Tuesday, 27. September 2016
06.02.2011
 
 

Steigt oder fällt der Eurokurs?

Michael Grandt

Der Eurokurs wird von Investoren mit Argusaugen beobachtet. Aber entgegen der herkömmlichen Meinung ist ein harter Euro gerade für die EU-Länder, die in Zahlungsschwierigkeiten sind, ein immer größeres Problem – und Spekulanten verdienen viel Geld.

Manche Investoren glauben, dass die Schwierigkeiten einiger Euroländer wie etwa Griechenland oder Irland dazu beitragen werden, dass die europäische Währung gegenüber dem Dollar immer mehr an Wert verlieren wird. Deshalb haben verschiedene große Händler an den Devisenmärkten bereits Leerverkäufe gegen den Euro durchgeführt.

Bei einem Leerverkauf leiht sich der Käufer Devisen oder Wertpapiere gegen eine entsprechende Gebühr von Banken und verkauft diese dann weiter. Erfolgt ein Wertverlust, kann er die Papiere nach Ablauf einer Frist wieder aufkaufen und an die Bank zurückgeben. Die Differenz, die beim Rückkauf durch den Kursverfall entsteht, ist sein Gewinn.

Die finanziellen Schwierigkeiten einiger EU-Länder, die durch Misswirtschaft entstanden sind, werden nun durch die »fleißigen« Mitglieder der Europäischen Gemeinschaft getragen.

Die Länder mit einer schwachen Volkswirtschaft hingegen sind gezwungen, Staatsanleihen mit einer höheren Rendite anzubieten, um so das Kaufinteresse der Investoren zu wecken. Dies geschieht fast risikolos für diese Staaten, denn sollte eines dieser Länder durch die Rückzahlung der höheren Zinsen zahlungsunfähig werden, ist die EU verpflichtet, wieder mit Krediten auszuhelfen. So wird die Bonität der Euroländer und der Wert des Euro immer weiter untergraben.

Um genau dies auf Dauer zu verhindern und den Mitgliedsstaaten, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind, zu helfen, wurde der Europäische Einlagensicherungsfonds (EFSF) mit Bürgschaften und Garantien in einem Volumen von 440 Milliarden Euro gegründet. Doch davon stehen durch Überdeckungen und zur Erhaltung des Triple-A-Ratings tatsächlich nur 250 bis 260 Milliarden Euro zur Verfügung. Als der drohende Staatsbankrott von Irland abgewendet werden konnte, aber trotzdem immer mehr Länder in Zahlungsschwierigkeiten kamen, wurde klar, der Rettungsfonds ist nicht groß genug.

Erst als China und Japan bekannt gaben, Staatsanleihen der maroden Länder in Milliardenhöhe aufzukaufen, beruhigten sich die Märkte wieder ein wenig. Doch nach wie vor sind viele Investoren davon überzeugt, dass der Euro gegenüber dem Dollar weiterhin an Wert verlieren wird.

Aber ein billiger Euro kann wiederum nicht im Interesse der chinesischen oder der japanischen Regierung sein, da diese Länder in erster Linie ihre eigenen Waren verkaufen wollen. So kaufen sie Staatsanleihen europäischer Wackelkandidaten auf, um ihre eigene Währung zu stützen und den Euro härter zu machen, was ihre Exporte verbilligt.

Doch die Ironie bei der Sache ist, dass ein steigender Eurokurs das dringend benötigte Exportgeschäft, das vor allem jene EU-Staaten brauchen, die tief in den roten Zahlen sind, untergräbt. Während sie ihre Rettungsfonds-Werpapiere an Investoren verkaufen, hoffen sie deshalb auf einen fallenden Eurokurs, der ihre Exporte auf dem Weltmarkt billiger macht.

