Wednesday, 24. August 2016
14.07.2015
 
 

Griechische Schuld und die Perfidie der Syriza

F. William Engdahl

In der derzeitigen gefährlichen Phase der Krise um Griechenland und der Knebelforderungen der Troika wird eines deutlich: Es wäre nie so weit gekommen, wenn sich die Griechen nicht schuldig an der Verschuldung ihres Landes gefühlt hätten. Als Konsequenz dieses Schuldgefühls seit Beginn der Krise im Oktober 2009 wandelt sich die Lage rapide zu einer humanitären Katastrophe, in der mittlerweile ein ganzes Volk vom Untergang bedroht ist.

 

In einem früheren Beitrag habe ich den ehemaligen Finanzminister Gianis Varoufakis als trojanisches Pferd für die in- und ausländischen Oligarchen beschrieben, die die Griechen hinters Licht führen, um sie zu brechen und damit die Hoffnung auf Schuldenerleichterung oder -streichung zu zerschlagen.

 

Am 5. Juli stimmten die Griechen in einem Referendum darüber ab, ob die Forderungen der Troika nach weiterer Sparpolitik als Bedingung für den Verbleib in der Euro-Zone akzeptiert werden sollten oder nicht. Rund 61 Prozent der Wähler stimmten mit einem klaren Nein gegen die Sparforderungen der Troika. Tsipras und Varoufakis hatten für dieses Nein geworben und den Wählern vorgemacht, dadurch erhielten sie in Brüssel und Berlin eine »stärkere Hand«, um der Troika bessere Bedingungen abzutrotzen.

 

Stattdessen erklärte Tsipras am 9. Juli, er habe einen neuen Vorschlag übergeben, der sich bei näherem Hinsehen als praktisch identisch mit den Forderungen der Troika erwies, die die griechischen Wähler gerade vehement abgelehnt hatten. Dieser Verrat bewirkt eine Demoralisierung, wenn nicht Schlimmeres.

 

Nach Varoufakis‘ Rücktritt unmittelbar nach der Abstimmung am 6. Juli ernannte Tsipras Efklidis Tsakalotos zum neuen Finanzminister. Tsakalotos ist ein Oxford-Absolvent, studierter »marxistischer« Ökonom und Freund des anderen Café-»Marxisten« Gianis Varoufakis, aber auch Sprössling einer reichen Familie von Reedern, Landbesitzern und Militärs. Es scheint ein bisschen seltsam für eine Regierung, die vorgibt, gegen Troika, IWF und deren System der Schuldensklaverei zu Felde zu ziehen.

 

Jetzt wird deutlich, dass Tsipras und Finanzminister Tsakalotos das Kapitulationsangebot gegenüber weiteren Sparmaßnahmen mithilfe beratender hochrangiger französischer Bürokraten entworfen haben, die Frankreichs Präsident Hollande persönlich zu Tspiras geschickt hatte. Per definitionem hat die Syriza-Partei damit Verrat gegen das griechische Volk begangen und das durch das Referendum gewonnene Vertrauen verspielt.

 

Es zeigt sich immer klarer, dass die Griechenlandkrise seit 2009 von vorn bis hinten aus dem Ausland und auch aus Griechenland selbst inszeniert war und ist. Das war nur möglich, weil sich die Griechen 2009 schuldig fühlten und glaubten, sie müssten durch Zahlungen an die Banker bestraft werden.

 

Genauso hielten sie sich für schuldig, als sie nach Papandreou mehrere Regierungen ins Amt wählten, die sie mit einer Sparmaßnahme nach der anderen bestraften. Dasselbe Schuldgefühl veranlasste sie, sich trotz aller Härten den Verbleib in der Euro-Zone zu wünschen.

 

Schuld und das Große Schisma

 

Schuld ist ein schreckliches Gefühl, es kann bei Betroffenen fürchterliche Folgen haben. Oft bringt das Schuldgefühl – ein völlig nutzloses Gefühl, weil es nichts löst und unsere Lage nur verschlimmert – jemanden dazu, sich selbst und andere zu belügen, in dem törichten Versuch, eben jenes Schuldgefühl zu verbergen.

