Thursday, 29. September 2016
07.02.2011
 
 

Belgien = Griechenland 2.0?

Michael Grandt

Während alle europäischen Politiker gebannt auf die Krisen in Irland und Griechenland blicken, bahnt sich in unserem Nachbarland Belgien bereits das nächste Unheil an.

»Belgien gehört aus Sicht der Investoren nicht mehr zu den Kernländern im Euroraum, sondern rückt immer mehr in die Nähe der Peripherieschwergewichte Spanien und Italien«, sagt David Schnautz, Zinsstratege bei der Commerzbank. »Belgien hat aus Sicht des Marktes ein Staatsschuldenproblem, und Investoren sind angesichts der politischen Zerrissenheit zunehmend verunsichert.«

Tatsächlich zählt das kleine Königreich inzwischen zu den EU-Ländern mit der höchsten Staatsverschuldung, die im laufenden Jahr knapp unter 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen wird. Somit würde Belgien nach Griechenland und Europa an dritter Stelle der am höchsten verschuldetsten Staaten stehen. Zudem hat das Land seit April 2010 keine funktionierende Regierung mehr, die die schwerwiegenden Finanzprobleme angehen könnte. Flämische Nationalkonservative und wallonische Sozialdemokraten stehen sich unerbittlich gegenüber.

Die Ausfallversicherungen für belgische Staatsanleihen steigen, was ein untrügerisches Zeichen dafür ist, dass das Land in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt. Zudem drohen nicht nur soziale, sondern auch ethnische Unruhen zwischen Flamen und Wallonen (Frankofonen). Sogar das Auseinanderbrechen des ganzen Staates ist möglich. Im Land herrscht Ratlosigkeit, wie die tiefe Staatskrise zu lösen ist. Und genau diese politische Lähmung bewegt auch die Finanzmärkte: Ohne funktionierende Regierung gibt es in Belgien auch keine Pläne, wie man die Schulden in den Griff bekommen kann. Größere Sparpakete sind demnach nicht geplant. Im Klartext: Es wird weiter abwärts gehen. Dabei braucht das Land 2011 noch viel Geld, mehr als das angeschlagene Portugal, und es will längerfristig sogar 34 Milliarden Euro am Anleihenmarkt einsammeln.

Mitte Dezember 2010 senkte die Ratingagentur Standard & Poor’s logischerweise dann den Ausblick für das Land auf »negativ«. Somit droht eine Herabstufung in den nächsten sechs Monaten, sollte nicht rasch eine handlungsfähige Regierung gebildet werden. Belgien = Griechenland 2.0?

 

 


 

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