Schock für Immobilieneigentümer: Brüssel plant teure Zwangssanierung
Michael Brückner
Weil Brüssel Wohnhäuser zwangssanieren lassen will, müssen sich Immobilieneigentümer in den nächsten Jahren auf zusätzliche Kosten in bis zu sechsstelliger Höhe einstellen. Die dadurch erzielten Einsparungen rentieren sich oft erst nach 60 Jahren. Profitieren werden nur die Bauunternehmen und die Banken, die mit Krediten die Umsetzung des neuen Brüsseler Irrsinns finanzieren.

Das europäische Schuldendesaster und die fragwürdigen Rettungsaktionen der staatlichen Billionen-Jongleure haben zumindest der Immobilienbranche zu einer bemerkenswerten Sonderkonjunktur verholfen. Anleger aus dem In- und Ausland investieren in deutsches Betongold. Die einen wollen ihr Erspartes vor Inflation und einer möglichen Währungsreform in Sicherheit
bringen, die anderen (vor allem wohlhabende Bürger aus den südeuropäischen Pleitestaaten) suchen nach Anlagemöglichkeiten für ihr Schwarzgeld. Die Konsequenz: An gefragten Standorten in Hamburg und München stiegen die Objektpreise im vergangenen Jahr teilweise zweistellig. Lange Zeit galt der deutsche Immobilienmarkt als stabil und einigermaßen fair bewertet. Doch inzwischen warnen Ökonomen vor einer Preisblase. Eine ähnliche Entwicklung gibt es in Österreich.
Schon im Wort »Immobilien« spiegelt sich der entscheidende Nachteil des so genannten Betongoldes wider – es ist eben immobil. In der Konsequenz sind die Eigentümer staatlicher Willkür und Abzockerei schutzlos ausgeliefert. Der Staat hat jederzeit die Möglichkeit, sofort auf das Objekt zuzugreifen, wenn der Bürger seinen angeblichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Dann drohen Zwangshypotheken oder sogar Zwangsversteigerungen. In der Vergangenheit hielten sich die Regierungen zudem gern auch an den Immobilieneigentümern schadlos, wenn es galt, staatliche Schuldenberge abzubauen. Solche Schröpfaktionen werden dann politisch korrekt als »Lastenausgleich« bezeichnet. Den letzten gab es in Deutschland in den Jahren nach der Währungsreform von 1948. Und jetzt drohen den Immobilieneigentümern erhebliche neue Belastungen.
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