 

Diese Lüge hat selbst schwere Folgen, auch wenn wir diese nicht erkennen. Wir haben gegen ein moralisches Gebot unserer Gesellschaft verstoßen und niemand darf das wissen, also lügen wir. Typischerweise schämen wir uns für unsere Schuldgefühle. Alle großen Weltreligionen haben Schuldgefühle unter ihren Gläubigern kultiviert, keine meisterhafter als die römisch-katholische Kirche mit ihrem von Augustinus inspirierten Dogma, wonach wir alle in Sünde geboren sind, schuldig bereits vor unserem ersten Atemzug: die Doktrin der Erbsünde.

 

Für die aktuelle Griechenlandkrise ist die historische Tatsache nicht unbedeutend, dass die christliche Kirche, die sich vor rund 1700 Jahren aus Byzanz entwickelte, um das Jahr 1054 eine traumatische Spaltung erlebte, die in der Kirchengeschichte als das »Große Schisma« bekannt ist. Der theologische Kernpunkt bei dieser Spaltung war die Weigerung der späteren östlichen orthodoxen Kirche, die katholische Doktrin der Erbsünde zu übernehmen. Die Orthodoxie lehnt die Vorstellung ab, dass der Mensch schuldig an den Sünden seiner Vorfahren geboren wurde, eine Schuld, die dann gebüßt werden muss.

 

Das grausame Paradox in der Lage des heutigen Griechenlands ist, dass die Griechen trotz des kulturellen Erbes, das die griechische Kultur durchdringt, heute die kollektive Schuld empfinden, etwas Schlechtes begangen zu haben, sodass sie irgendwie verdienen, was sie bekommen. Die Griechen sind dazu gebracht worden, sich nicht mehr gut, sondern schlecht zu fühlen, schuldig, diese schwere Krise in Europa verursacht zu haben.

 

Schuldgefühle bei einem Volk können verheerende Konsequenzen haben, wie die Deutschen nur allzu gut wissen. 1919 zwangen die siegreichen alliierten Mächte die deutsche Regierung zur Unterzeichnung des berüchtigten Artikels 231 des Versailler Vertrages, der Kriegsschuld-Klausel. Darin hieß es: »…Deutschland erkennt an, dass Deutschland und seine Verbündeten als Urheber für alle Verluste und Schäden verantwortlich sind, die die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Staatsangehörigen infolge des ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungenen Krieges erlitten haben.«iii

 

Dass Deutschland gezwungen wurde, die Alleinschuld für den Ersten Weltkrieg zu übernehmen und die anschließende Verurteilung zur Zahlung von Kriegsreparationen an die alliierten Siegermächte USA, Großbritannien, Frankreich und Italien setzte Entwicklungen in Gang, die direkt in das Dritte Reich und die zweite deutsche Niederlage 1945 führten.

 

Der Schweizer Psychoanalytiker C.G. Jung schrieb 1945 in einem Aufsatz, die Deutschen empfänden eine Kollektivschuld für die von ihren Landsleuten begangenen Grausamkeiten. Die Deutschen dazu zu bringen, diese Schuld anzuerkennen, werde eine der wichtigsten Aufgaben sein.iv Nach dem Krieg förderten die britischen und amerikanischen Besatzungstruppen Scham und Schuld mit einer Publicitykampagne: »Diese Schandtaten: Eure Schuld«.v

 

Die griechische Erb-»Sünde«

 

Gehen wir zurück zum aktuellen Griechenland-Debakel. Wenn man so will, gehen die Wurzeln, was unbezahlbare Schulden und unerträgliche Sparpolitik angeht, zurück zu der Lüge, die die griechische Regierung im Jahr 2000 auftischte, um in den inneren Kreis, die sogenannte Euro-Zone, aufgenommen zu werden.

