Saturday, 27. August 2016
11.06.2014
 
 

Neonazis des ukrainischen Rechten Sektors verbreiten »offiziell« Terror im Osten des Landes

F. William Engdahl

An den brutalen Übergriffen auf zumeist unbewaffnete und unschuldige Männer, Frauen und Kinder in der Ostukraine, die die Region seit der Wahl des von den USA unterstützten Milliardärs Poroschenko zum Präsidenten des Landes erschüttern, sind die profaschistischen paramilitärischen Einheiten des Rechten Sektors (Prawyj Sektor) beteiligt. Dieselben Kräfte waren schon vor dem Putsch am 21. Februar für die tödlichen Schüsse und die Gewalt auf dem Maidan-Platz in Kiew verantwortlich. Die Fakten über die Lage werden von den westlichen Mainstreammedien seit Poroschenkos dubioser Wahl systematisch ausgeblendet.

Die jüngsten Angriffe auf ukrainische ethnische Russen und Unterstützer eines föderativen Systems, das den Bürgern der Ostukraine gleiche Rechte einräumen würde, gehen in jeder Hinsicht an die Grenze des gerade noch Hinnehmbaren. Der Einsatz massiver Gewalt durch die Regierung in Kiew, darunter die Bombardierung von Zivilisten sowie Raketen- und Panzerangriffe zur »Unterwerfung der Terroristen« – als solche bezeichnet die Jazenjuk-Regierung in Kiew die Demonstranten –, zeigt, dass Kiew weit von einem ernsthaften Dialog mit Moskau über

Schlüsselfragen wie den Preis für Erdgas oder die Verwendung der Muttersprache für ethnische Russen in der Ukraine entfernt ist.

 

Vielmehr befolgt die Regierung Befehle aus dem Ausland, die Provokationen gegenüber Russland bewusst zu eskalieren. Die Leidtragenden sind die Bürger in der Ostukraine. Bisher legt Putin fast durchweg eine beispielhafte Zurückhaltung an den Tag, doch das könnte sich schnell ändern, wenn die Kiew-CIA-gesteuerten Provokationen eskalieren, womit gerechnet werden muss.

 

 

Das Asow-Bataillon

 

In einem neuen erstaunlichen Schritt in einer an Erstaunlichem nicht gerade armen Lage »deputiert« der Kiewer Innenminister Arsen Awakow die psychopathischen Mitglieder des Rechten Sektors – »psychopathisch« scheint der einzig richtige Ausdruck zu sein, denn »neonazistisch« ist für eine Gang von Mördern, die Nazi-Embleme und Bilder verwenden, nicht angemessen –, Angst und Terror zu verbreiten.

 

Vom Innenminister erhalten sie jetzt den offiziellen Status als Bataillon der ukrainischen Nationalgarde. Die Ausgestoßenen sind keine »Ausgestoßenen« mehr, sondern »Staatsdiener«.

 

Awakow hat mehrere solcher Einheiten gebildet, diese eine ist als das Asow-Bataillon bekannt. Ihm gehören 70 »Freiwillige« des Rechten Sektors an, die jetzt in Mariupol in der Nähe des Asowschen Meeres in der Ostukraine stationiert sind. Dort waren sie im Mai an der Tötung von mindestens 21 Menschen beteiligt. Ihr Auftrag lautet, paramilitärische terroristische Übergriffe auf ethnische Russen zu lancieren, aber auch auf Ukrainer, die sich als Gegner des Putsches nicht von Schlägern und Mördern regieren lassen wollen.

 

Das offizielle Logo dieses neuen, von der Regierung genehmigten Asow-Bataillons spricht Bände. Hier ist ein Vergleich mit ähnlichen Bildern von SS und Drittem Reich:

 

 

Bei all den Lobpreisungen vonseiten der USA und der EU für die Wahl des »Schokoladenkönigs« Poroschenko zum Präsidenten der Ukraine ist so gut wie nie zur Sprache gekommen, dass er nur das neue (oder gar nicht so neue) Gesicht des früheren Putschregimes nicht gewählter Minister ist, das Washington nach dem Putsch vom 22. Februar ins Amt gehievt hatte. Poroschenkos erste Amtshandlung als Präsident war die Ankündigung, er werde Premierminister Jazenjuk im Amt belassen. Implizit bedeutete das, dass Jazenjuk seine bunt zusammengewürfelte Truppe von Neonazis, Terroristen und Gangstern behalten kann.

 

Zu denen, die ebenfalls im Amt geblieben sind, zählt auch Innenminister Awakow (der früher mit Interpol-Haftbefehl gesucht wurde).

 

Awakow ist emsig dabei, aus dem Mob des Rechten Sektors und der ihn bildenden extremistischen Gruppen offizielle Bataillone der »Nationalgarde« zu bilden. Das neue Asow-Bataillon, das wegen der schwarzen Gesichtsmasken und Uniformen (die an die Schwarzhemden erinnern) als »Männer in Schwarz« bekannt ist, wird von der sozial-nationalen Versammlung kommandiert, einer rassistischen, nationalistischen und gewaltbereiten nationalsozialistischen Gruppe innerhalb des Rechten Sektors.

 

Deren Mitglieder waren maßgeblich an der von der Regierung gesteuerten Terrorkampagne in Donezk und anderen Teilen der Ukraine beteiligt, nachdem Poroschenko vor zwei Wochen entschieden hatte, die Rebellion im Osten gewaltsam zu »beenden«.

 

Höchst beunruhigend an dieser Lage ist das Ausmaß, in dem die wirkliche Lage in der Ukraine von den deutschen Mainstreammedien ausgeblendet wird – gemäß einer Linie, wonach Putin als der »Übeltäter« und die ukrainische Regierung als demokratisches und ordnungsgemäß gewähltes Regime dargestellt wird, das als Mitglied der EU und irgendwann sogar der NATO infrage käme.

 

Es wäre wirklich dumm von den EU-Mitgliedsstaaten, dem zuzustimmen, ist aber angesichts der vielen Dummheiten, die EU-Mitgliedsstaaten im vergangenen Jahr hinsichtlich der Ukraine begangen haben, nicht ausgeschlossen.

 

 

 


 

 


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