Wednesday, 31. August 2016
12.05.2014
 
 

Fremdschämen beim ESC: Transe »Conchita Wurst« ist ein Produkt der öffentlich-rechtlichen Medien

Gerhard Wisnewski

Ja, was hat denn das zu bedeuten: Ein bärtiges Na-was-denn-gleich hüpfte beim Europäischen Gesangswettbewerb 2014 über die Bühne und schrie aus vollem Herzen »Rise like a Phoenix«. Bevor jemand den Arzt holen konnte, hatte der Glitzer-Bubi »Conchita Wurst« den Eurovision Song Contest (ESC) 2014 gewonnen. Ein tragischer Unfall? Keineswegs. Wer dahinter nur einen schrillen Auftritt vermutet, liegt falsch. In Wirklichkeit geht es um die Prägung einer neuen transsexuellen Ikone für Europa. Und was wäre da besser als die Riesenbühne des Eurovision Song Contest?

Ist Conchita Wurst in Wirklichkeit ein Würstchen? Was sagt uns der Sieg der abgeschmackten Transe bei dem Eurovision Song Contest? Fragen über Fragen.

 

Die Antwort: Den Auftritt des Glitzer-Bubis »Conchita Wurst« beim Eurovision Song Contest haben wir den öffentlich-rechtlichen Medien zu verdanken, in diesem Fall dem ORF. Die Wurst-Show war der bisherige Gipfel der Gender-Provokationen. Doch der Reihe nach.

 

Ein Homunculus namens Conchita

 

Schauen wir uns zunächst die Ikonografie dieses politisch-korrekten Homunculus einmal genauer an. Auf den ersten Blick erscheint der langhaarige, feminine Mann wie eine Mischung aus Jesus und Maria Magdalena in einem Ball-Kostüm. In der Maskerade wurde die Verschmelzung der Geschlechter religiös überhöht, auf die Spitze getrieben und optimal zugespitzt. Die schlanke weibliche Figur, die weibliche Kleidung und das lange Haar kontrastieren hart mit dem männlichen Vollbart, der natürlich nicht echt ist, sondern pointiert geschminkt wurde: »Auf alten Bildern war Conchitas [in Wirklichkeit Thomas Neuwirth] Gesicht allerdings immer so glatt wie ein Baby-Popo«, hat selbst die Bild-Website beobachtet. Na sowas! Woher also der betont männliche Bartwuchs? Antwort: Der bestehe nur »zum großen Teil aus echten Haaren«, so Bild: »Der Rest wird via Lidschatten einfach dazugepinselt...«

 

Lustig! Eher nicht: Die Haartracht hat eine propagandistische und erzieherische Funktion. »Vor allem der Bart ist ein Mittel für mich, zu polarisieren, auf mich aufmerksam zu machen«, wird Neuwirth zitiert. »Was ich mir wünsche, wäre, dass sich die Leute ausgehend von meiner ungewöhnlichen Erscheinung Gedanken machen – über sexuelle Orientierung, aber genauso über das Anderssein an sich. Manchmal muss man den Menschen einfach und plakativ klarmachen, worum es geht.« Und sie natürlich selbst drauf bringen, darf man hinzufügen.

 

Die gesamte Figur, so kann man also feststellen, ist nichts weiter als Show. Mit voller Wucht lässt man hier beide Geschlechter aufeinander prallen, dass es knallt – beziehungsweise knirscht. Denn wer wollte das bestreiten: Bei diesem Anblick knirscht es tatsächlich gewaltig. Das Gehirn sucht verzweifelt eine Ordnung in den fundamentalen Widersprüchen. Man spürt regelrecht eine seelische Verletzung, die man nicht genau definieren kann. Kurz: Die ganze Aufmachung tut »in den Augen weh«.

 

Österreichischer Beitrag »für den Arsch«

 

Die österreichische Transe Thomas Neuwirth ist der bisherige Gipfel des Umerziehungsprogramms, der Höhepunkt der psychologischen Kriegführung gegen das normale menschliche Empfinden und die schöpferische Ordnung von Mann und Frau. Der kleine Tom Neuwirth aus dem österreichischen Gmunden »psychologische Kriegführung«? Ist das nicht ein bisschen übertrieben? Keineswegs. Denn der kleine Tom passte nun wiederum den großen Propaganda-Medien bestens ins Programm.

