
Italien zählt neben Portugal, Irland, Griechenland und Spanien bereits zu den sogenannten »PIIGS-Staaten«; nicht gerade rühmlich für ein Land, das sich selbst zu den führenden Industrienationen rechnet. Rating-Agenturen bewerten das Land ähnlich negativ wie Irland, Malta und Portugal.
»Berlusconi-Land« sitzt auf dem höchsten staatlichen Schuldenberg Europas, dem dritthöchsten auf der ganzen Welt: 120 Prozent des BIP; 2010 betrug die Verschuldung 1,84 Billionen Euro.
Damit sind die Staatsschulden höher als das Bruttoinlandsprodukt. Die Neuverschuldung beträgt 5,3 Prozent des BIP, doppelt so viel wie bisher. Um das Drei-Prozent-Kriterium des Maastricht-Vertrages zu erfüllen, müssten Italiens Staatsausgaben um 37,6 Milliarden Euro sinken. In diesem Jahr soll das Wirtschaftswachstum aber nur magere 0,7 Prozent betragen. Die Regierung Berlusconi will bis 2013 ihre Bilanz ausgleichen, das ist aber nach den Prognosen nie und nimmer zu erreichen. Allein in diesem Jahr muss Italien aber etwa 273 Milliarden Euro frisch am Markt aufnehmen. Und genau das entwickelt sich immer mehr zum Problem.
Die Zinsdiskrepanz zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen betrug mittlerweile bis zu 370 Basispunkte und ist damit höher als der Zinssatz für spanische Bonds. Die Märkte glauben der Regierung in Rom nicht, dass sie mit den Anti-Krisen-Maßnahmen über 54 Millarden Euro ihre Schulden abbauen und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum generieren kann.
Und jetzt wird es spannend: Diese Woche noch will der italienische Staat Anleihen im Wert von 18,5 Milliarden Euro platzieren. Doch nicht nur die Regierung in Rom hegt berechtigte Zweifel daran, wie lange die Europäische Zentralbank noch Stützungskäufe tätigen wird, auch die Märkte sind höchst verunsichert. So fängt das große Zittern an, ob Italien überhaupt noch Anleihen zu einem vernünftigen Zinssatz an den Mann bringen kann, obwohl die Chinesen bereits angedeutet haben, Käufe vorzunehmen.
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Quellen:
http://www.br-online.de/bayern2/breitengrad/italien-wirtschaftskrise-armut-ID1236160683179.xml
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-72370245.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,730916,00.html
Handelsblatt vom 12. Mai 2011 und 23. Mai 2011
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:kreditwuerdigkeit-s-p-droht-italien-mit-herabstufung/60055260.html
http://derstandard.at/1315006072062/Schuldenkrise-Italien-zittert-vor-Platzierung-von-Staatsanleihen
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