 

Goldman Sachs war aktiv an dieser Lüge beteiligt, Griechenland erfülle die Maastricht-Kriterien einer Obergrenze von drei Prozent im Verhältnis Haushaltsdefizit zu BIP und 60 Prozent Gesamt-Staatsverschuldung zu BIP. Das erreichte die griechische Regierung durch einen komplizierten Währungstrick, den ihr die Weisen bei Goldman Sachs vorgeschlagen hatten. Um den Euro-Deal unter Dach und Fach zu bringen, verheimlichte die Regierung Brüssel auch Rüstungskäufe in Höhe von 1,6 Milliarden Euro.vi

 

Wir sollen glauben, dass die sozialdemokratische Pasok-Regierung von Kostas Simitis, in der Giorgios Papandreou 2000, zum Zeitpunkt von Griechenlands Euro-Beitritt, Außenminister war, ihr schmutziges Geheimnis vor den Vertretern der Europäischen Zentralbank und EUROSTAT, der offiziellen Statistikbehörde der EU, verbergen konnte.

 

Weiter lautet die offizielle Linie: Als derselbe Papandreou im Oktober 2009 als Ministerpräsident eine neue Pasok-Regierung bildete, beschloss er, das Geheimnis zu lüften, das ihm 2000 als Außenminister in der Regierung Simitis bekannt war. Papandreou erklärte, er habe »entdeckt«, dass Griechenlands jährliches Defizit nicht drei Prozent, sondern 12,7 Prozent betrug. Diese Nachricht allein hätte nicht notwendigerweise die folgende Schuldenexplosion ausgelöst.

 

Papandreous Erklärung bewirkte, dass die Rezession in Griechenland, eine Folge der globalen Finanzkrise vom September 2008, zu einer schweren Krise wurde. Zum Zeitpunkt seiner Erklärung lag die Arbeitslosigkeit bereits bei zehn Prozent und die New Yorker Ratingagenturen stuften die griechische Staatsverschuldung auf BBB+ herunter, der niedrigsten Bewertung in der Euro-Zone.

 

Beraten wurde Papandreou bei der Entscheidung, auf die damalige tiefe Rezession mit Sparpolitik zu reagieren, von Gianis Varoufakis, dem soeben zurückgetretenen Finanzminister von der Syriza, der maßgeblich dazu beitrug, Griechenland in den Schlamassel zu stürzen, in dem es sich heute befindet. Papandreou folgte Varoufakis‘ Rat und verhängte drakonische Sparmaßnahmen, die eine volle Krise auslösten. Die Regierung kürzte Ausgaben, erhöhte Steuern, legte Neueinstellungen auf Eis, setzte das Rentenalter herauf und kürzte die Gehälter im öffentlichen Dienst um zehn Prozent. Überall im Land kam es zu Streiks gegen die Sparpolitik.vii

 

Ein sorgfältig gehegtes Märchen besagt, die Milliardenkredite von EU, EZB und IWF seien direkt den Griechen zugutegekommen, die, wie die Mainstream-Medien unablässig betonen, von einem überaus großzügigen Rentensystem profitierten und sich weigerten, Steuern zu zahlen. Natürlich sorgt das für Wut an deutschen Stammtischen.

 

Doch dieses Bild ist nicht richtig. Seit die Krise mit voller Wucht ausbrach – mit Hedgefonds-Attacken auf den griechischen Rentenmarkt und den Euro, angeführt vom Mega-Spekulanten George Soros im Februar 2010viii, die die Zinsen für die griechische Regierung in die Höhe jagten, hat die Troika Darlehen und Kredite in Höhe von rund 240 Milliarden Euro vergeben.

 

Die wirkliche Frage, die in den Mainstream-Medien der EU nie beantwortet wurde, lautet: Was ist mit dem Geld passiert? Der griechische Ökonom Gianis Mousakis hat berechnet, dass von den 240 Milliarden Euro 83 Milliarden in die Rückzahlung alter Schulden vornehmlich bei französischen und deutschen Banken flossen.

 

Weitere 41 Milliarden Euro wurden für Zinszahlungen für bestehende Staatsanleihen verwendet, die ebenfalls hauptsächlich von nicht-griechischen EU-Banken und anderen Banken gehalten werden. Mit weiteren 48 Milliarden Euro wurde privaten Banken aus der Patsche geholfen, Banken, die zum größten Teil griechischen Oligarchen gehören, die laut Gesetzen in Griechenland keine Steuern bezahlen müssen.

