Sunday, 29. May 2016
06.07.2011
 
 

Dänemark: Grenzen, ja bitte!

Gerhard Wisnewski

Bei Europa-Strategen herrscht nackte Panik: Dänemark führt wieder Grenzkontrollen ein! Das geht ja nun gar nicht! Erste Politiker fordern bereits einen Urlaubsboykott gegen das nordeuropäische Land. Dabei zeigt der Fall nur, wie dringend wir wieder mehr Grenzen brauchen.

Grenzen sind dem One-World-Strategen ein Greuel. Wenn er etwas überhaupt nicht will, dann sind es Grenzen: finanzielle, administrative, kulturelle, intellektuelle, psychologische, sexuelle, künstlerische, nationale und ethnische Grenzen sowieso. Denn die Abschaffung sämtlicher Grenzen führt dazu, dass die Menschheit kollabiert. So, als würde man im menschlichen Körper mit einem Medikament sämtliche Zellmembranen auflösen und/oder die Leberzellen animieren, doch bitte in die Lunge zu wandern. Der Exitus ließe nicht lange auf sich warten.

Puh – ist das nicht Nationalismus? Mitnichten. Sondern eine jüdische Wissenschaft: die Kybernetik. Die von dem jüdischen Mathematiker Norbert Wiener begründete Wissenschaft der Steuerung und Regelung von Maschinen, lebenden Organismen und sozialen Organisationen. Und wie ich bereits an anderer Stelle ausgeführt habe, sind Organisationen und Organismen ohne Grenzen  zum Tode verurteilt. Wenn wir die Gesetze zur »Steuerung und Regelung von Maschinen, lebenden Organismen und sozialen Organisationen« weiter mit Füßen treten, wird die Realität bald uns mit Füßen treten. Und wissen Sie was: Die Realität ist stärker.

Die globale Finanzkrise ist dafür das beste Beispiel. Möglich wurde sie nur durch den Abbau von Grenzen und die »Liberalisierung« der globalen Finanzmärkte. Plötzlich landeten amerikanische Schrott-Kredite bei der Bayerischen Landesbank. Die gesamte Welt kann sich nun mit Junk-Anlagen und Müll-Krediten anstecken, bis sie zusammenbricht. Grenzen sind wie die wasserdichten Schotts bei einem Schiff. Sind sie weg, genügt das kleinste Leck, und der Dampfer säuft ab. Aber was tut man? Öffnet sich ein großes Loch, wie in Griechenland, reißt man die Schotts sogar weg, um den Rest Europas mit hineinzuziehen.

 

Denn eigentlich gibt es ja Schotts: Die EU darf Griechenland genau genommen gar »nicht aus seiner Finanzmisere befreien – und auch die Mitgliedsländer dürfen dies nicht«, schrieb faz.net bereits am 10. Februar 2010. Nach der »No Bail Out«-Klausel des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (Artikel 125 AEUV) »ist ein EU-Staat nicht nur nicht verpflichtet, einem anderen unter die Arme zu greifen – er darf es nicht einmal«, erläuterte der Europarechtler Matthias Ruffert. Genau das ist Gegenstand des gegenwärtigen Karlsruher Verfahrens um die »Rettungspakete«.

Aber wenn es um den Abbau von Grenzen geht, zählen Verträge und Gesetze gar nichts. Dann werden unsere Politiker zu Anarchisten und offenen Gesetzesbrechern. Denn Pleitestaaten wie Griechenland sind eine einmalige Gelegenheit, den Rest der EU mit hineinzuziehen. Und deswegen schnürt Merkel begeistert ein »Rettungspaket« nach dem anderen – die in Wirklichkeit Todespakete sind. Wie kluge Köpfe auch in diesem Fall bereits dargelegt haben, ist das einzige Mittel gegen die griechische und nachfolgende europäische Pleite der Wiederaufbau von Grenzen, zum Beispiel die Rückkehr zu den nationalen Währungen.

