Farbenrevolution gegen Slobodan Milošević im damaligen Jugoslawien. Seitdem hat sich die Organisation in ein Vollzeit-»Revolutionsberaterbüro« für die USA gewandelt. Nominell tritt sie als serbische Basisbewegung auf, die sich für »Demokratie« einsetzt. Wer kommt schon auf die Idee, dass eine NGO aus Serbien eine Frontorganisation für einen von den USA unterstützten Regimewechsel sein könnte?

 

Die seltsame ukrainische »Opposition«

 

Direkte Quellen in Kiew berichten mir, die regierungsfeindlichen Demonstranten seien mit Geld unter Studenten und Arbeitslosen rekrutiert worden, die per Bus in die Kiewer Innenstadt gekommen seien. Besonders verräterisch ist das spektakuläre Auftauchen des Boxchampions Vitali Klitschko als der mutmaßlich weise Politiker, der die Ukraine in die Zukunft führt.

 

Zweifellos ist eine Karriere, bei der man andere Boxer k.o. schlägt, eine ausgezeichnete Vorbereitung für eine Position als Staatsmann – ich allerdings würde da doch Bedenken anmelden. Es erinnert an die Wahl des mittelmäßigen Hollywood-Filmschauspielers Ronald Reagan zum US-Präsidenten. Interessanter an dem Sprecher der »Opposition« Klitschko ist jedoch, wer seine Freunde sind.

 

 

Unterstützt wird er von der Europabeauftragten im US-Außenministerium, Victoria Nuland. Nuland, ehemals US-Botschafterin bei der NATO, ist eine Neokonservative. Ihr Ehemann ist der führende neokonservative Kriegsfalke Robert Kagan. Sie selbst war früher Beraterin von Dick Cheney. Klitschko unterhält außerdem sehr freundschaftliche Beziehungen zur deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Merkel möchte Klitschko 2015 bei seiner Bewerbung um das Präsidentenamt in der Ukraine unterstützen.

 

Ein weiterer Hinweis darauf, dass sich hinter der »Demokratie«-Opposition ein finsterer Plan verbirgt, ist der inhaltliche Schwenk der Demonstranten, die zuvor den Zugang zur EU gefordert hatten und jetzt den sofortigen Rücktritt der Janukowytsch-Regierung verlangen. Klitschko und die Opposition nutzten ein bedauerliches Eingreifen der Polizei gegen Demonstranten aus, um die Proteste von wenigen Hundert auf Zehntausende auszuweiten.

 

Am 18. Dezember nahm die ukrainische Regierung Klitschko allerdings zumindest teilweise den Wind aus den Segeln, als sie ein umfangreiches Wirtschaftsabkommen mit Russland unterzeichnete, in dem sich Russland verpflichtet, den Preis für das in die Ukraine exportierte Gas von derzeit über 400 Dollar um ein Drittel auf 268,50 Dollar pro 1000 Kubikmeter zu senken und zusätzlich 15 Milliarden Dollar ukrainische Staatsschulden in Euro-Bonds aufzukaufen. Das verschafft der Ukraine Luft, einen Staatsbankrott abzuwenden und in Ruhe über die Zukunft zu verhandeln.

 

 

 


 

 

 

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