Monday, 27. June 2016
03.03.2014
 
 

Ukraine: Schachspiel oder Schlammschlacht?

Gerhard Wisnewski

Die russlandfreundliche Regierung wird durch ausländische Agenten weg geputscht, anschließend eine westfreundliche Regierung eingesetzt. Gleichzeitig wird Russland gereizt, den ersten Schlag zu tun – Geostrategie vom Feinsten, die der Westen da zelebriert. Oder etwa nicht? Eigentlich nicht. In Wirklichkeit ist es nur eine Verbindung von Schach und Schlammcatchen. Am Ende steht der globale Schweinestall.

Im Grunde ist es wie auf einem Schachbrett: Schlägt man Figuren des Gegners, zwingt man ihn, ebenfalls zu schlagen. Nur dass man bei einem Schachspiel nicht anfängt, zu heulen und den Gegner anzuklagen. Und zwar deshalb nicht, weil klar ist, dass man dessen Gegenreaktionen selbst bestimmt. Zweitens, weil Schachspieler zur Schweigsamkeit angehalten sind und nur ihre Figuren

 

sprechen lassen. Denn Schach ist bekanntlich ein kultiviertes Spiel. Nur die Politik eben nicht. Die Politik gleicht einem Schachspiel mit »Foul Play«, bei dem sich die Spieler mit Dreck bewerfen und dauernd mit dem Finger auf den anderen zeigen, um ihn verschiedener Vergehen anzuklagen.

 

Anders als im Schachspiel versuchen beide Seiten, das Publikum mit Propaganda zu beeinflussen und in die Partie hinein zu ziehen, wodurch es zum Teil des Spiels wird – was natürlich irregulär ist. Der Figurenstand ist nicht mehr allein entscheidend – sondern wer die Öffentlichkeit hinter sich bringt, hat schon halb gewonnen. Und dabei geht es nicht etwa um Demokratie (also Herrschaft des Volkes), sondern ganz im Gegenteil: Beide Seiten oder eine Seite versuchen lediglich, ihre Bauernarmee zu vergrößern. Oder auch ihren Kanonenfutter-Vorrat.

 

Das Schachbrett als Schweinestall

 

Verglichen mit einem Schachspiel bedeuten Politik und Krieg also die Aufgabe jeglicher Regeln und Kultur. Verglichen mit einem Schachspiel bewegen sich Politik und Krieg auf der Ebene des Schlammcatchens. Genau deswegen ist auch der Titel von Zbigniew Brzezińskis geostrategischem Standardwerk The Grand Chessboard irreführend. In Wirklichkeit machen Leute wie er, Henry Kissinger, David Rockefeller und andere das Schachbrett zum Schweinestall. Exakt das ist die Geostrategie des Westens.

 

Zum Problem wird sie nur, weil sie neben all dem Dreck und Gestank eben leider auch noch intelligente Elemente des Schachspiels enthält. Das Schachspiel spielt in diesem Catch-as-catch-can also noch immer eine Rolle und wird nur um jeden beliebigen schmutzigen Trick erweitert. Nach dem Motto: Wer zu allem fähig ist, gewinnt. Womit der jeweiligen Gegenseite der Modus operandi aufgezwungen wird: Wer gewinnen will, muss ebenso zu allem fähig sein – selbst der, der nur in Frieden leben will.

 

Die Welt muss kriminell werden

 

Was übrigens auch der Grund ist, warum das Gute nie gewinnen kann und warum die Kriminellen immer oben schwimmen – nämlich weil sie immer zwei Optionen haben: die legale und die illegale Option. Während jemandem, der sich an Regeln halten will, nur eine Handlungsoption offen steht und er deshalb immer unterliegen muss. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Kriminellen der Welt entweder ihre Herrschaft aufzwingen – oder ihre Kriminalität. Womit ihre Herrschaft ebenfalls verwirklicht wäre. Das Legalitätsprinzip wird somit zur Entwaffnung. Nach dem Motto: Wir dürfen alles, aber du darfst nur nach den Regeln spielen. So kann man natürlich jede Partie gewinnen.

Es ist zwar ein Schweinestall, aber es ist unser Schweinestall

 

Exakt das ist die Situation in der Ukraine. Und exakt das war zuvor schon die Situation in Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien und vielen anderen Ländern. Der Westen rückt langsam und unaufhaltsam auf dem von ihm geschändeten Schachbrett vor und verwandelt die Welt dabei in einen Schweinestall. Und zwar in seinen Schweinestall. Oder um frei nach einem amerikanischen Präsidenten zu sprechen: Es ist zwar ein Schweinestall, aber es ist unser Schweinestall.

 

Für den Osten heißt es jetzt und auf lange Sicht: Du hast keine Chance, also nutze sie. Sprich: Wie verhält man sich gegenüber einem solchen Feind? Handelt man legal, entsprechend von Verträgen und Völkerrecht, ist man schon entwaffnet. Spielt man ebenfalls Foul Play, liefert man erst recht einen Vorwand, ausgelöscht zu werden. Sprich: Entweder man wird selbst zum Monster, oder man verliert. Vor diese Wahl wird Russland nun in der Ukraine gestellt. Die Frage ist, ob es sich diese Wahl aufzwingen lässt, oder ob es doch einen dritten Weg gibt.

 

Nur noch ein Schatten an der Wand?

 

Der kanadische Soziologe Professor Ricardo Duchesne hat kürzlich in einem Interview gesagt, er bewundere die westliche Kultur, »weil sie Freiheit und Vernunft in den Mittelpunkt stellt« (Junge Freiheit, 14.2.2014). Doch das ist längst vorbei. Inzwischen liegt dem Westen nichts ferner als Freiheit und Vernunft. Während die Masse in ihre Smartphones gafft, werden Freiheit und Vernunft vor aller Augen abgeschafft. Die Freiheit ist nur noch eine taktische Phrase, die Vernunft ein bösartiges Werkzeug.

 

In Wirklichkeit leben wir im Zeitalter der Antiaufklärung. Die Bauern müssen dumm gehalten werden, und zwar indem man ihnen einredet, der Herr des Spiels zu sein (»Demokratie«). Und was wird dabei am Ende aus den Menschen? Wenn man an das Schachspiel denkt, kann man die Frage leicht beantworten: Die Bauern werden geopfert. Wenn sich zwei (oder gar mehrere) atomare Monster bekämpfen, wird aus den Menschen Kanonenfutter. Oder auch nur Asche auf irgendeiner Wand.

 

 

 

 

 


 

 

 

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