Von der EU zertifiziert: Tödliche Giftschlacke
Michael Grandt
Umweltskandale gab es schon viele. Aber jener, der sich vor ein paar Monaten in Ungarn ereignete, fand in einer von der EU zertifizierten und ausdrücklich für den Nachbau empfohlenen Anlage statt. Das wurde jetzt bekannt.
Erinnern Sie sich noch an jenen Giftschlamm, der am 4. Oktober 2010 in der ungarischen Region von Kolontár und Devecser etwa 250 Häuser überschwemmte? Zehn Menschen starben bislang an den giftigen Folgen der ökologischen Katastrophe, die Häuser, Boden und Landschaft verseuchte. Die gesamte Flora und Fauna wurde auf rund 40 Quadratkilometern vernichtet. Die Dörfer sahen aus wie nach einem Bombenangriff. Und die ungarische Armee musste mit Dekontaminierungseinheiten in die Region einrücken. Der angeblich schlampige Umgang einer Fabrik mit hochalkalischen Rotschlammabfällen (Abfallprodukten der Aluminiumerzeugung, die nicht wasserlöslich sind) ist weithin in Vergessenheit geraten. Doch nun kommt heraus, dass die Europäische Union die Anlage zertifiziert und für gut befunden hatte. Jene Politiker, die sich vor den Fernsehkameras empört und entsetzt über die Katastrophe zeigten, hatten sie vorher schriftlich abgesegnet. Die Belege dafür zeigen beispielhaft, was vom Moloch EU und seinen Tentakeln zu halten ist.
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