 

Hessischer Justizminister will keine Drogen- und Waffenkontrollen

Deshalb ist das, was jetzt in Dänemark passiert, eigentlich ein Wunder und für die Globalisten der größte anzunehmende Unfall zugleich. Künftig sollen dänische Beamte »bei Stichproben nach Drogen und Waffen suchen«, berichtete Spiegel Online am 5. Juli 2011. Und ob Sie’s glauben oder nicht – ausgerechnet einem Justizminister passt das nicht: »Wenn Dänemark zur Urlaubszeit wieder Grenzkontrollen einführt, kann ich nur dazu raten, auf der Stelle umzudrehen und lieber in Österreich oder Polen Urlaub zu machen«, erklärte allen Ernstes der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) gegenüber Bild.de Warum denn? Hat Hahn an der Grenze etwa etwas zu verbergen? Nicht doch: Denn gleichzeitig ist Hahn »Minister für Integration in Europa«. Und damit hat er einen klaren Auftrag: 1. Abbau der Grenzen, 2. Integration – also Leberzellen in die Lunge zu integrieren. Und da will er sich keinesfalls in die Suppe spucken lassen.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Frauenfußball-WM: Davon geht die Welt nicht unter! Oder vielleicht doch?

Gerhard Wisnewski

Na, das ging ja nochmal gut! Dunkle Wolken hatten sich über der Eröffnung der Frauenfußball-WM zusammengebraut, aber so wie es aussieht, bleibt das Gewitter aus. Gut so. Weniger gut ist das, wofür die Frauenfußball-WM steht. Sie ist nämlich keineswegs das fröhliche Emanzipationsfest, als das sie uns verkauft wird, sondern ein Symptom einer  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Notfallplan: Berlin bereitet mögliche Enteignungen vor

Christine Rütlisberger

Die Zustimmung des griechischen Parlaments zu einem gigantischen Sparprogramm hat die Deutschen noch einmal vor kaum vorstellbaren finanziellen Folgen verschont. Doch die Schreckensmeldungen wurden wohl nur hinausgeschoben.  mehr …

»Bildungsprogramme« für Kleinstkinder – ein fataler Fehler!

Eva Herman

Von unseren Kindern wird in der heutigen »bildungsfreundlichen« Zeit viel erwartet. Im Kleinkindalter sollen sie bilingual erzogen werden, sie sollen klassische Musik hören, ein Musikinstrument und erste mathematische Zusammenhänge erlernen. Das Motto lautet: Je früher, desto besser. Denn nur, wer in frühen Jahren viel lernt, der wird später  mehr …

Wettlauf der Wissenschaftler: künstliches Fleisch aus der Fabrik

Edgar Gärtner

Die Zukunft unserer Ernährung sieht möglicherweise ganz anders aus als in den Träumen der Grünen. Niederländische Wissenschaftler erwarten, schon im kommenden Jahr Hamburger aus dem Reagenzglas anbieten zu können. Die Perspektive einer Lebensmittelversorgung aus dem Labor ist sicher gewöhnungsbedürftig, aber nicht unrealistisch.  mehr …

Frauenfußball-WM: Davon geht die Welt nicht unter! Oder vielleicht doch?

Gerhard Wisnewski

Na, das ging ja nochmal gut! Dunkle Wolken hatten sich über der Eröffnung der Frauenfußball-WM zusammengebraut, aber so wie es aussieht, bleibt das Gewitter aus. Gut so. Weniger gut ist das, wofür die Frauenfußball-WM steht. Sie ist nämlich keineswegs das fröhliche Emanzipationsfest, als das sie uns verkauft wird, sondern ein Symptom einer  mehr …

Die Kräfte der Manipulation: der Islam als geopolitisches Werkzeug zur Kontrolle des Nahen und Mittleren Ostens

Mahdi Darius Nazemroaya

Bei ihrem Vormarsch gegen das Eurasische Herzland versuchen Washington und seine Gefolgsleute, sich den Islam als geopolitisches Werkzeug zunutze zu machen. Politisches und soziales Chaos haben sie bereits geschaffen. Dabei wird versucht, den Islam neu zu definieren und ihn den Interessen des weltweiten Kapitals unterzuordnen, indem eine neue  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.