Samstag, 10. Dezember 2016
17.12.2015
 
 

Geld weg, Pech gehabt: Italienische Regionalbanken exerzieren das neue europäische Abwicklungs-Regime

Markus Gärtner

Gestern hü, heute hott. Im Mainstream-Journalismus grassiert Alzheimer. Die Leser der Massenblätter kennen das. Man braucht dafür auch gar kein langes Gedächtnis. Am 28. Mai schrieb die Financial Times, Italiens Wirtschaft sei »wieder auf den Füßen«. Nur fünf Monate später titelte dieselbe respektierte Zeitung: »Italiens Erholung ist nicht das, wonach sie aussieht«.

 

Ein und dasselbe Land, zwei kurz aufeinander folgende Diagnosen von derselben Zeitung. Und sie widersprechen sich diametral. – Welcher Befund der richtige war, zeigt sich jetzt. Es war der zweite. Denn das Bankensystem droht unter der Last der schwachen Wirtschaft, die gerade drei Rezessionen in Folge hinter sich hat, zu zerbrechen.

Die Welt berichtet von vier Regionalbanken, in denen mehr als 12 000 Anleger, viele von ihnen Rentner ohne größere Ersparnisse, zusammen 430 Millionen Euro verloren haben.

 

Die Regierung in Rom und die Bankenaufseher haben die Kreditinstitute aufgespalten. Sie haben jeweils eine gute Bank und eine »Bad Bank« aus den Geldhäusern gemacht.

 

Die jeweils bessere Hälfte wird aus den Mitteln des italienischen Bankensystems frisch mit Kapital aufgefüllt. Mit dieser Lösung bleiben Kontoinhaber und Anleihebesitzer verschont. Doch es gibt offenbar Tausende von Käufern nachrangiger Anleihen, die jetzt auf ihren Papieren sitzenbleiben. Diese sind nichts mehr wert.

 

Für Italien ist diese Art der Abwicklung eine Neuheit. Doch schon in wenigen Tagen, ab dem 1. Januar 2016, beginnt ganz EU-Europa nach diesem Regiebuch der »Bail-ins« zu verfahren. Das bedeutet: Es werden nicht mehr, wie zuletzt 2008, die Steuerzahler in die Pflicht genommen, wenn ein Bankhaus am Ende ist, sondern Aktionäre, Einleger und Aktiensparer.

 

Das Traurige ist: Zwar werden jetzt andere als die Steuerzahler in die Pflicht genommen, aber das Risiko für die Betroffenen wurde seit 2008 offenbar nicht entscheidend verringert.

 

Wieder haben die Regulierer geschlafen, wieder haben Banker ihre Kunden in Papiere getrieben, die diese nicht hätten kaufen sollen. Und wieder löst die Regierung das leidige Problem, indem Geld darauf geworfen wird, anstatt hart durchzugreifen.

 

Verbraucherschützer, die vor Ort in Italien bei den vier Regionalbanken Geschädigten beistehen, haben dem Bericht zufolge kaum Hoffnung, dass die vielen »Rentner und Arbeiter« irgendetwas von dem Einsatz für die »Müll«-Anleihen zurückbekommen, die ihnen aufgeschwätzt worden sind.

 

 

 

 

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