Führendes Forschungsinstitut in der EU stellt GVO-Forschung ein
F. William Engdahl
Das führende agrarwissenschaftliche Forschungsinstitut in Europa hat entschieden, die Forschung über gentechnisch veränderte (GVO) Feldfrüchte einzustellen. Die Entscheidung bedeutet einen herben Rückschlag für Monsanto, Bayer, BASF, Syngenta und die gesamte Agrobusiness-Lobby, die verzweifelt bemüht ist, in der EU die Zulassung für ihre Genpflanzen zu erhalten.

INRA, das größte agrarwissenschaftliche Forschungsinstitut in Europa, stellt die GVO-Forschung ein.
Das Nationale Institut für Agrarforschung INRA in Paris hat angekündigt, dass die Entwicklung neuer GVO-Feldfrüchte eingestellt wird. Bei einem Interview erklärte die INRA-Direktorin Marion Guillou: »Wir werden keinerlei Forschung im Bereich der GVO-Innovation mehr betreiben.«
Die Ankündigung ist ein schwerer Schlag für die mächtige GVO-Agrobusiness-Lobby. INRA beschäftigt über 1.800 Wissenschaftler, das Institut ist europaweit führend in der Veröffentlichung wissenschaftlicher Artikel im Landwirtschaftsbereich. In Zukunft soll der Schwerpunkt auf konventionelle Pflanzenarten gelegt werden.
Als Grund nannte Guillou den entschiedenen Widerstand der Bevölkerung in Europa gegen GVO-Feldfrüchte. »Da die Menschen in Europa keine GVO kaufen wollen, konzentrieren wir uns besser auf andere Technologien«, sagte sie.
Nach geltendem EU-Recht sind bislang erst zwei GVO-Sorten für den Anbau zugelassen, der jedoch in den 27 Mitgliedsländern bei einer Gesamtanbaufläche von 134 Millionen Hektar auf insgesamt 100.000 Hektar begrenzt ist.
Dies steht in deutlichem Kontrast zu den Vereinigten Staaten, wo es die Agrobusiness-Lobby geschafft hat, dass GVO seit Anfang der 1990er-Jahre ohne vorherige staatliche Tests zugelassen werden. Man beruft sich allein auf angebliche Testergebnisse von Monsanto und anderen Produzenten, die nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Frankreich – der größte Getreideproduzent in der EU, dessen Bevölkerung die GVO entschieden ablehnt – hat 2008 nach Protesten örtlicher Gruppen den Anbau von GVO-Feldfrüchten verboten.
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