Wednesday, 23. May 2012
17.02.2009
 

Der mächtigste Mann Europas und seine drei »Freimaurer-Punkte«

Guido Grandt

Dass hochrangige Politiker sich auch in geheimen Logen und Orden tummeln, ist längst kein Geheimnis mehr. US-Ex-Präsident George W. Bush Mitgliedschaft bei »Skull & Bones« ist nur ein Beispiel hierfür. Jetzt sind Gerüchte aufgekommen, dass auch Frankreichs Staatschef Nikolas Sarkozy ein Logenbrüder sein soll. Zudem gibt ein hochrangiger Freimaurer-Aussteiger tiefe Einblicke in die französische Politik und bestätigt damit »Verschwörungstheoretiker«.

Drei Punkte bringen den mächtigsten Mann Europas, den französischen Staatspräsidenten und amtierenden EU-Ratspräsidenten Nikolas Sarkozy, in den Verdacht ein Logenbruder zu sein. Denn seit einiger Zeit zieren drei Punkte, platziert zu einem Dreieck, seine Unterschrift unter zumeist offiziellen Papieren. Mit denen sollen sich Mitglieder verschiedener Freimaurerlogen zu erkennen geben. Das Élysée bestreitet natürlich eine Mitgliedschaft Sarkozys beim Freimaurerbund. Aber was bedeuten diese drei ominösen Punkte denn nun tatsächlich?

 

 

 

 

»Himmel, Erde, Unterwelt«

Nach dem  Vergleichendes Handbuch der Symbolik der Freimaurerei mit besonderer Rücksicht auf die Mythologieen und Mysterien des Alterthums (1861) von Dr. Josef Schauberg, Rechtsanwalt und freimaurerischer Schriftsteller, der an der Abfassung  des »Allgemeinen Grundgesetzes für den Freimaurerbund« wesentlich mitgewirkt hatte, sind diese drei Punkte ein »maurerisches Abkürzungszeichen«. Schauberg: »Vorzüglich machte sich der Gedanke an eine Götterdreiheit, an einen dreieinigen Gott, womit zugleich die Vorstellung von den 3 Welten, des Himmels, der Erde und der Unterwelt zusammenhängt, überall und nach allen Seiten hin geltend und die heiligste Zahl, die schlechthin heilige Zahl war die Dreizahl; sie war die allgemein theilende, ordnende und angewandte Zahl.«

Sarkozy, Sohn eines ungarischen Aristokraten, von Kritikern als Rassist, Faschist und »Agent« der Vereinigten Staaten und Israels beschimpft – also doch ein Eingeweihter? Abwegig ist dies keineswegs, denn die Logenbrüder des Grand Orient de France, mit selbst verordnetem liberalem Konzept (eine der ältesten Großlogen Europas), hält das Land schon seit rund 200 Jahren fest im Griff.

 

 

 

Sarkozy erkennt die Freimaurerei an

Zudem ist Nikolas Sarkozy einer der ganz wenigen Führungspolitiker, der die »Freimaurerei« definitiv öffentlich und offiziell beim Namen nennt und sie auch bestätigt. Schon vor einem Jahr, im Januar 2008, machte er dies bei einer Rede im saudi-arabischen Riad der Welt mehr als deutlich: »Ich habe die Pflicht, für jeden sicherzustellen, sei er nun Jude, Katholik, Protestant, Muslim, Atheist, Freimauer oder Rationalist, dass er sich glücklich schätzen kann, in Frankreich zu leben, sich frei fühlen, sich in seinen Überzeugungen anerkannt sehen kann, in seinen Werten und Wurzeln.« In einem Satz erkannte Sarkozy die Freimaurer also nicht nur an, sondern erklärte auch gleich noch ihr »offizielles« Konzept. Später sagte er ihnen sogar noch Sendezeiten im Fernsehen zu, was bislang nur Religionsgesellschaften erlaubt und möglich war.

