Saturday, 25. June 2016
11.07.2014
 
 

Portugal: Rückkehr der Finanzkrise

Markus Gärtner

Meldet sich die Krise in der Euro-Zone zurück? Nein. Denn sie hatte sich ja nie verabschiedet.

 

Doch die kleine Pause, in der uns Bankanalysten und Mainstreammedien vormachen wollten, das Schlimmste sei überstanden, ist definitiv vorbei. In Portugal droht mit der Banco Espírito Santo eine neue Bankenkrise.

 

 

Die Muttergesellschaft Espírito Santo International steckt in erheblichen Schwierigkeiten und soll einen Teil ihrer bis zu sieben Milliarden Euro Schulden nicht bedienen können.

 

Ein Rettungsplan ist in Arbeit, Aktien und Anleihen wurden vom Handel ausgesetzt. Jetzt werden wieder fleißig Löcher im sinkenden Schiff gestopft.

 

Die Nachrichten aus Portugal haben zur Wochenmitte weltweit die Kurse von Wertpapieren unter Druck gesetzt. Die neuen Turbulenzen treffen zeitlich mit einer wachsenden Zahl von Prognosen zusammen, wonach die Börsen für eine scharfe Korrektur mehr als reif sind.

 

Der S&P 500-Index hat seit über zwei Jahren nicht mehr um zehn Prozent korrigiert. Die Wall Street geht seit Wochenbeginn auf Tauchstation. Der Goldpreis rauscht auf ein Viermonats-Hoch. Die US-Notenbank will im Oktober zwar aufhören, massiv Anleihen zu kaufen. Doch die Zinsen sollen bis auf weiteres am Boden bleiben.

 

Währenddessen mehren sich Meldungen, wonach Spanien eine Zwangsabgabe auf Spareinlagen plant. Der Nahost-Konflikt eskaliert. In der Ukraine gehen die Kämpfe weiter. Und die USA dehnen den Finanzkrieg, den sie gegen Russland führen, auf weitere europäische Banken aus, darunter die Commerzbank und die Deutsche Bank.

 

Die Weltwirtschaft bremst immer stärker ab, allen voran die USA. Der Euro-Raum entwickelt sich zur wachstumsfreien Zone. Und in Japan brachen im Mai die Bestellungen für Maschinen zum Vormonat um fast 20 Prozent ein.

 

Man muss kein Schwarzmaler sein, um in dieser Situation gedanklich zum Gurt zu greifen und sich anzuschnallen.

 

Währenddessen werden von Bankanalysten und Marktaufsehern in Europa Beruhigungspillen herumgereicht. Die Banco Espírito Santo sei sicher, beteuert Portugals Notenbank, nur zwei Monate, nachdem das Land die Zwangsjacke des Rettungspakets abgeschüttelt hat.

 

Auch soll die Bank nur ein Fünftel der Bilanzsumme von Portugals Geldbranche repräsentieren. Doch Frankreichs drittgrößte Bank, die Crédit Agricole, hält 15 Prozent an dem portugiesischen Institut. Die Franzosen mussten 2013 über fünf Milliarden Dollar zusätzliche Vorsorge gegen mögliche Ausfälle betreiben.

 

Der ansteckendste und damit gefährlichste Übertragungsweg sind jetzt die Anleihen. Die Kurse, vor allem der südeuropäischen Bonds, brechen wieder ein. Das lässt die Zinsen steigen. Und damit die Belastung der hoch verschuldeten Wackelländer in der Euro-Zone. – Die Dominos sind immer noch in dichter Folge aufgestellt. Und der Boden unter ihnen wackelt schon wieder.

 

 

 


 

 

 


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