 

Weitere 35 Milliarden flossen in die Finanzierung des Schulden-»Haircut« von 2012. Das sind zusammen 207 Milliarden Euro von bislang insgesamt 240 Milliarden; 86 Prozent der Summe, und das meiste geht in die Rettung französischer und deutscher Banken, die in dem Wissen in die griechischen Schuldenpapiere eingestiegen sind, dass sie, wenn die Blase platzt, »zu groß sind, um bankrott zu gehen«. EZB und EU würden gezwungen sein, ihnen aus der Patsche zu helfen – genau das ist passiert.

 

Nur 27 Milliarden von den 240 Milliarden Euro sind in den griechischen Haushalt oder in Infrastruktur-Investitionen geflossen. Und für diesen Kredit übernahm die griechische Regierung die Schuldobligation der rücksichtslosen Banken, darunter auch griechische Banken.ix

 

Die Schuld

 

Unter dem Strich heißt das: Griechenland und die Griechen sind belogen, betrogen, beraubt und jetzt verraten worden – durch Syriza und Ministerpräsident Tsipras, von denen sie gehofft hatten, sie würden sich für den Bestand des Landes einsetzen. Seit Anfang 2010 erleben die Griechen, was Holger Schmieding von der Berenberg Bank als »das härteste Sparprogramm …, das ein westlicher Staat in Friedenszeiten jemals aufgelegt hat« bezeichnet.x

 

Keine Regierung wäre durchgekommen mit dem, was Papandreou und Varoufakis ihren griechischen Landsleuten seit 2010 aufbürdeten, hätten die Griechen sich nicht selbst des Finanzbetrugs schuldig gefühlt. Sie waren und sind keines finanziellen Vergehens schuldig, abgesehen höchstens von den Praktiken zur Steuervermeidung, die sie ihren Oligarchen abgeschaut haben. Doch die Medienbarrage von Oligarchen-Medien in und außerhalb Griechenlands überzeugte sie offensichtlich, dass sie »gesündigt« hätten.

 

Es sei betont, dass das Wort für Sünde und Schuld in allen großen Religionen dasselbe ist. Zufall? Ich glaube nicht. Hinter diesen »Schulden« stehen Gläubiger, die von den »schuldigen Sündern« ihr Pfund Fleisch verlangen. Gehen Sie zurück zu der blutigen Geschichte der großen Kreuzzüge, Kriege, die vom Papst in Rom erklärt wurden, anfänglich zur Eroberung Konstantinopels und Umgebung von der östlichen orthodoxen Kirche nach dem großen Schisma von 1054, um sie der römisch-katholischen Kirche einzuverleiben.

 

1146 richtete Bernhard von Clairvaux einen Brief an die Tempelritter, den mächtigsten und reichsten militärischen Orden in der Zeit der mittelalterlichen christlichen Kreuzzüge gegen den »ungläubigen« Islam. Bernhard erklärte den Templern: »Der Christ, der den Ungläubigen im Heiligen Krieg tötet, ist seines Lohnes sicher, noch sicherer, wenn er selbst den Tod findet.« (De Laude Novae Militia, III-De Militibus Christi).

 

Der charismatische französische Abt Bernhard von Clairvaux mobilisierte Zehntausende armer, ungebildeter Bauern aus Süddeutschland und Frankreich. Sein Schlachtruf lautete: »Eile, die Wut des Himmels zu besänftigen … Eile alsdann, deine Sünden durch Siege über die Ungläubigen zu sühnen, und lass die Übergabe der Heiligen Stätten die Belohnung für deine Reue sein… Verflucht sei der, der sein Schwert nicht mit Blut beschmutzt.«xi

 

Bernhard pflanzte den Bauern die Furcht vor Gott ein und überzeugte sie, der einzig mögliche Weg, für die Schuld, in Sünde geboren zu sein, zu büßen, liege im Töten Ungläubiger und dabei Byzanz vom orthodoxen byzantinischen Kaiser Manuel I. Komnenos für Rom zu erobern. Heute übernehmen die Rolle der Kreuzzug-Könige, Ludwig VII. von Frankreich und Konrad III. aus Deutschland, Präsident Hollande und dessen gefügiger Finanzminister Sapin sowie Bundeskanzlerin Merkel und ihr hartherziger Finanzminister Schäuble.

