Trotz Milliardenhilfen: Griechenland steht vor dem endgültigen Staatsbankrott
Michael Grandt
»Griechenland ist gerettet«; »Griechenland zieht sich selbst aus der Schuldenkrise«; »die Griechen sind auf dem richtigen Weg« – so oder so ähnlich lauteten die Statements unserer Volksvertreter, die dem deutschen Steuerzahler seine Milliardenbürgschaften und Garantien schönreden wollten. Doch jetzt kommt die ganze Wahrheit ans Licht: Griechenland steht kurz vor dem endgültigen Staatsbankrott.
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Das hätten sich die europäischen Volksverdummer wohl nicht gedacht: Die Lügen holen sie schneller ein, als sie erwartet haben. Wie das Handelsblatt von Personen erfuhr, die mit den Verhandlungen über eine Umschuldung der griechischen Verbindlichkeiten betraut sind, gehen hochrangige Europolitiker jetzt selbst davon aus, dass Athen trotz Hilfskrediten über 110 Milliarden Euro nicht mehr über die Runden kommt. Das heißt im Klartext: Der endgültige Staatsbankrott droht und vor allem die deutschen Steuerzahler, die mit 40,25 Milliarden Euro Griechenlands zweitgrößter Gläubiger sind, könnten die Zeche dafür zahlen. Genau dieses Szenario hatte man aber in der Öffentlichkeit immer als »unmöglich« verkauft.
Doch die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache: Das hohe Refinanzierungsvolumen von jeweils
70 Milliarden Euro – rund 25 Prozent des BIP – in den Jahren 2014 und 2015 ist aller Voraussicht nach nicht zu stemmen. Alleine in diesem Jahr müssen die Griechen insgesamt 38 Milliarden refinanzieren, davon alleine in den Monaten März, Mai und August 24,3 Milliarden. So mancher krisenschönrednerische Europolitiker hat nun langsam die Hosen voll, denn der »dumme« deutsche Michel könnte ja doch noch bemerken, dass er angelogen worden ist, und es stehen doch so viele Wahlen an.
Hektisch wird hinter den Kulissen gesprochen, vielleicht auch darüber, wie man die Steuerzahler weiter hinters Licht führen kann. Verschiedene Maßnahmen sollen den endgültigen Staatsbankrott der Griechen verhindern, der trotz der Milliardenhilfen wohl kaum zu erklären wäre:
- Die Laufzeiten der Hilfskredite für Athen sollen von fünf auf 30 Jahre verlängert werden. Dadurch würde die Tilgung bis 2043 gestreckt.
- Griechenland soll mit zinsgünstigen Krediten des Euro-Rettungsfonds eigene Staatsanleihen zurückkaufen, die die EZB in einem Volumen von 61 Milliarden (!) Euro zu Kursen von durchschnittlich 78 Prozent des Nennwerts aufgekauft hatte. Mit demselben Rückkaufskurs könnte Griechenland seine Verschuldung um zwölf Milliarden Euro reduzieren und den Steuerzahler um genau diesen Betrag prellen, der eigentlich an die Geberländer zurückfließen sollte.
- Privaten Anlegern soll angeboten werden, griechische Staatsanleihen unter dem Nennwert zurückzukaufen, etwa zu Kursen von 75 bis 80 Prozent, das würde also einen Forderungsverzicht von 20 bis 25 Prozent gleichkommen.
- Griechenlands Gläubiger sollen zustimmen, dass die Laufzeiten der fünf- und zehnjährigen Staatsanleihen auf 15 beziehungsweise 20 Jahre verlängert werden.
Ähnliche Maßnahmen, die Steuerzahler und Gläubiger um Milliarden prellen, kennt man bisher nur aus lateinamerikanischen Bananenrepubliken, die in der Vergangenheit kurz vor dem Staatsbankrott standen.
Ich bin gespannt, wie dieser dreiste Betrug dem Volk verkauft wird, wenn er beim EU-Gipfel Ende März verabschiedet wird.
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