Montag, 26. Juni 2017
12.09.2011
 
 

Wer Wind sät …

Michael Grandt

Seit der Gründung des Staates Israel nehmen die dortigen Regierungen keinerlei Rücksicht auf Menschenrechte und internationales Recht. Aber jetzt wird es eng, denn die Türkei will Gaza-Hilfskonvois zukünftig unter den Schutz von Kriegsschiffen stellen.

Die Israelis müssten es eigentlich wissen, was im Alten Testament steht (Hosea 8, Kapitel 7): »Wer Wind sät, wird Sturm ernten«.

Seit der Gründung des Staates Israel, der mit der Vertreibung von Millionen von Arabern einherging und seither der Konfliktherd Nummer eins auf der Welt ist, treiben es die Israelis bunt: Dutzende von UN-Resolutionen werden einfach ignoriert, weil man sich der blinden Unterstützung der USA sicher ist, internationale Regelungen werden umgangen, neue, illegale Siedlungen gebaut, eine Mauer errichtet, neun ägyptische Grenzsoldaten erschossen und die  Palästinenser in ihren Gebieten eingepfercht wie Vieh. Wen kümmert’s? Es sind ja »nur« Araber, die es betrifft. Bei meinem letzten Besuch konnte ich mich »live« davon überzeugen, wie menschenverachtend die Besatzungsmacht mit ihnen umgeht. Für alle Daheimgebliebenen, die nur die Medienpropaganda glauben und mich aufgrund dessen kritisieren wollen: Haben Sie den Mut und reisen Sie mal selbst dorthin, aber auch in die Palästinensergebiete, dann reden wir weiter.

 

Die westliche Welt schaut zu. Hin und wieder mal ein leises kritisches Wort an die Regierung in Jerusalem, die sowieso tut, was sie will. Sogar der Angriff auf einen türkischen Hilfskonvoi im Mittelmeer (!), also in internationalen Gewässern, mit neun Toten wird hierzulande aus political correctness und Angst, was Falsches gegen Israel zu sagen, unter den Teppich gekehrt. Schlimmer noch, die UN beurteilen die Seeblockade vor dem Gazastreifen jetzt auf einmal sogar als rechtmäßig, obwohl darin kein Wort von »Waffenschmuggel« oder »Terroristen« zu finden ist.

Sie sollten sich mal den UN-Report vom 11.02.2009 von Richard Falk durchlesen, in dem steht, dass die Gaza-Blockade und die Besetzung Gazas  gegen internationales Recht verstößt, oder die UN-Resolution 1860 des Sicherheitsrates vom 08.01.2009, die die ungehinderte Bereitstellung und Verteilung humanitärer Hilfe und von Hilfsgütern fordert, einschließlich Nahrungsmitteln, Brennstoff und medizinischer Behandlung. Sie begrüßt die Initiativen zur Einrichtung und Öffnung humanitärer Korridore und anderer Mechanismen für die nachhaltige Gewährung humanitärer Hilfe und fordert die Mitgliedstaaten auf, die internationalen Anstrengungen zur Milderung der humanitären und wirtschaftlichen Lage in Gaza zu unterstützen. Die UN widersprechen sich also selbst.

Araber sind keine Kollektivverbrecher, das müssen wir begreifen, wenn wir auch von den Medien aufgestachelt in jedem von ihnen einen Terroristen vermuten. Mein Tipp: Fahren Sie mal hin, reden Sie mit den Menschen und Sie werden erkennen, dass auch sie nur Frieden wollen, ein Dach über dem Kopf und was zu essen.

Im Blog von tagesschau.de waren Einträge zu lesen, die das auf den Punkt bringen: »Habe neulich eine Doku gesehen, die zeigt, dass Israel den in den Grenzgebieten lebenden palästinensischen Bauern das Brunnenbohren verbietet. Bohrt einer einen Brunnen, kommt das Militär nach zwei Tagen und zerstört ihn. Aber in Sichtweite betreiben israelische Bauern ihre Plastikplanen-Gemüsekulturen! Den palästinensischen Bäuerlein wird das Wasser abgegraben. Tankwagen leisten hier ganze Arbeit, hundert Kilometer müssen die rollen, nur für Trinkwasser! Widerlich! Das ist so ein Beispiel für die unsichtbare Politik, die es niemals nach zumBeispiel tagesschau.de schafft, dort sind dann steinewerfende Jugendliche zu sehen, oder eben türkischer Mob auf dem Hilfskonvoi, genauso motiviert.«

Oder: »Deutschland betreibt mit der ewigen Rückendeckung für das staatsterroristische Israel eine perverse Art der Wiedergutmachung. Die Heuchelei gegenüber der türkischen Reaktion nach der Ermordung türkischer Staatsbürger in internationalem Gewässer durch eine Staatsmacht, die Gaza in ein Freiluftgefängnis umfunktioniert hat, ist horrend.«

Für alle Kritiker dieses Artikels: Ist das Antisemitismus? Wo bleiben in diesem Fall Ihre Menschenliebe und Ihr Verständnis, wenn notleidenden Menschen humanitäre Hilfe verwehrt wird?

Der türkische Ministerpräsident Erdogan will die Hilfslieferung an die notleidenden Palästinenser im Gazastreifen nun mit Kriegsschiffen eskortieren lassen. Eine mutige Entscheidung. Denn es kann nicht sein, dass Israel sich anmaßt, humanitäre Hilfskonvois anzugreifen, in denen nachweislich keine Waffen zu finden waren (wie die Propaganda behauptet, aber von den UN nicht verifiziert wurde). Oder stellen Sie sich einmal vor, arabische Marinesoldaten würden einen israelischen Hilfskonvoi angreifen und auch noch Israelis töten. Was glauben Sie, was los wäre? Die Türkei reagiert sogar noch besonnen darauf, wenn neun ihrer Staatsbürger getötet werden. Wie würde Israel wohl reagieren? Bombenangriffe wie im Gazastreifen?

Erdogan ist natürlich so klug, diese humanitäre Hilfe auch für seine Zwecke zu nutzen, das sollte uns klar sein. Aber der Westen hat es geschickt verstanden, die Türkei gen Iran zu lenken. Ich bin zwar auch nicht einverstanden, was er in der Kölnarena zu seinen Landsleuten gesagt hat, aber es ist fatal, einen so wichtigen strategischen Partner einfach »gehen« zu lassen. Jedenfalls ist es an der Zeit, Israel seine Grenzen aufzuzeigen.

 


 

 

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