Wednesday, 28. September 2016
06.05.2015
 
 

Versenkt das Rezept von Obama das alte Europa?

Markus Gärtner

Ein Gender-Gau in Birmingham. Und ein schlimmes Omen für ganz Europa. Bei einer Wahlkampfveranstaltung der Labour Party in den britischen »Midlands« saßen Frauen und Männer streng voneinander getrennt auf zwei verschiedenen Seiten der Halle. Die Daily Mail zeigte das Bild. Es löste einen Sturm der Entrüstung aus.

 

Die Aufnahme sollte auch hierzulande hohe Wellen schlagen. Denn sie ist der Beweis für eine perfide neue Politik linker Parteien auf dem Kontinent. Diese werfen auf der Suche nach Mehrheiten selbst Kernprinzipien der europäischen Kultur – inklusive ihre angestammte Klientel im Wahlvolk – skrupellos und ohne zu zögern aus dem Fenster.

»Hier nur Männer« und »hier nur Frauen«. Das stand unter dem Bild der Daily Mail.

 

Man kann die schockierende Aufnahme von der strengen Geschlechtertrennung auch auf YouTube sehen. »Wir haben niemanden dazu gezwungen, alle haben sich freiwillig so gesetzt.« So lautete die aufgeregte und fadenscheinige Entschuldigung führender Labour-Politiker gestern zu diesem Debakel bei ihrer Veranstaltung.

 

Doch es fällt schwer, ihnen das zu glauben. Einer der Redner bei der Veranstaltung war Jack Dromey. Er ist der Ehemann der stellvertretenden Labour-Chefin Harriet Harman. Sie ist eine der bekanntesten Frauenrechtlerinnen Großbritanniens.

 

Kaum auszudenken, welche Standpauke Harriet Harman ihrem Mann hielt, als sie die strikte Sitzverteilung nach Geschlechtern auf den Pressebildern sah.

 

Mehr noch: Ehrengast bei der Veranstaltung war Sultan Mehmood Chaudhry, der frühere Premier der teilautonomen pakistanischen Region Asad Kaschmir. Er gibt gelegentlich damit an, dass er den Wählern in »seiner Community« sagt, wen sie zu wählen haben.

 

Die Daily Mail konnte sich den Hinweis nicht verkneifen, dass es Abgeordnete von Labour bisher abgelehnt haben, Veranstaltungen mit überwiegend moslemischen Teilnehmern zu besuchen, weil dort nur Männer eingeladen waren.

 

Diesmal, so lauteten gestern einige Erklärungen, seien ja auch Frauen eingeladen worden, ein Fortschritt also. Und im Saal seien alle gleich behandelt worden. – Der Proteststurm im Internet zeigt jedoch, dass vielen diese fadenscheinige Erklärung überhaupt nicht ausreicht. Dass Labour bereit ist, Werte für Wählerstimmen zu verkaufen, war gestern nur einer von vielen Vorwürfen. Aber es war der schwerwiegendste.

 

Denn das Debakel von Birmingham zeigt: Die britische Arbeiterpartei schreckt vor kaum etwas zurück, wenn sie sich Hoffnungen machen kann, die Konservativen vor der morgigen Parlamentswahl noch zu überholen.

 

Die Reaktionen im Internet sprechen eine klare Sprache. Das Wahlvolk ist entsetzt. »Zurück in die Steinzeit«, schrieb eine Frau auf Twitter. Andere kündigten an, ihr Parteibuch zurückzugeben.

 

Was geht uns das in Deutschland an?

 

Viel. Denn linke Parteien in Europa setzen rigoros eine neue Strategie im Kampf um Wählermehrheiten um. Sie basiert auf der Übernahme des Konzepts, mit dem Barack Obama 2008 seine erste Wahl gewann:

 

Obama umgarnte vor allem Frauen, Lesben, Schwule, Minderheiten und Moslems, die am stärksten wachsenden Gruppen in der Wählerschaft. Sein Wahlsieg hat den europäischen Nachahmern Hoffnung gemacht, dass die Strategie auch auf unserer Seite des Atlantiks zum Erfolg führen kann.

 

In Großbritannien schlug schon 2009 der ehemalige Berater von Tony Blair, Andrew Neather, hohe Wellen, als er die bewusste Öffnung der Schleusen bei der Einwanderung unter Labour als eine politische Kampagne entlarvte . Sie diene dazu, so Neather, »die Nase der Konservativen in Multikulti zu stecken«.

 

Die Linken – so der Blair-Vertraute − wagten es nicht, den drastischen Schwenk weg von ihrer Stammwählerschaft offen zuzugeben. Denn sie hätten Furcht, die Stimmen aus der Arbeiterschicht zu verlieren. Aus diesem Grund werde die forcierte Massenzuwanderung als demografische Notwendigkeit dargestellt. – Kommt uns das hierzulande irgendwie bekannt vor?

