Schweizerische Nationalbank spielt mit dem Feuer
Michael Grandt
Die Schweizerische Nationalbank hat durch ihre Euro-Aufkäufe erhebliche Währungsrisiken in ihrer Bilanz aufgebaut. Gleichzeitig wurde die Geldmenge erhöht und dadurch ein Inflationspotenzial geschaffen.

Würde man weltweit eine Umfrage starten, welches Land die Menschen wohl am krisensichersten einstuften, wäre die Schweiz ganz vorne mit dabei. Das hat gute Gründe, denn bisher scheint unser kleines Nachbarland bewundernswert gut durch die immer noch anhaltende Rezession zu kommen.
Aber jetzt gibt es einen ersten Warnschuss: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat nämlich durch ihre Interventionen auf dem Devisenmarkt erhebliche Risiken in ihrer Bilanz aufgebaut. Das wurde jetzt öffentlich.
Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 haben sich die Devisenreserven in der Alpenrepublik auf rund 230 Milliarden Franken mehr als vervierfacht. Damit liegt die Schweiz weltweit schon auf Rang 7.
Die Devisenkäufe werden von der SNB als »Instrument zur Abwehr von Deflationsrisiken« begründet. Der größte Teil davon wurde für Euro-Ankäufe verwendet, um eine Aufwertung des Franken gegenüber der EU-Gemeinschaftswährung zu verhindern, was die schweizerischen Exporte noch stärker belastet hätte. Die Strategie hatte keinen nachhaltigen Erfolg, denn innerhalb von kurzer Zeit sank der Euro trotzdem gegenüber der eidgenössischen Währung von 1,50 auf 1,39 Franken ab.
Doch diese Medaille hat im wahrsten Sinne des Wortes zwei Seiten: Den hohen Wertverlust bekommt die Schweizer Nationalbank nun zu spüren, denn der hohe Bestand an Devisenreserven bringt zwangsläufig zusätzliche Währungsrisiken mit sich und eine Schuldner-Konzentration auf nur wenige große Länder. Somit haben die Bilanzrisiken insgesamt zugenommen.
Doch offiziell wird beruhigt: »Die Nationalbank ist ausreichend mit Eigenkapital ausgestattet, um auch große Verluste auffangen zu können«, sagte SNB-Präsident Philipp Hildebrand erst kürzlich. Aber durch die Devisenmarktinterventionen wurde auch die Geldmenge erhöht, was ein Inflationspotenzial geschaffen hat. Um die überschüssige Liquidität abzuschöpfen, werden nun Leitzinserhöhungen erwartet.
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