Monday, 25. July 2016
28.03.2014
 
 

Polen beruft Reservisten ein: »Die Welt steht am Rande eines Konflikts«

Mac Slavo

Während in den amerikanischen Mainstream-Nachrichtenkreisen nicht viel über die Ukraine zu vernehmen ist, sind in Europa die Nerven zum Zerreißen gespannt.

Vor einigen Wochen warnte Estland, viele Anzeichen deuteten darauf hin, dass sich die russischen Streitkräfte auf eine Invasion der vom Westen unterstützten Ukraine vorbereiteten. Der Ministerpräsident der Übergangsregierung in der Ukraine hat seitdem etwa 40 000 Soldaten an

die Ostgrenze des Landes verlegt, um Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, sollte Wladimir Putin seine dort zusammengezogenen 80 000 Soldaten die Grenze überschreiten lassen.

 

In Polen, das sich in einer geografischen Region Europas befindet, die praktisch an jedem Konflikt der neueren Zeit beteiligt war, sind führende Politiker besorgt, dass der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine auch auf ihr Land übergreifen könnte.

 

Einem Bericht der britischen Zeitung The Week zufolge wurden Reservisten der polnischen Armee zu Tausenden einberufen, um für den Fall gewappnet zu sein, dass der Konflikt nicht nur auf Polen übergreift, sondern in eine offene militärische Konfrontation mit Russland mündet.

»Mindestens 7000 Reservisten wurden zu umgehenden Übungen, die je nachdem zehn bis 30 Tage dauern können, zu den Fahnen gerufen. Die polnischen Behörden erklärten, bei den Einberufungen handele es sich um Routinevorgänge, aber die betroffenen Männer erklärten, sie seien zuvor noch nie einberufen worden. Andererseits seien sie sich aber durchaus der wachsenden Alarmstimmung in Warschau angesichts des aggressiven Vorgehens Präsident Putins bewusst. Vor drei Wochen hatte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk auf einer Pressekonferenz erklärt: ›Die Welt steht am Rande eines Konflikts, dessen Folgen nicht abzusehen sind… Nicht jeder in Europa ist sich dieser Situation bewusst.‹

Sollte der schlimmste Fall eintreten und Russland zu einem revanchistischen Kurs übergehen, hätte Polen Schlimmstes zu befürchten. Im Norden grenzt es an die russische Exklave Kaliningrad (vormals: Königsberg), die sich Russland am Ende des Zweiten Weltkriegs in Ostpreußen angeeignet hatte, sowie an Litauen, Weißrussland und die Ukraine.

Keine dieser Grenzen wird durch natürliche Barrieren wie Flüsse oder Gebirgszüge geschützt. Sie bilden praktisch nur Linien auf einer Landkarte, die damals von Stalin unter dem triumphalen Eindruck des Sieges gezogen worden waren. Angesichts dessen wundert es nicht, dass sich die Polen verwundbar fühlen.

Aber auch wir sollten uns Sorgen machen. Polen ist sowohl Mitglied der Europäischen Union als auch der NATO. Wir sind aufgrund von Bündnisverträgen verpflichtet, Polen im Falle eines äußeren Angriffs zu verteidigen. Es war letztlich auch die Verletzung der territorialen Integrität, die uns 1939 mit großem Widerstreben in den Krieg ziehen ließ…

Polen ist ein Aspekt, aber es gibt auch noch andere Staaten im Schatten Russlands, die sowohl Mitglieder der NATO als auch der EU sind. Sind wir bereit auch für die wehrlosen baltischen Staaten zu kämpfen, sollte sich Präsident Putin auch gegen sie wenden?«

Zum ersten Mal in der polnischen Geschichte hat sich die Regierung entschlossen, die Reservisten einzuberufen. Was auch immer diese Mobilisierung ausgelöst hat, muss also schon ein sehr ernster Anlass gewesen sein. Wie schon die Internetseite Bevor it’s News meldete, berichtete Glenn Beck, Wladimir Putin bereite seine Streitkräfte nunmehr auch auf einen Angriff gegen die anderen früheren russischen Satellitenstaaten vor:

»Jeder, der sich in einem früheren sowjetischen Staat aufhält, sieht das Menetekel an der Wand: Putin könnte einmarschieren, tun und lassen, was er wolle und niemand könnte ihn aufhalten.

Vor zwei Wochen erklärte Putin am Montag in Russland: ›Ich werde die Krim nicht annektieren. Wir schicken nur einige Soldaten, um ihnen zu helfen, den Frieden zu erhalten.‹ Aber Freitag, vier Tage später, unterzeichnete er den Beitrittsvertrag. Was die Welt sagen würde, interessierte ihn nicht, so dass er einfach unterzeichnete…

Wir stehen vor folgenden Alternativen… Wir unternehmen nichts und warten einfach auf den möglichen Dritten Weltkrieg, denn wir werden erleben, dass Russland nach und nach seine früheren Satelliten und dann möglicherweise noch weitere Länder übernehmen wird. Wir stehen vor einer ähnlichen Situation wie im Zweiten Weltkrieg, und es wird wahrscheinlich Großbritannien sein, das uns auffordert, wir müssten uns einmischen, weil diese Entwicklung auch vor unserer Tür nicht Halt machen würde. Man kann also versuchen, das Problem auszusitzen oder gar nichts zu unternehmen … was möglicherweise in den Dritten Weltkrieg oder hoffentlich nur in einen neuen Kalten Krieg führen könnte. Es kann auch sein, dass wir in Kürze direkt in den Dritten Weltkrieg hineingezogen werden.«

Aber vielleicht ist das ja auch alles nur Getue seitens Wladimir Putins und seiner europäischen Gegenspieler. Aber was würde geschehen, wenn Putin tatsächlich in die Ukraine … und dann in Polen und andere frühere Satellitenstaaten einmarschiert? Wie würde Amerika reagieren?

 

Sind wir darauf vorbereitet und bereit, die territoriale Integrität Polens und anderer EU-Mitgliedsstaaten zu schützen? Denn die Folge könnte durchaus der Dritte Weltkrieg mit dem Einsatz von Atomwaffen und allem anderen sein?

 

Präsident Barack Obama hat bisher auf diese Fragen größtenteils geschwiegen und sich auf leere Drohungen und »Wirtschaftssanktionen« beschränkt, zu denen etwa das Einfrieren finanzieller Vermögenswerte einer Handvoll russischer Diplomaten und Geschäftsleute gehört.

 

Russland auf der anderen Seite hat seine Muskeln spielen lassen und nicht nur Soldaten eingesetzt, sondern auch die Krim annektiert. Es scheint, als sei Wladimir Putin selbst davon überzeugt, dass ihn niemand in seinen Bemühungen aufhalten könnte, Russland zu seinem früheren ruhmreichen Status wie in Sowjetzeiten zurückzuführen.

 

Werden Obama und die übrige Welt tatenlos zusehen und es geschehen lassen?

 

 

 


 

 

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