Saturday, 30. July 2016
09.01.2015
 
 

Geiselnahmen beendet, Terroristen tot, Geheimdienste im Kreuzfeuer

Markus Gärtner

Die französische Polizei hat gestern Abend kurz nach 17 Uhr beide Geiselnahmen beendet. Dabei kamen sowohl die beiden Kouachi-Brüder Cherif und Said, die am Mittwoch den Anschlag gegen das Satire-Magazin Charlie Hebdo verübt hatten, als auch deren Komplize, der Geiseln in einem jüdischen Supermarkt im Osten von Paris genommen hatte, ums Leben. Zwei Polizisten wurden bei der Befreiung verletzt.

 

Vier Geiseln wurden in dem Supermarkt von den Islamisten getötet, zehn konnten sich ins Freie retten. Die Geisel in der Druckerei in Dammartin-en-Goële, aus der die Terroristen um sich schießend herausstürmten, blieb unverletzt.

In Dammartin hatten sich nach einer wilden Verfolgungsjagd, bei der Schüsse fielen, morgens die beiden »Charlie Hebdo«-Attentäter im Gebäude einer örtlichen Druckerei verschanzt. Der nahe gelegene Flughafen Charles de Gaulle wurde stundenlang zum Teil gesperrt.

 

Der Geiselnehmer in dem Supermarkt, Amedy Coulibaly, hatte am Tag zuvor in Paris eine Polizistin erschossen. Sicherheitskräfte fahnden nach seiner Partnerin.

 

Cherif Kouachi wurde laut seiner eigenen Aussage gegenüber dem französischen TV-Sender BFMTV von Al-Kaida im Jemen beauftragt und finanziert. Amedy Coulibaly erzählte demselben Sender, er gehöre dem »Islamischen Staat« an und habe mit den Kouachi-Brüdern kooperiert. In ganz Frankreich waren knapp 90.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz, um die Attentäter von »Charlie Hebdo« zu jagen.

 

Beim Wechsel des Fluchtautos hatte einer der beiden Terroristen den Personalausweis liegen lassen. Das führte im Internet zu wilden Spekulationen, ob es sich bei dem Attentat um einen »False Flag«-Angriff gehandelt hat.

 

Die Kouachi-Brüder waren den Geheimdiensten auf beiden Seiten des Atlantiks bekannt. In den USA standen sie auf der 47.000 Namen umfassenden »No Fly«-Liste für Personen, die keine Flugzeuge in die USA, oder aus dem Land heraus besteigen dürfen.

 

Die Namen der Brüder Cherif (32) und Said (34) standen auch auf der »Terrorist Identities Datamart Environment«-Liste (TIDE), die eine Million terrorverdächtige Personen umfasst. Was genau zu ihrer Registrierung geführt hat, ist bislang nicht bekannt, dürfte von den US-Behörden aber auch künftig nicht preisgegeben werden.

 

Der Bruder Cherif soll 2005 den französischen Behörden aufgefallen sein, als er im Zusammenhang mit einem Fall festgenommen wurde, der sich um den Hassprediger Farid Benyettou drehte. Dieser rief in Predigten zum »Heiligen Krieg« im Irak auf.

 

Cherif wurde im Januar des Jahres bei der Ausreise nach Damaskus verhaftet. Dort unterstützt das Regime von Präsident Assad Dschihadisten mit Papieren und Logistik, damit sie gegen US-Truppen kämpfen können.

 

Einer der beiden Kouachi-Brüder soll 2011 zudem in einem Trainingscamp von Al Kaida im Yemen gewesen sein. Wie ein derartiger terroristischer Tourismus möglich ist, wo doch beide auf der »No Fly«-Liste standen, wird eine der meistgestellten Fragen der nächsten Tage oder Wochen sein, sollte es zumindest.

 

Jetzt muss auch überprüft werden, warum die eskalierende Überwachung in westlichen Gesellschaften – an der es aus gutem Grund viel Kritik gibt - nicht effektiveren Schutz bietet.

 

Umfassende Lauschangriffe, exzessive Datenbanken und immer längere Geheimdienst-Listen erfassen offenbar zwar viele Terrorverdächtige. Aber dieser immense Aufwand, der aus freien Gesellschaften zunehmend erdrückende Schnüffel-Staaten macht, konnte nicht verhindern, dass drei den Geheimdiensten bekannte Terroristen tagelang eine halbe Armee in Frankreich in Atem halten und erst nach 17 Morden gestoppt werden können. Und das auch noch, obwohl arabische Geheimdienste ihre westlichen Kollegen bereits vor Wochen gewarnt hatten.

 

Kurz nach Beendigung der beiden Geiselnahmen wurde am Freitag Abend eine weitere Geiselnahme in einem Juweliergeschäft in Montpellier mit zwei Beschäftigten bekannt. Dort soll es sich um einen Überfall ohne terroristischen Hintergrund handeln.