 

Schuld und das Schüren von Schuldgefühlen bei einem Einzelnen oder ganzen Ländern zählt zu den gefährlichsten Methoden, mit denen Kirchen und schlechte Politiker ihre Menschen manipulieren. Aus Schuld wird eine irrationale Angst vor Bestrafung. Die Griechen werden in der Tat bestraft für Sünden, die sie nicht begangen haben. Kein französischer Banker, kein Banker von Goldman Sachs, keine französische IWF-Direktorin Lagarde wandert für seine oder ihre Rolle in der Krise ins Gefängnis. Mario Draghi, ehemaliger Goldman-Sachs-Banker, wird wie ein Held behandelt, wenn er die derzeitige Phase der Griechenlandkrise am 11. Februar beschleunigt. Damals erklärte er, keine weiteren griechischen Staatsanleihen als Sicherheiten für EZB-Kredite anzunehmen, und beschleunigte damit die Krise, die Varoufakis und Tsipras nutzen, um ihr Volk zu verraten. Der Verrat lag in Tspiras »Ja« zur Troika, drei Tage nach dem klaren »Nein« der griechischen Wähler zu weiteren Austeritätsforderungen der Troika.

 

Griechen sind und waren, besonders bevor sie von Politikern und Oligarchen in die EU und den Euro gelockt wurden, wunderbare, warmherzige, ruhige Menschen. Sie sind sozial und freuen sich am Guten und Schönen im Leben – gutes Essen mit netten Leuten, gute Musik und Tanz. Und genau dieses Gute wird jetzt zerstört.

 

Durch den offenkundig lange geplanten Verrat an den Griechen durch griechische Oligarchen und deren politische Anhängsel wie Varoufakis, Tsipras und jetzt Finanzminister Efklidis Tsakalotos im eigenen Land und von ausländischen Interessen hinter der Troika droht den Griechen die nächste Folge im Schuldzyklus – von Angst vor Bestrafung zum Wunsch nach Rache an denen, die ihnen das alles ihrer Ansicht nach angetan haben. Gott verhüte, dass dieses Stadium jetzt einsetzt. Nur wenn verstanden wird, dass es keine Schuld gibt, sondern vielmehr kriminelles Handeln, um das griechische Volk zu zerstören, werden Griechen die innere Stärke finden, das Gute zu tun und die Krise zu lösen. Die Alternative sind Mord und Selbstmord, und davon hatten wir wahrlich genug.

 

 


Fußnoten

 

i Denis MacShane, »Greeces New Found Love of Irelands Sinn Fein: Why the Syriza government will stay its go-it-alone course«, 8. Juli 2015.

ii Stephan Richter, »Has Tsipras Delivered?«, 10. Juli 2015.

iii »Peace Treaty of Versailles, Articles 231-247 and Annexes, Reparations«.

iv Jeffrey K. Olick, Andrew J. Perrin (2010), Guilt and Defense, Harvard University Press, S. 24 f.

v Jeffrey K. Olick (September 2003), »The Guilt of Nations?«, Ethics & International Affairs 17 (2): 109–117.

vi Charles Forelle, Stephen Fidler, »National Leaders Ignored Greece's Soaring Debt for Years«, 3. März 2010, The Wall Street Journal.

vii »Greece unveils austerity programme to cut deficit«, BBC, 3. Februar 2010.

viii Susan Pulliam, Kate Kelly, Carrick Mollenkamp, »Hedge Funds Try Career Trade Against Euro«, The Wall Street Journal, 26. Februar 2010.

ix Vincent Körner, »Griechischer Frühling Syriza«, Neues Deutschland Dossier, März 2015.

x Zitiert in Vincent Körner, a.a.O.

xi James Meeker Ludlow, The Age of the Crusades, Christian Literature Co. (1896) S. 164 ff.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

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Leser-Kommentare (54) zu diesem Artikel

22.07.2015 | 00:49

Holger

Zum Jahresanfang 2015 hat Varoufakis mit Stuart Holland und James K. Galbraith den Text Bescheidener Vorschlag zur Lösung der Eurokrise vorgelegt. Es geht unter anderem um eine Rekapitalisierung unterfinanzierter Banken durch die EU-Finanzierungsinstitution ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus), die im Gegenzug dann Anteile der Institute übernehmen würde, um begrenzte Umschuldung, um ein Investitionsprogramm und um ein Notprogramm für soziale Solidarität: absolut...

