Raffgier: Griechische Parlamentarier fordern Millionen-Entschädigung
Michael Brückner
IWF, EU-Kommission und die EZB warfen der Regierung in Athen zum Jahresende vor, alle wirtschaftlichen Ziele verfehlt zu haben. Parallel dazu zeigen frühere griechische Parlamentarier ein atemberaubendes Beispiel für die unglaubliche Raffke-Mentalität der politischen Klasse des Landes.

Frühere griechische Abgeordnete fühlen sich ungerecht entlohnt und fordern 210 Millionen Euro Schadensersatz. Sogar für Tote soll der Staat noch zahlen. Wie kann das sein? Um das zu verstehen, müssen wir uns zunächst andere Staatsbedienstete anschauen. Richter leben in Griechenland nicht schlecht. Nach den Berechnungen der Wirtschaftszeitung Imerisia durften sie
sich in den Jahren zwischen 2000 und 2004 über ein monatliches Gehalt von 10.271 Euro freuen. Im gleichen Zeitraum mussten sich die griechischen Abgeordneten mit monatlichen Diäten zwischen 4.220 und 5.200 Euro begnügen. Deshalb zogen 117 ehemalige und noch amtierende Parlamentarier vor Gericht. Ihre Bezüge, so die Argumentation, hätten denen der Richter angeglichen werden müssen. Nun fordern die Politiker Schadensersatz, Zinsen für die verspätete Zahlung und in manchen Fällen noch eine zusätzliche Entschädigung, weil sie sich durch die aus ihrer Sicht zu niedrigen Abgeordnetenbezüge auch noch in ihrer Ehre gekränkt und »beleidigt« fühlen. Lesen Sie weitere schockierende Nachrichten, die Sie so garantiert noch nicht kennen.
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