 

 

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Leser-Kommentare (40) zu diesem Artikel

19.03.2015 | 09:22

A. Röck (Vors. Club Voltaire 1994)

Miss Brigitte Müller- Sie taugen nicht für die Politik, da unfähig zu Analyse: Der ach soo böse Bush hat so ganz alleine Invasion im IRAK gemacht? Aber: es waren doch über 32 Staaten, vor allem 8 islamische, denn diese hatten extra Angst vor Saddam Hussein (Ex-Präs. IRAK). Saddam hätte man ein 3. Mal nach Kuwait enmarschieren lassen sollen? 9 Jahe hatte er /Sunnit), gegen IRAN (Schiiten) Krieg geführt- nur 950.000 Tote. CHEMIELÜGE: Er hatte keine Chemiewaffen? Aber: 1988 waren...

Miss Brigitte Müller- Sie taugen nicht für die Politik, da unfähig zu Analyse: Der ach soo böse Bush hat so ganz alleine Invasion im IRAK gemacht? Aber: es waren doch über 32 Staaten, vor allem 8 islamische, denn diese hatten extra Angst vor Saddam Hussein (Ex-Präs. IRAK). Saddam hätte man ein 3. Mal nach Kuwait enmarschieren lassen sollen? 9 Jahe hatte er /Sunnit), gegen IRAN (Schiiten) Krieg geführt- nur 950.000 Tote. CHEMIELÜGE: Er hatte keine Chemiewaffen? Aber: 1988 waren doch 18 Flugzeuge Irak`s in die Kurdenstädte Helabscha u. Kirkuk gekommen, hinterliessen 7500 Chemietote! Saddam wollte ein PAN ARABIA natürlich unter seiner Fuchtel. Wer so, wie Sie, lügt, dem gehört das Wahlrecht entzogen. Demokratie u. Menungsfreiheit heisst nicht LÜGEN VERBREITEN zu dürfen. Ekelhaft! 19.3.2015, A.R.


20.01.2015 | 23:01

GLADIO

14.01.2015 | 19:09 @ Gertrud Rychli // 12.01.2015 | 02:16 @ A. Röck (Cand.-Ing.) >>> Der Kampf um die Sache der Freiheit wäre von Anfang an verloren, gäbe es nicht die feinfühligen Warner, die mitten im ausgelassenen Sommertagsfest beginnen zu frösteln, die wachsamen Wenigen, die bereit sind, den Preis zu zahlen zum Nutzen der schlafwandlerischen Vielen (Zitat: Roland Baader) >>> mit anderen Worten, Sie sollten sich für Ihren Kommentar schämen in Anbetracht der Weltlage !


20.01.2015 | 20:38

GLADIO

... Beim Wechsel des Fluchtautos hatte einer der beiden Terroristen den Personalausweis liegen lassen ... >>> während der Einsatzbesprecheung der US-geplotteten Al-Kaida wird den Kouachi-Brüdern, die gerade den Eingang der geheimen Verschwörungs-Höhle im Jemen verlassen wollen nachgerufen >>> ... Und Jungs, vergesst bitte nicht euren Personalausweis mitzunehemen, damit die Jandarmerie im Falle eines Falles feststellen kann ob ihr Personal der RF seid, denn ordentliche...

... Beim Wechsel des Fluchtautos hatte einer der beiden Terroristen den Personalausweis liegen lassen ... >>> während der Einsatzbesprecheung der US-geplotteten Al-Kaida wird den Kouachi-Brüdern, die gerade den Eingang der geheimen Verschwörungs-Höhle im Jemen verlassen wollen nachgerufen >>> ... Und Jungs, vergesst bitte nicht euren Personalausweis mitzunehemen, damit die Jandarmerie im Falle eines Falles feststellen kann ob ihr Personal der RF seid, denn ordentliche Terroristen tun das immer so !!! ... Oh ja Mullah, das werden wir tun ! Und siehe da, es ward rein zufällig ein Personal - Ausweis gefunden. Und wenn die schlauen Brüder nicht die Spur gelegt hätten, so täten sie bis zum Ende der Tage leben. So liebe Kinder jetzt schlaft recht gut, das war die Abendgeschichte von den bösen Terroristen aus der Verschwörungs-Höhle von Alibaba und die vierzig Räuber. >>> wer kann sich noch an 9/11 erinnern als die Tower eingeäschert waren, fand sich doch auf der heißen Asche völlig unversehrt ein Ausweis der angeblichen Attentäter aus dem Flugzeug an. Die machen sich nicht einmal die Mühe neue Geschichten zu erfinden, nehmen einfach die alten Varianten, denn es ist doch so einfach die Leute zu verarschen ... ist das nicht Beweis genug wer wieder mal dahinter steckt ? >>> viele Grüße


11.01.2015 | 20:36

Frank Esser

Natürlich beklage ich die Opfer. Aber die europaweite Welle der Emotionen ist gewollt, und es ist perfekt inszeniert. Da war die Aktion mit den TwinTowers sehr viel komplizierter. Bei allen politischen Attentaten wundert mich immer, dass die Täter schon fast vor der Tat bekannt sind, rasend schnell, und immer sind sie so blöd, ihre Visitenkarte am Tatort zurückzulassen, immer begehen sie sofort Selbstmord oder werden erschossen, und etwaige Kronzeugen gleich mit. In diesem Fall...