 

Quelle:

http://moneymorning.com/2011/01/21/european-debt-crisis-how-to-profit-no-matter-what-happens/

 

 

 


 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Ein Traum wird Realität: Umweltfreundliches preiswertes Benzin entwickelt
  • Niederlande rüsten von Windenergie auf Kernkraft um
  • Dreister Betrug an Rentnern: Versicherungsfremde Leistungen werden in erheblichem Umfang aus Rentenbeiträgen bezahlt
  • Behandlung online: Wie Krankenkassen den Arztbesuch einsparen wollen
  • Prostatakrebs: Was nützt der PSA-Test?
  • Insider-Handel? Klaus Wowereit und die Einflugschneise

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

»Der Euro wird mit 80-prozentiger Sicherheit zusammenbrechen«

Michael Grandt

Für den Topmanager einer finnischen Bank wäre die Alternative zum Euro ein nordeuropäischer Währungszusammenschluss.  mehr …

EU empfiehlt Mitarbeitern: Tauschen Sie Euro gegen Edelmetalle

Redaktion

Viele Wirtschaftsfachleute vertreten die Auffassung, dass für den Euro möglicherweise bald die letzte Stunde geschlagen haben könnte. Jetzt glauben offenbar auch ranghohe EU-Repräsentanten nicht mehr an eine glorreiche Zukunft der europäischen Währung.  mehr …

Die Europäische Währungsunion – wie der Anfang, so das Ende

Brigitte Hamann

Wieder einmal üben sich die deutschen Politiker in Sachen Währungsunion im »stark anfangen« – das »noch stärker nachlassen« wird nicht lange auf sich warten lassen. Charakteristisch für das Spiel ist der 2. Dezember 1992. An diesem Tag demonstrierte der Bundestag ungewohnte Härte. In einer für die Regierung bindenden Entschließung wurde verlangt,  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Die ägyptische Protestbewegung: »Diktatoren« herrschen nicht uneingeschränkt, sie gehorchen Befehlen

Prof. Michel Chossudovsky

Das Mubarak-Regime könnte angesichts der landesweiten Protestbewegung zusammenbrechen. Welche Chancen böte das für Ägypten und die arabische Welt? – »Diktatoren« herrschen nicht uneingeschränkt, sie gehorchen Befehlen – das gilt gleichermaßen für Ägypten, Tunesien und Algerien. Diktatoren sind ausnahmslos politische Marionetten. Diktatoren  mehr …

KOPP EXKLUSIV: Billiges umweltfreundliches Benzin entwickelt – Warum Politiker entsetzt sind

Andreas v. Rétyi und Niki Vogt

Es klingt fast unglaublich: International renommierte Wissenschaftler haben in einer Kooperation an mehreren Universitäten einen neuen Treibstoff entwickelt, der umweltfreundlich und preiswert ist. Seit 2007 gab es das wissenschaftliche Geheimprojekt, das von einem großen Unternehmen finanziert wurde. Nun gibt es diesen Treibstoff tatsächlich.  mehr …

Friedrich Schillers Tod: Sensationelle Entdeckung bestätigt den Mordverdacht (Teil 2)

Armin Risi

In Teil 1 beschrieb ich, mit welcher Verschlüsselungsmethode Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) seine brisante Botschaft im Faust II versteckte und was der Inhalt dieser Botschaft ist. Was der alte Goethe auf diese Weise an die Zukunft weitergab, war eine literarische Zeitbombe, wobei er wahrscheinlich vermutete, sie würde schon sehr bald  mehr …

Heute breitet sich die Revolution in arabischen Staaten aus – morgen dann auch in Europa

Gerald Celente

Als die tunesische Regierung gestürzt wurde, beeilten sich die Massenmedien und ihre Experten, die von den Ereignissen aus heiterem Himmel überrascht wurden, das Offensichtliche zu behaupten: die Bürger anderer arabischer Nationen würden dadurch ermutigt, sich gegen ihre autokratischen und korrupten Regierungen zu wehren. Derzeit eskaliert in  mehr …

Bahnbrechender Dokumentarfilm »House of Numbers« stellt herkömmliche Vorstellungen zu HIV/AIDS in Frage

Mike Adams

Der kanadische Filmemacher Brent Leung wird sich in diesen Tagen keine Freunde in der pharmazeutischen Industrie machen. Sein bahnbrechender Dokumentarfilm House of Numbers zeigt atemberaubende Interviews mit Ärzten, Forschern und sogar einem der Entdecker des HI-Virus selbst (Luc Montagnier), deren überraschende Stellungnahmen die »offizielle«  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.