Bilanz des Schreckens
Michael Grandt
Fast zwei Jahre nach Ausbruch der Eurokrise lassen überlebensnotwendige Reformen in den Problemländern immer noch auf sich warten, ja mehr noch, die Lage spitzt sich sogar zu.

Die Liste der europäischen »Problemländer« wird immer größer. Waren es zunächst nur Griechenland, dann Irland und Portugal, gesellen sich nun auch Spanien und Italien dazu. Die Schuldenkrise kann ihnen allen das Genick brechen. Ohne massive EU-Geldspritzen wären Griechenland, Portugal und Irland längst pleite.
Notwendige Reformen werden schleppend oder gleich gar nicht durchgeführt. Der Brüsseler Thinktank Bruegel hat für die Welt am Sonntag Zwischenbilanz gezogen. Die Ergebnisse sind ernüchternd bis frustrierend (↓ = kaum Fortschritte, → = einige Fortschritte, ↑ = erhebliche Fortschritte):



Fazit: Die Wirtschaftsleistungen fallen bei den meisten Krisenländern um einiges niedriger aus, als erwartet. Im Falle Portugals und Griechenlands schrumpfen sie sogar noch weiter, was bei den Sparmaßnahmen kein Wunder ist. Ein weiteres großes Problem ist die anhaltende Arbeitslosigkeit, besonders von jungen Menschen. In Portugal und Italien sind die Lohnstückkosten gestiegen und machen die Länder damit noch wettbewerbsunfähiger. Zwei Jahre nach Ausbruch der Krise ist also keine Entwarnung zu geben, sondern im Gegenteil eine Verschärfung zhu beobachten – und das trotz Hunderter Milliarden an Notkrediten. Da muss man schon ein ausgewiesener Schönfärber sein, um das alles noch positiv zu sehen.
Quellen:
– Welt am Sonntag, Nr. 37
– Eurostat
– Bruegel
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