 

 

Französische Politik und Freimaurerei

Sarkozy wäre nicht der erste prominente Politiker, der im Nachbarland entsprechend »geoutet« wird. So wie beispielsweise Xavier Bertrand von der UMP, der »Volksbewegungsunion«, Minister für Arbeit, soziale Beziehungen und Solidarität in der aktuellen Regierung von Premierminister François Fillons. Interessant: Sarkozy selbst war einst Vorsitzender der konservativen gaullistischen UMP, in deren Amt und als Innenminister er farbige Randalierer als »Gesindel« bezeichnete. Auch Alain Bauer, Freimaurer, Geheimdienst-Verantwortlicher, Kriminologe und Ex-Großmeister des Grand Orient de France, beeinflusste mit seinen strategischen Reflexionen zur Sicherheitsthematik Sarkozys  Innenpolitik erheblich. Bauer nannte die französische Großloge einmal »Kirche und Partei der Republik«, als »Kaderschmiede der egalitären Bürgergesellschaft«. 2005 trat er jedoch nach 25 Jahren wegen »Querelen« und »Strukturkonflikten« aus dem Grand Orient aus. In seiner »Persönlichen Erklärung« gab er Einblick in das politische Wirken der Freimaurer, bezeichnete dies als »beachtlichen Anstoß, der die Arbeit der Logen sichtbar machte, indem sie den Weg in die Gesetzgebung fand, welches sich begünstigend auswirkte auf die Freiheit der Forschung in der Bioethik oder auf das Recht in Würde zu sterben …« So viel also dazu, dass Freimaurer sich nicht politisch betätigen würden, wie es in den Logen immer wieder behauptet wird …

Ein anderer ehemaliger hochrangiger Freimaurer, ein Meister vom Stuhl des Grand Orient, »Delegierter am Konvent«, Mitglied der »Bruderschaft der hohen Funktionäre« und der Rosenkreuzer des AMORC, Maurice Caillet, gab in einem Interview an, dass Freimaurer maßgeblich daran beteiligt gewesen wären, dass die Abtreibung in Frankreich 1974 freigegeben worden sei. Unter Präsident Francois Mitterand hätte es sogar zwölf Logenbrüder in der Regierung gegeben, unter dem jetzigen Nicolas Sarkozy immerhin noch zwei. Der Aussteiger bezeichnete die Loge als »Lobbyorganisation, die sich in einem tiefgreifenden Verfall befindet«, die zur Korruption beitragen würde, da Freimaurer untereinander Aufträge für öffentliche Bauten verteilten. Caillet erklärte weiter, dass die Freimaurerei für das Christentum besonders gefährlich sei, weil sie nicht als »Sekte« auftrete, sondern als »philosophische Wohlfahrtsorganisation«. Seit 250 Jahren würde sie »Geist und Gesetzgebung vieler westlicher Länder« »vergiften«.

 

 

Morddrohung gegen Freimaurer-Aussteiger

Als Caillet sich schließlich vom Maurertum abwandte, verlor er seine Stelle und fand trotz »einwandfreien Lebenswandels« keine neue Arbeit in der öffentlichen Verwaltung. Ein führender Freimaurer hätte ihm sogar gedroht, dass er sein Leben in Gefahr bringen würde, wenn er gegen die Entlassung vor dem Arbeitsgericht klagte! »Ich hätte mir nie vorstellen können, einmal Morddrohungen von bekannten und ehrwürdigen Freimaurern unserer Stadt zu bekommen«, erklärte er weiter und bestätigte damit die Vermutung vieler als »Verschwörungstheoretiker« abgestempelter Publizisten, dass der Verrat der obersten maurerischen Tugend, der Verschwiegenheit, mitunter mit dem Tode bestraft wird.

Sarkozy wird sich sicher nicht öffentlich als Freimaurer outen, sollte er denn einer sein, denn damit würde er die konservative und katholische Bürgerschaft in Frankreich und in anz Europa mehr als vor den Kopf stoßen. Aber irgendetwas müssen die »drei Punkte« bei seiner Unterschrift schließlich bedeuten. Dass sie tatsächlich, wie belegt, ein maurerisches Abkürzungszeichen sind, scheint im Kontext dieser Betrachtung die logischste Erklärung zu sein.

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