 

In Wirklichkeit haben wir diese Zumutung den öffentlich-rechtlichen Medien zu verdanken, in diesem Fall dem Österreichischen Rundfunk ORF. 2006 wurde Thomas Neuwirth dort Zweiter bei der österreichischen Castingshow Starmania. In der Wurst-Rolle wurde Neuwirth 2011 Sechster bei der ORF-»Talentshow« Die große Chance. Als nächstes sollte die Transe mit dem Bart unbedingt auch ganz Europa beglücken, doch daraus wurde erst mal nichts. Das Unternehmen scheiterte 2012 an der österreichischen Vorausscheidung für den Song-Contest.

 

Damals setzte sich in Österreich nämlich noch ein männliches Duo durch – zwei ziemlich verwirrte Opfer von diversen Friseur- und Bekleidungsunfällen, die ebenfalls ein kulturell wichtiges Thema besangen, nämlich den Allerwertesten: »Woki mit deim Popo«. Dagegen konnte Wurst erst mal nicht anstinken. Der »Popo« produzierte allerdings auch nur Dünnpfiff, und die beiden »Anal-Erotiker« (taz) fielen durch.

 

Schon beim ESC-Halbfinale 2012 schieden sie aus und kamen nur auf den letzten Platz. »Für die österreichischen Kandidaten schämt man sich immer noch ein bisschen mehr als für die Schweizer«, befand die Schweizer Boulevardzeitung Blick: »Der Beitrag ist für den Arsch.«

 

Bekenntnis zur Regenbogenkultur

 

Eigentlich gehört Österreich zu den notorischen Verlierern beim Europäischen Gesangswettbewerb. Der aktuelle, sprichwörtlich »phoenixartige« Erfolg von Neuwirth-Wurst erschließt sich deshalb nicht so ganz. Zuletzt gewann vor fast 50 Jahren für Österreich noch ein richtiger Mann mit einem richtigen Liebeslied, nämlich Udo Jürgens mit Merci, Chérie – womit er höchstwahrscheinlich eine Frau meinte. Auch im letzten Jahr hatte Österreich nichts Vielversprechendes zu bieten.

 

2013 scheiterte die Alpenrepublik ebenfalls bereits im Halbfinale des ESC. Das nichtssagende Geträller Shine von Natália Kelly, einer Österreichisch-Amerikanerin mit brasilianischen Wurzeln, belegte im Halbfinale des ESC nur den vorletzten Platz und schaffte es nicht einmal in die »Endausscheidung«. Eigentlich erstaunlich, denn das zugehörige Video war zweifellos ein echter Kunstgenuss. Auch darin legten Männer und Frauen schon ein Bekenntnis zur Regenbogenkultur ab, beschmierten sich gegenseitig mit Farbe und fanden es am Ende wunderbar.

 

Von oben verordnete Transe

 

Aber vermutlich war diese Symbolik zu indirekt. Mit dem bärtigen Mädchen Conchita setzte man lieber auf die plakative Lösung. Und damit der Gender-Murks nicht gleich im Ansatz stecken blieb, verzichtete man in Österreich vorsichtshalber gleich auf eine nationale Vorausscheidung. »Conchita Wurst« wurde stattdessen ohne nationalen Wettbewerb von oben verordnet, und zwar vom ORF. Beim ESC-Finale rollten dann erstaunlich viele Länder der österreichischen Transe den roten Teppich aus. An dem Wettbewerbssong Rise like a Phoenix, einem musikalisch trivialen Gekreische, konnte das wohl kaum liegen.

 

Der Text war da schon interessanter. Darin geht es um jemanden, der sich verwandelt und dabei mit allen anderen abrechnet. Während er sich verwandelt, werden die anderen zu seiner »Flamme« und zur Asche, aus der sich der (transsexuelle) Phönix erhebt. Ein Fahrplan für das weitere Schicksal der Geschlechter und eine kaum verhohlene Drohung an alle Normalen:


»Ihr wurdet gewarnt,

sobald ich verwandelt bin,

sobald ich wiedergeboren wurde,

werde ich aufsteigen wie ein Phönix,

aber Ihr seid meine Flamme.«

 

Sorgen wir dafür, dass sich die Medien daran die Finger verbrennen. Die Antwort kann nur lauten: Keinen Pfennig mehr für die Propaganda-Medien!

 

 

 


 

 

 

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