Wednesday, 23. April 2014
09.09.2013
 

Statistik-Ramsch zur EU: Spanien in Not

Janne Jörg Kipp

Je schlimmer die Lage, desto größer die Lügen. Nach diesem Motto verfährt die EU, wenn es nach den Kritikern der zahllosen Krisenerklärungen geht. Dazu zählen Haushaltsdefizite, Wirtschaftsdaten für die Konjunktur, aber auch die Arbeitslosenstatistik. Spanien erlebt das nächste Beispiel.

Die Finanzkrise der EU ist bis dato noch kontrollierbar, weil große Wirtschaftsmächte wie Spanien, Italien oder Frankreich vergleichsweise geringe Probleme zu haben scheinen. Die Spanier sind offiziell bei weitem nicht so hoch verschuldet wie andere Staaten.

 

Allerdings ist die Arbeitslosigkeit dramatisch hoch und zeigt, wie schwach die Wirtschaftsleistung ist. Offenbar eine Einladung, um die Zahlen zu schönen. Oder zumindest die Darstellung günstiger wirken zu lassen. Denn jetzt sind Zahlen veröffentlicht worden, die zunächst positiv aussehen: Im August ist die Anzahl der registrierten Arbeitslosen tatsächlich zurückgegangen – noch in einer unbereinigten Statistik. Zwar nur um 31 Menschen, aber immerhin.

 

Dies ist laut Arbeitsministerium sogar der erste Rückgang in einem August seit dem Jahr 2000. Friede, Freude, Eierkuchen? Mitnichten. 4 698 783 Spanier sind offiziell arbeitslos. Dies ist eine Steigerung um 1,5 Prozent – und das ist enorm.

 

Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei mehr als 40 Prozent – und ist damit Ausweis für die Perspektivlosigkeit. Die Schulden steigen weiter immens und die Zinsbelastung des Staates wächst wegen der hohen Renditen spanischer Anleihen. Aktuell müssen Investoren zwar mit ungefähr 4,5 Prozent Rendite oder Zinsen vorliebnehmen, dies ist jedoch nur auf den Aufkauf durch staatliche Institutionen zurückzuführen. Das Niveau liegt schlicht um mehr als 50 Prozent über dem Zinsniveau in Deutschland und wird trotz des jüngsten Rückgangs wieder steigen.

 

Die Spanier müssen auch zwei Prozentpunkte mehr als die USA zahlen, 2,5 Prozentpunkte mehr als die Niederlande und sogar 0,5 Prozentpunkte mehr als Irland. Großbritannien bringt fast zwei Prozentpunkte weniger Rendite – auch dies zeigt, wie teuer die Finanzierung und damit Produktion in Spanien ist.

 

Das Vertrauen sinkt schlicht weiter – und die Schulden wachsen. Die Arbeitslosigkeit sinkt faktisch nicht, sondern sie steigt. Dies ist die Wahrheit – und deshalb wird die Euro-Krise sicher weitergehen. Die Zinswende kommt – und mit ihr die Gefahr eines großen Crashs.

 

Lassen Sie sich von den aktuellen Statistiken rund um den Euro nicht blenden – die Krise läuft weiter.

 

 

 


 

 

 

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