Zum Jahresanfang 2015 hat Varoufakis mit Stuart Holland und James K. Galbraith den Text Bescheidener Vorschlag zur Lösung der Eurokrise vorgelegt. Es geht unter anderem um eine Rekapitalisierung unterfinanzierter Banken durch die EU-Finanzierungsinstitution ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus), die im Gegenzug dann Anteile der Institute übernehmen würde, um begrenzte Umschuldung, um ein Investitionsprogramm und um ein Notprogramm für soziale Solidarität: absolut kapitalismuskonforme und realitätsfähige Ideen, bei deren Entwurf strengstens darauf geachtet wurde, weder aktuelle EU-Regelwerke zu verletzen noch dem hiesigen Steuerzahler zusätzliche Lasten zuzumuten. Auch wenn außerhalb von Merkels und Schäubles Gefolge alle Welt weiß, dass das aktuelle deutsche Austeritätsdiktat die Krise verschärft, hatten diese Vorschläge hierzulande nicht die geringste Chance auf Gehör. Anders als die USA nach Bretton Woods und während der Defizitphase bis 2008 spielt Deutschland auf europäischer Ebene den Hegemon, der nur nimmt und jenes Prinzip, das auf Amerikanisch Win-win heißt, keineswegs zu verinnerlichen gedenkt. Nachdem die vergebenen Kredite längst als profiterzeugende Nachfrage zurück ins Geberland geflossen und mittlerweile fast komplett verstaatlicht sind, nutzt die Berliner Politik sie als Druckmittel, um totale Herrschaft und allseitige soziale Repression zu etablieren. Varoufakis hat mit Blick auf die europäisch beflaggte, aber im urdeutschen Auftrag reisende Troika zu Recht von einem »Kolonialregime« gesprochen; seine Vorschläge zur Lösung der Eurokrise zielen nicht zufällig vor allem explizit darauf, »die nationale Souveränität der Mitgliedstaaten« gegen die Ambitionen eines von Berlin gesteuerten Feudalreichs wiederherzustellen. Wahrheitskommission für die Staatsverschuldung Sonderkommission des griechischen Parlaments Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse vom 17. Juni 2015 http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2186 Zeit-Fragen > 2015 > Nr. 18, 7. Juli 2015 > «Was wir in der Eurozone heute sehen, ist die Antithese zur Demokratie» «Was wir in der Eurozone heute sehen, ist die Antithese zur Demokratie» von Joseph Stiglitz* http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2185# Griechenland, Deutschland und die Eurozone Rede von Prof. Dr. Yanis Varoufakis, Finanzminister Griechenlands, bei der Hans-Böckler-Stiftung in Berlin (8. Juni 2015) http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2176 Für ein Trennbanksystem und Glass Steagall! http://www.bueso.de EIR NEWS Forum für ein neues Paradigma Schiller-Institut | A New Paradigm for the Survival of ... newparadigm.schillerinstitute.com/de/ AIIB und BRICS-Entwicklungsbank: ein neues Paradigma ... www.bueso.de/node/7967 31.03.2015 - Anfang Juli wird das erste Parlamentarierforum der BRICS in Moskau stattfinden. Ist die Europäische Union gescheitert? www.europaeische-union-eu.de/ Das Kapital www.das-kapital.eu/manfred-mueller.html Dienstag, 30. April 2013 Wir brauchen wieder ein europäisches Währungssystem EIN DISKUSSIONSBEITRAG VON OSKAR LAFONTAINE http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/f/1/t/wir-brauchen-wieder-ein-europaeisches-waehrungssystem/


15.07.2015 | 17:55

Tommy Nightingal

Der Beitrag ist sicher richtig, aber die Materie ist relativ kompliziert. Griechenland hätte das jüngste Volksvotum nutzen sollen und austreten sollen. Dies wäre ein Schrit in die Freiheit gewesen wenn auch "teuer" erkauft.


