Nächste Klatsche: Irland wird herabgestuft
Michael Grandt
Finanzmärkte schlagen Alarm: Wie lange ist Irland noch zahlungsfähig? Die Nachricht kommt für Insider nicht unerwartet, aber für die vielen Schönredner-Politiker zum absolut falschen Zeitpunkt, verkünden sie doch seit Wochen »Alles ist gut«. Die Senkung der Bonitätsnote für Irland könnte mittelfristig zu einer neuen Krise in der EU führen.
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Der keltische Tiger hat das höchste Haushaltsdefizit in der EU. Zudem werden hohe Kosten für die Rettung der maroden Großbanken der Insel erwartet, weshalb die Ratingagentur Standard & Poor’s das Land nun von »AA« auf »AA-« mit »negativem Ausblick« herabgestuft hat. Eine weitere Senkung der Bonitätsnote ist also möglich.
Die Märkte reagierten mit Sorge: Gegenüber den deutschen Bundesanleihen stieg der Renditeaufschlag irischer Staatsanleihen sogar noch über das Niveau der Griechenlandkrise im Mai an.
Das schlechte Rating wird den Schuldendienst der Iren verteuern und die dringend notwendige Sanierung der Staatsfinanzen zusätzlich erschweren. Das heißt: Das Land muss immer höhere Zinsen bezahlen, um überhaupt noch Käufer für seine Anleihen zu finden. Griechenland lässt grüßen.
In Dublin kritisierten Regierungsvertreter die Herabstufung als »fragwürdig«. Die Irish Times rechnet vor, dass das Rating Irlands trotzdem noch höher ist als bei sechs der übrigen 16 EU-Länder. Ein schwacher Trost. Fakt bleibt: Die Kosten für die Rettung irischer Banken drohen das Land an die Grenze des Bankrotts zu bringen.
Standard & Poors rechnet damit, dass die irische Regierung für die Stabilisierung der Banken insgesamt 90 Milliarden Euro aufbringen muss. Das sind sogar 10 Milliarden Euro mehr als bisher angenommen. Die gewaltige Summe entspricht etwa der Hälfte der gesamten irischen Wirtschaftsleistung. Kein Wunder also, dass die Angst vor einer Zahlungsunfähigkeit umgeht. Zudem kämpft Irland mit einer zunehmend hohen Arbeitslosigkeit, die fast 14 Prozent beträgt, dem höchsten Stand seit den 1990er Jahren.
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Quellen:
http://www.irishtimes.com/newspaper/frontpage/2010/0826/1224277611693.html
http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E8960AD70D8554D3A9CA745D7429733B8~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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