 

In Frankreich sind die Linken nicht so vorsichtig wie in Großbritannien. Dort machen sie keinen Hehl daraus, dass sie ihre Stammwähler in den unteren Einkommensschichten aufgeben, um bei den rasch wachsenden Minderheiten des neuen Multikulti mit besseren Aussichten auf Stimmenfang zu gehen.

 

»Terra Nova«, eine Ideenfabrik der Sozialisten von Hollande, hatte vor dessen Wahlsieg 2012 eine Studie mit dem Titel »Das Frankreich von morgen« herausgegeben . Darin stand die Prognose, dass Frankreich »künftig jünger, ethnisch bunter und weiblicher« sein werde. Die Empfehlung an Hollande lautete: »Die Arbeiterklasse steht nicht mehr im Zentrum der linken Wählerschaft.«

 

Im Klartext: Vergesst die untere Hälfte der Einkommenspyramide, auch den Mittelstand, bei den Minderheiten gibt es mit Blick nach vorne schließlich mehr zu holen. Dafür, dass die Minderheiten schneller wachsen, sorgt die beschleunigte Zuwanderung.

 

Dass unter Grünen oder Sozialdemokraten in Deutschland solche Papiere kursieren, habe ich noch nicht gehört. Aber wenn wir uns die Zuwanderung anschauen, dazu die Hinweise auf die wirtschaftliche Notwendigkeit der Einwanderung in einem vergreisenden Land, dann ist es eigentlich egal, ob solche Ideen wie bei Labour oder bei Frankreichs Sozialisten auf irgendeinem Papier stehen.

 

Sie werden strikt umgesetzt. Ob das angestammte Wahlvolk zustimmt, ist völlig egal. Was zählt, ist die reine Wahl-Mathematik. Je mehr Zuwanderer, desto besser. Selbst in den Reihen der ehemals konservativen CDU wird in den Chor eingestimmt. Man ist ja weit genug nach links gerückt, um auch ein paar der Neustimmen mitzunehmen.

 

Eine öffentliche Diskussion würde angesichts der eskalierenden Zuwanderungszahlen nur stören. Daher wird auf Kritik und Proteste eingedroschen. Wer auf die Straße geht oder anders protestiert, wird als Braunhemd abgestempelt.

 

Und wie man die massenhafte Zuwanderung trotz der Hilfeschreie aus dem Hinterland verkauft, ist Sache der PR-Ingenieure.

 

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (60) zu diesem Artikel

07.05.2015 | 18:45

Bodenständig

Wir bräuchten aber in Europa viel mehr linke Politik. Was der konservative neoliberale Schwachsinn in Europa anrichtet wird bald zu Aufständen führen. Kommt wohl auch nicht ganz so gut an bei der Bevölkerung. So wenig die Demokraten in den USA eine linke Partei sind, wird Europa von linken Parteien regiert. Hier wie dort wird neoliberale konservative Austeritätspolitik gemacht. Das ganze hat mit linker Politik soviel zu tun wie mein Hund mit dem Mondmännchen. Wenn also mit altem...

Wir bräuchten aber in Europa viel mehr linke Politik. Was der konservative neoliberale Schwachsinn in Europa anrichtet wird bald zu Aufständen führen. Kommt wohl auch nicht ganz so gut an bei der Bevölkerung. So wenig die Demokraten in den USA eine linke Partei sind, wird Europa von linken Parteien regiert. Hier wie dort wird neoliberale konservative Austeritätspolitik gemacht. Das ganze hat mit linker Politik soviel zu tun wie mein Hund mit dem Mondmännchen. Wenn also mit altem Europa diese Politik gemeint ist ist es nur recht wenn es versenkt wird.


07.05.2015 | 17:09

Comander

"Versenkt das Rezept von Obama das alte Europa?"

.........was sonst, das ist ja wohl eine seiner wichtigsten auftragsgemäß auszuführenden Aufgaben !!!


07.05.2015 | 15:59

ohnesorg

@Livia 06.05.2015 | 14:08 Wer die U.S.A. zum ´FREUND´ hat, braucht keine weiteren Feinde mehr.


07.05.2015 | 15:15

sw

Mann, T-Rex, sie machen ihrem Vorbild ja gar keine Ehre. Der reale Tyrannosaurus-Rex war ein wirklich mächtiges Tier, sie sind nur islamophober Abklatsch. Wo hätte ich etwas von einem islamophoben (so schreibt man das) Brodernachfolger geschrieben - bezüglich des Bildes meine ich? Da werfen sie, mal wieder muß man feststellen, den Kontext (den Zusammenhang) durcheinander. Wie so oft zb. auch bem Koran. Tatsächlich schrieb ich das ich es seltsam finde das die Leute auf dem Bild so...