15.07.2015 | 17:04

E.Müller

Was ist Wahrheit und was nicht. Wirklich schwer zu entscheiden. Nach der Volksabstimmung wäre der Weg für den Austritt aus der Eurozone frei gewesen. Also , fragt man sich , was hat Herrn Tsipras davon abgehalten. Dass es eine schwierige Leidensphase nach dem Austritt gibt, ist klar. Aber wäre es dies nicht wert, wenn man als Grieche dann wieder frei wäre. Nach 4 ... 5 Jahren hätten die Griechen es dann geschafft , so wie es die Türkei vor 15 Jahren nach dem Beinahebankrott ...

Was ist Wahrheit und was nicht. Wirklich schwer zu entscheiden. Nach der Volksabstimmung wäre der Weg für den Austritt aus der Eurozone frei gewesen. Also , fragt man sich , was hat Herrn Tsipras davon abgehalten. Dass es eine schwierige Leidensphase nach dem Austritt gibt, ist klar. Aber wäre es dies nicht wert, wenn man als Grieche dann wieder frei wäre. Nach 4 ... 5 Jahren hätten die Griechen es dann geschafft , so wie es die Türkei vor 15 Jahren nach dem Beinahebankrott auch geschafft hat , auf die Beine zu kommen. Das wäre es wirklich wert gewesen. Als Hoffnung bleibt aber noch , dass sich Griechenland nur selten an Abmachungen gehalten hat. In diesem Fall wäre es als Notwehr legitim.


15.07.2015 | 13:25

Dirk Breitinger

Irgendwie ist wohl auch eine Reform des Bankenwesens und die Schaffung gesetzlicher Standards nötig. Alles dem freien Markt zu überlassen kann ggf. zu raubtierkapitalistischen Strukturen führen, die wir eigentlich in einer sozialen Marktwirtschaft nicht haben wollen und mit den Menschenrechten unvereinbar ist.


15.07.2015 | 13:19

Dirk Breitinger

Griechenland hat heute so viel Schulden, daß das Selbstbestimmungsrecht gefärdet ist. Und das ist prinzipiell schlecht, da wir dadurch immer mehr in die Verantwortung gedrängt werden, ohne daß wir die griechische Politk dirket beeinflussen können. Wenn sich die Schuldenmentalität und Politik der griechischen Regierung nicht ändert, bringt auch ein Schuldenerlass auf die Dauer wenig. Man könnte sich aber wohl aus der griechischen Affäre ziehen. Was das ganze gezeigt hat ist aber,...

Griechenland hat heute so viel Schulden, daß das Selbstbestimmungsrecht gefärdet ist. Und das ist prinzipiell schlecht, da wir dadurch immer mehr in die Verantwortung gedrängt werden, ohne daß wir die griechische Politk dirket beeinflussen können. Wenn sich die Schuldenmentalität und Politik der griechischen Regierung nicht ändert, bringt auch ein Schuldenerlass auf die Dauer wenig. Man könnte sich aber wohl aus der griechischen Affäre ziehen. Was das ganze gezeigt hat ist aber, daß man Gesetze schaffen muß, so daß deutsche Banken nicht unverantwortlich hohe Kredite vergeben dürfen, die Schuldner in die völlige Abhängigkeit treiben.


15.07.2015 | 12:30

mikesch

Griechenland-Rettung: Spielt der IWF falsch? Steht Griechenlands „Rettung“ vor dem Scheitern? Der IWF als wichtiger Teil des erneuten Rettungspakets für Athen spielt mit dem Gedanken sich aus der „Veranstaltung“ zu verabschieden. Es sei denn Griechenland würde ein umfassender Schuldenerlass gewährt. Doch solch einen Haircut will insbesondere Deutschland tunlichst vermeiden und wird daher von vielen Europäern wieder einmal an den Pranger gestellt. mehr hier:...

Griechenland-Rettung: Spielt der IWF falsch? Steht Griechenlands „Rettung“ vor dem Scheitern? Der IWF als wichtiger Teil des erneuten Rettungspakets für Athen spielt mit dem Gedanken sich aus der „Veranstaltung“ zu verabschieden. Es sei denn Griechenland würde ein umfassender Schuldenerlass gewährt. Doch solch einen Haircut will insbesondere Deutschland tunlichst vermeiden und wird daher von vielen Europäern wieder einmal an den Pranger gestellt. mehr hier: http://www.konjunktion.info/2015/07/griechenland-rettung-spielt-der-iwf-falsch/

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