Natürlich beklage ich die Opfer. Aber die europaweite Welle der Emotionen ist gewollt, und es ist perfekt inszeniert. Da war die Aktion mit den TwinTowers sehr viel komplizierter. Bei allen politischen Attentaten wundert mich immer, dass die Täter schon fast vor der Tat bekannt sind, rasend schnell, und immer sind sie so blöd, ihre Visitenkarte am Tatort zurückzulassen, immer begehen sie sofort Selbstmord oder werden erschossen, und etwaige Kronzeugen gleich mit. In diesem Fall der ermittelnde Polizeikommissar, der "Selbstmord" begeht, es stinkt. Erst nachträglich wird man sehen, wem die Anschläge in Paris am meisten genützt haben. "Ciu bono" ist für mich der Schlüssel zum Verständnis. Es passt jedenfalls gut in die amerikanische Politik, die Bevölkerung Europas emotional gleichzuschalten und für kriegerische Einsätze gegen die Achse des Bösen zu gewinnen, wo fremdes Erdöl oder Erdgas mit Hilfe der NATO für die USA erobert werden soll. Und Einsätze, bei denen es um die Stärkung des Dollar geht. Nachdem in den USA auch der Dümmste gemerkt hat, dass es volkswirtschaftlicher Wahnsinn ist, jahrelang täglich Millionen $ kriegerisch zu verballern, verlagert man sich jetzt aufs Strippenziehen und Regieanweisungen-geben, - sollen doch jetzt die blöden Europäer für stellvertretend die USA kämpfen ... Und die Merkel darf dafür bei Obama mal wieder auf dem Schoß sitzen. Dann heißt es, man habe Oral-Noten ausgetauscht.


11.01.2015 | 14:01

Brigitte Müller

Wie eckelhaft ,heute großer Aufmarsch für die Opfer des Anschlags in Paris (ein richtiger Staatsakt ) und mitten unter ihnen die eigentlichen Schuldigen mit Leidensmienen .Das selbe Spiel wie in der USA ( 11. 9. 2001 ) bei der 10jährigen Trauerandacht mitten unter ihnen die Täter ,Bush und co.. Sind diese Menschen schon so verblendet oder durch Schadstoffe im Kopf vernebelt das man kein durchblick mehr hat . Wundern würde mich das nicht passiert ja hier in Deutschland bestens...

Wie eckelhaft ,heute großer Aufmarsch für die Opfer des Anschlags in Paris (ein richtiger Staatsakt ) und mitten unter ihnen die eigentlichen Schuldigen mit Leidensmienen .Das selbe Spiel wie in der USA ( 11. 9. 2001 ) bei der 10jährigen Trauerandacht mitten unter ihnen die Täter ,Bush und co.. Sind diese Menschen schon so verblendet oder durch Schadstoffe im Kopf vernebelt das man kein durchblick mehr hat . Wundern würde mich das nicht passiert ja hier in Deutschland bestens .Den verlogenen Politiker hörig bis aufs Blut aber zum Glück nicht alle wie in den Kommentaren zu lesen ist . Gott sei Dank !!!!


11.01.2015 | 12:06

Elisa

"Wenn die Angreifer in der Tat Mitglieder einer der unzähligen bekannten Terrorgruppen waren, die unter der Leitung und Kontrolle der Westmächte stehen, dann kann Frankreich selbst in die Planung und Durchführung der Anschläge verwickelt sein."Wurden die Charlie Hebdo Killer in Syrien bewaffnet und ausgebildet – Terrorismus Made In France?http://www.neopresse.com/politik/wurden-die-charlie-hebdo-killer-syrien-bewaffnet-und-ausgebildet-terrorismus-made-france/...

"Wenn die Angreifer in der Tat Mitglieder einer der unzähligen bekannten Terrorgruppen waren, die unter der Leitung und Kontrolle der Westmächte stehen, dann kann Frankreich selbst in die Planung und Durchführung der Anschläge verwickelt sein."

Wurden die Charlie Hebdo Killer in Syrien bewaffnet und ausgebildet – Terrorismus Made In France?
http://www.neopresse.com/politik/wurden-die-charlie-hebdo-killer-syrien-bewaffnet-und-ausgebildet-terrorismus-made-france/

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