Mann, T-Rex, sie machen ihrem Vorbild ja gar keine Ehre. Der reale Tyrannosaurus-Rex war ein wirklich mächtiges Tier, sie sind nur islamophober Abklatsch. Wo hätte ich etwas von einem islamophoben (so schreibt man das) Brodernachfolger geschrieben - bezüglich des Bildes meine ich? Da werfen sie, mal wieder muß man feststellen, den Kontext (den Zusammenhang) durcheinander. Wie so oft zb. auch bem Koran. Tatsächlich schrieb ich das ich es seltsam finde das die Leute auf dem Bild so nicht-englisch aussehen. Und zwar alle. Ein Fake wird das Bild nicht sein aber vielleicht falsch zugeordnet, soll ja vorkommen und nicht nur bei den MM. Im übrigen kann es auch durchaus sein das dieser Stadtteil hauptsächlich von ehem. Flüchtlingen aus dem arabischen Raum bewohnt wird dann würde das das Bild auch erklären, ABER dann hätte es erwähnt gehört denn sonst kommen Spinner wie "T-Rex" und meinen sie müßten ihre rassistische Agenda darstellen. Im übrigen, sie sind ja eh kein Koran-Kenner, sie sind nur ein Islamhasser (aber wahrscheinlich hassen sie nicht nur Moslems). Besonders lustig wird es wenn sie sich als "Frauenversteher" und "für Frauen-Rechte-Kämpfender" darstellen. Ach übrigens zum Thema gefakte Bilder und ihrer Aussage: "Solche Bilder sind immer Fakes Bilder mit abgeschnittenen Köpfen von Christen oder anderen Ungläubigen" Wo hatte ich geschrieben das solche Bilder IMMER gefakt sind? Diese Art vom Einem auf Alles (genannt - Verallgemeinerung) zu schließen ist übrigens eine Wahrnehmungsstörung. Wisnewski, der ja bei Kopp auch schreibt, hat in seinem "Jahrbuch des Verbrechens 2015" etwas zu angeblichen Enthauptung des Journalisten Foley geschrieben, sollten sie sich zulegen, ist interessant. Aber vielleicht tuts auch folgender Link https://urs1798.wordpress.com/2011/06/11/propaganda-gefakte-videos-gewalt-lugen-uber-syrien/ Im übrigen sollten sie sich über die Interessanlagen kundig machen denn der IS ist ein US-Produkt (US-General Clark). Aber ich denke das alles interessiert sie nicht denn sie haben schließlich ihr Weltbild und das will gut gepflegt werden, darum sind ihnen Fakten eher mißliebig denn dann würde ihr islamophobes Weltbild zusammenbrechen.


07.05.2015 | 15:05

sw

Mann, T-Rex, sie machen ihrem Vorbild ja gar keine Ehre. Der reale Tyrannosaurus-Rex war ein wirklich mächtiges Tier, sie sind nur islamophober Abklatsch. Wo hätte ich etwas von einem islamophoben (so schreibt man das) Brodernachfolger geschrieben - bezüglich des Bildes meine ich? Da werfen sie, mal wieder muß man feststellen, den Kontext (den Zusammenhang) durcheinander. Wie so oft zb. auch bem Koran. Tatsächlich schrieb ich das ich es seltsam finde das die Leute auf dem Bild so...

Mann, T-Rex, sie machen ihrem Vorbild ja gar keine Ehre. Der reale Tyrannosaurus-Rex war ein wirklich mächtiges Tier, sie sind nur islamophober Abklatsch. Wo hätte ich etwas von einem islamophoben (so schreibt man das) Brodernachfolger geschrieben - bezüglich des Bildes meine ich? Da werfen sie, mal wieder muß man feststellen, den Kontext (den Zusammenhang) durcheinander. Wie so oft zb. auch bem Koran. Tatsächlich schrieb ich das ich es seltsam finde das die Leute auf dem Bild so nicht-englisch aussehen. Und zwar alle. Ein Fake wird das Bild nicht sein aber vielleicht falsch zugeordnet, soll ja vorkommen und nicht nur bei den MM. Im übrigen kann es auch durchaus sein das dieser Stadtteil hauptsächlich von ehem. Flüchtlingen aus dem arabischen Raum bewohnt wird dann würde das das Bild auch erklären, ABER dann hätte es erwähnt gehört denn sonst kommen Spinner wie "T-Rex" und meinen sie müßten ihre rassistische Agenda darstellen. Im übrigen, sie sind ja eh kein Koran-Kenner, sie sind nur ein Islamhasser (aber wahrscheinlich hassen sie nicht nur Moslems). Besonders lustig wird es wenn sie sich als "Frauenversteher" und "für Frauen-Rechte-Kämpfender" darstellen.


07.05.2015 | 13:58

@ MB

Ich habe das Glück, dass mir mein Schwiеgersohn, ein Computеrfachmann, eine fette Abzocke empfohlen hat, ansonsten müßte ich auch, wie die meisten Senioren, mit einer bescheidenen Rente das Auslangen finden. Dieses System ist sehr bedienerfreundlich und man kann mit sehr wenig Zeitaufwand (1-2 Std. die Woche) mehrere tausend Euros monatlich verlieren.

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