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Der berüchtigte Agrobusiness-Konzern Monsanto hat den nicht minder berüchtigten privaten US-Sicherheitsdienstleister Blackwater angeheuert – genau die Firma, der neben anderen Verbrechen zur Last gelegt wird, 2007 wahllos 17 irakische Zivilisten getötet zu haben. Blackwater-Söldner hatten damals auf einem belebten Markt das Feuer eröffnet.
Die weltweite Empörung über die Söldnertruppe war so gewaltig, dass Blackwater inzwischen den Firmennamen geändert hat und sich seither unverfänglicher Xe Services nennt. Außerdem wurden Dutzende Strohfirmen gegründet, die nicht umgehend als Blackwater zu erkennen sein sollen. Die Regierung Obama beauftragt entgegen anderslautenden Beteuerungen immer noch Tochterfirmen von Blackwater, unter anderem für die »Sicherheit« in Afghanistan. Selbst die Deutsche Bank hat für Dienstleistungen im Ausland die Blackwater-Strohfirma Total Intelligence Solutions von Eric Prince, dem Gründer und Eigentümer von Blackwater, angeheuert.
Wie Jeremy Scahill, der seit geraumer Zeit über Blackwater recherchiert, in der Zeitschrift The Nation berichtet, hat Monsanto Blackwater 2008 angeheuert – auf dem Höhepunkt der Skandale und Enthüllungen, denen zufolge Blackwater als skrupellose Killertruppe operiert, und dafür auch ehemalige Angehörige der CIA und der Special Forces einsetzt. (1) Laut Scahill hat der Koordinator von Blackwaters verdeckten CIA-Operationen, der ehemalige CIA-Beamte Enrique »Ric« Prado, ein weltweites Netzwerk ausländischer Agenten aufgebaut. Potenziellen Blackwater-Kunden gegenüber wurde deren »Bestreitbarkeit« als »großes Plus« herausgestrichen. Die CIA hat sich häufig »privater« Firmen bedient für die Durchführung illegaler Aktionen, ebenso in Fällen, wo die Beteiligung der US-Regierung verheimlicht werden sollte. Blackwater war seit Anfang 2004 das Zentrum gezielter Tötungsprogramme der CIA. Eine feine Gesellschaft, die da für Monsanto oder die Deutsche Bank arbeiten soll. Mit denen legt sich so leicht niemand an.
Heuert Monsanto CIA-Killer an, um Blogs auszuspionieren?
Laut dem Bericht hat Monsanto 2008 die Fima Total Intelligence Solutions für Aufgaben im Ausland angeheuert. Allem Anschein nach sei, so berichtet Scahill, »die Beziehung zwischen den beiden Firmen 2008 bei einem Treffen zwischen Total-Intelligence-Chef Cofer Black mit Kevin Wilson, Monsantos Sicherheits-Manager für globale Angelegenheiten, im Januar in Zürich vereinbart worden«. Was, bitte, heißt Sicherheits-Manager für »globale Angelegenheiten«?
Scahill berichtet über ein Gespräch mit einem Blackwater-Angestellten, der vor Beginn der Zusammenarbeit mit Vertretern von Monsanto gesprochen hatte. Diesem Bericht zufolge schlug Monsanto Blackwater vor, die Firma solle »zu einer Art Geheimdienstabteilung von Monsanto entwickelt werden« (2). Angeblich bestand der Auftrag darin, in Aktivistengruppen einzudringen, die gegen Monsanto agierten. Der Blackwater-Mitarbeiter sprach von Monsantos »großzügigem Schutz-Budget«. Ist »Schutz« hier im Sinne der Camorra oder der Mafia zu verstehen?
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Monsanto behauptet, die Zusammenarbeit mit Eric Prices Strohfirma sei in diesem Jahr beendet worden, die Infiltration von Aktivistengruppen sei zu keinem Zeitpunkt geplant gewesen. Blackwaters Tätigkeit für Monsanto habe vielmehr darin bestanden, »die Berichterstattung in lokalen Medien und anderen öffentlich zugänglichen Informationsquellen zu verfolgen«. Da drängt sich natürlich die Frage auf, warum Monsanto die weltweit berüchtigte, private Sicherheitsfirma einsetzen muss, um Zeitungsartikel zu lesen. Angaben zufolge soll die Blackwater-Strohfirma den Inhalt von Aktivisten-Blogs und -Websites überprüft haben, darunter möglicherweise auch diese hier.
Wenn Monsanto ehemalige CIA-Agenten anheuert, dann ist es dem Unternehmen absolut ernst damit, seine tödlichen Produkte zu verkaufen. Doch damit diskreditiert sich die Firma, die in Deutschland ein Joint Venture mit der BASF betreibt, nur noch weiter. Im Juli 2010 haben BASF Plant Science und Monsanto eine gemeinsame Presseerklärung herausgegeben, in der es hieß: »BASF und Monsanto gaben heute bekannt, dass sie die gemeinsame Entwicklung ertragreicherer und stresstoleranter Nutzpflanzen um Weizen als weitere Pflanze ausdehnen. Darüber hinaus erhöhen die Unternehmen ihre Investitionen in die Zusammenarbeit. Grund sind die erfolgreich identifizierten Ertragsgene und die kommerziellen Erwartungen. BASF und Monsanto arbeiten seit 2007 gemeinsam an Mais, Soja, Baumwolle und Raps. Ursprünglich umfasste das gemeinsame Budget ca. 1,5 Mrd. US-Dollar. Durch die neue Vereinbarung können im Laufe der Zusammenarbeit Investitionen in Höhe von über 1 Mrd. US-Dollar hinzukommen.« (3)
Die Firma Monsanto hat uns Agent Orange, die PCBs, rBST, DDT und Aspartam beschert – und jetzt auch noch Auftragskiller …
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Quellen:
(1) Jeremy Scahill, »Blackwater’s Black Ops«, The Nation, 15. September 2010.
(2) Ebenda.
(3) BASF Plant Science und Monsanto weiten ihre Zusammenarbeit zur Ertragssteigerung von Nutzpflanzen aus, unter: http://www.basf.com/group/pressemitteilungen/P-10-350
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