Wednesday, 24. August 2016
24.04.2011
 
 

Werden die Iren noch vor Griechenland umschulden müssen?

Michael Grandt

Die ganze Welt schaut in diesen Tagen auf Griechenland oder die USA. Doch Irland, das bereits durch die EU und den deutschen Steuerzahler »gerettet« schien, steht jetzt endgültig vor dem Kollaps.

Soviel zum Thema EU-Rettungsschirm und »Alles ist gut«, wenn man europäische Finanzspritzen erhält: Nur rund fünf Monate nach dem Hilfspaket in Höhe von 85 Milliarden Euro steht Irland kurz vor dem Zusammenbruch.

Ähnlich wie in Griechenland scheinen die verzweifelten Versuche, das Land zu retten, ins Leere zu laufen. Vor wenigen Tagen stufte die Ratingagentur Moody‘s die Kreditwürdigkeit der Iren ein weiteres Mal herab – auf die Bonitätsnote »Baa3«. Das ist genauso schlecht wie die Bonität des armen nordafrikanischen Tunesiens. Eine weitere Herabstufung wird geprüft, dann hätten die Bonds nur noch Ramschniveau. Moody’s begründete den Schritt mit großen Zweifeln an der Kreditwürdigkeit der Insel (trotz EU-Rettungspaket), den schlechten Wachstumsaussichten und der schwächer werdenden Finanzkraft der Regierung in Dublin.

Kurz darauf stufte Moody’s dann die wichtigsten irischen Banken auf »Junk-Status« (Ramschniveau) herunter. Betroffen von dieser verheerenden Bonitätsnote sind die Allied Irish Banks, Bank of Ireland, EBS Building Society und Irish Life & Permanent. Die irischen Banken haben die Finanzkrise des Staates erst ausgelöst und mussten von Dublin bereits mit 70 Milliarden Euro gestützt werden (etwa 40 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung), um den Zusammenbruch des kompletten Finanzsystems und die Vernichtung der Vermögen der Bürger zu verhindern. Die Abstufung der Bonitätsnote der wichtigsten irischen Banken dürfte den endgültigen Kollaps, das heißt die Umschuldung, die den Staatsbankrott bedeutet, deutlich beschleunigen.

Die Märkte haben längst begriffen, was Politiker noch gar nicht im Sinn haben, nämlich die Wahrscheinlichkeit einer Umschuldung, also den Verzicht der Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen. Dieser beträgt bereits 40 Prozent. Tendenz steigend.

 

 


 

 

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