Wednesday, 26. November 2014
04.07.2011
 
 

Das neue System

Michael Morris

Während dieser Tage Aussagen und Diskussionsrunden zum Thema »Euro-Krise« schon genauso inflationär sind wie unsere Währung selbst, verstehen die meisten Menschen nicht, wie es überhaupt soweit kommen konnte. Wie kann es sein, dass der Eurozone im zehnten Jahr nach ihrer Einführung bereits wieder das Ende naht? Ganz einfach: Es war von Anfang an so gewollt! Unser Schuld-Geld-System ist so aufgebaut, dass es in regelmäßigen Abständen zusammenbrechen muss. Doch das Ende von etwas (das wir bereits viel zu lange spielen) ist gleichzeitig immer die Chance für eine umfassende Veränderung. So stehen wir gerade jetzt an der Schwelle zu gewaltigen Neuerungen, die umfassender sind, als die meisten sich das in ihren kühnsten Träumen ausmalen würden.

Geld entsteht in unserem gegenwärtigen, sehr schlichten System dadurch, dass Privatbanken Kredite vergeben, es entsteht also durch Schulden, daher der Ausdruck »Schuldgeld«. Wenn Banken Geld als Kredit vergeben, dann haben sie es nicht, es existiert physisch nicht, es wird von der Bank einfach virtuell erschaffen, also frei erfunden. Dieser Vorgang nennt sich dann »Geldschöpfung«, und er erinnert nicht zufällig an Gott, dem der Rest der Schöpfung sonst zugeschrieben wird. Nein, die »Geldschöpfung« ist etwas, das Banker tatsächlich gottgleich macht, denn es verleiht ihnen absolute Macht über die Menschen und die Wirtschaft.

In Bezug auf das Schuldgeld gibt es zwei gravierende Probleme:

Erstens erfinden die Banken Geld aus dem Nichts, das heißt sie schaffen es ohne Gegenwert und ohne Gegenleistung, während der Kreditnehmer seinerseits sehr wohl Leistung für die Rückzahlung des Kredites erbringen muss – ein etwas ungleiches Geschäft also. Darüber hinaus erhöht jeder einzelne Kredit die Geldmenge in einem Währungsraum, was dazu führt, dass das Geld allgemein weniger wert wird. Es gibt also mehr und mehr Geld, das immer weniger Kaufkraft hat, weil ja nicht gleichzeitig mehr Produkte erzeugt werden. Also werden die Produkte teurer, das Geld verliert weiter an Wert − das Ganze nennt sich dann »Inflation«. Am Ende mündet sie in der »Hyperinflation«, also in der völligen Wertlosigkeit des Geldes.

 

Zum zweiten ist es so, dass die Banker dafür, dass sie Geld aus dem Nichts  erschaffen dürfen, auch noch Zinsen verlangen. Da sie diese Zinsen aber nicht im gleichen Atemzug dazu geschöpft haben, existiert diese Summe gar nicht. Anders ausgedrückt: Wenn zehn Menschen (die kein Geld haben) Kredite bei Banken aufnehmen, dann wird die gewünschte Kreditsumme aus dem Nichts erschaffen, die Zinsen, die ebenfalls zurückgezahlt werden sollen, aber nicht. Es ist also gar nicht möglich, dass alle zehn Kreditnehmer ihre Kredite begleichen, denn es gibt das Geld dafür nicht. Es entsteht also ein Verdrängungsmechanismus, der dazu führt, dass einige Kreditnehmer andere übervorteilen und ihnen ihr Geld abluchsen. Am Ende werden fünf Personen ihre Kredite bedienen können, fünf weitere werden pleite gehen müssen – weil es gar nicht anders möglich ist. Das ist vereinfacht das Wirtschaftssystem, in dem wir seit dem Mittelalter leben.

Da man auf die Zinsen für den Kredit aber ebenfalls Zinsen zahlt, also Zinses-Zinsen, dauert es immer nur eine gewisse Zeit innerhalb eines Wirtschaftskreislaufes, bis sich die Schulden − und somit die Geldmenge − nicht nur erhöhen, sondern explodieren. Schulden und Zinses-Zinsen steigen exponentiell. Irgendwann kracht es also, die Kreditlasten erwürgen die Realwirtschaft, und das System bricht zusammen. Prof. Franz Hörmann von der Wirtschaftsuniversität Wien beschreibt dieses System als Pyramidenspiel. Solche Spiele sind eigentlich gesetzlich verboten.

Griechenland kann durch weiteres Geld nicht mehr gerettet werden, denn jede Geldspritze dient nur dazu, den Berg an Schulden, Zinsen und Zinses-Zinsen, der täglich von allein höher wird, ein klein wenig abzutragen. Solange es aber keinen Schuldenschnitt gibt, drehen wir uns im Kreis. Das heißt im Klartext: Jede Zahlung an Griechenland landet nicht beim griechischen Staat, also bei den Griechen, sondern bei den Banken, die deren Schulden halten. Wenn wir also Milliarden nach Griechenland schicken, dann landet dieses Geld auf direktem Wege in den ohnehin bereits prall gefüllten Taschen einiger Privatbankiers. Dieses Spiel ist eine Farce! Es ist einer angeblich hoch entwickelten Zivilisation unwürdig. Dennoch diskutiert man in den Mainstream-Nachrichten fleißig weiter darüber, wie man es am Leben erhalten kann.

Die Vergabe von verzinsten Krediten ist im Islam und eigentlich auch im Christentum verboten! Im Alten Testament heißt es dazu: »Falls du einem aus meinem Volk, dem Elenden bei dir, Geld leihst, dann sei gegen ihn nicht wie ein Gläubiger; ihr sollt ihm keinen Zins auferlegen« (Exodus 22,24).

Im Jahre 1139 verfügte Papst Innozenz III. beim 2. Lateralkonzil ein ausdrückliches Zinsverbot, das beim Konzil von Vienne 1311 bestätigt wurde. Diesem zufolge war es Christen verboten, Zinsen auf geliehenes Geld zu verlangen. Zulässig war eine Verzinsung von Firmenkapital oder auf besonders riskante Geschäfte, aber normale Kredite durften nicht verzinst werden! Diese Richtlinie wurde im Laufe der Jahrhunderte aufgeweicht, es wurden Ausnahmen für bestimmte Personen erlassen, und erst im 19. Jahrhundert wurde diese Regelung so weit verwässert, dass sie im Grunde wirkungslos war. Fest steht aber, dass die Zinsnahme immer als »Wucher« galt − Banker wurden als »Wucherer« bezeichnet und waren verhasst. Erst im 20. Jahrhundert haben es Banker dank der Medien und der Werbeindustrie geschafft, das Bankwesen als ein seriöses Geschäft erscheinen zu lassen. Das aber ist es nicht, und war es nie!

Im Islam ist die Zinsnahme bis heute untersagt, deshalb sind islamische Banken weltweit im Vormarsch, was den westlichen Machthabern ein Dorn im Auge ist. Ob dieser Umstand mit den »Revolutionen« im arabischen Raum zusammenhängen könnte, überlasse ich Ihrer Fantasie.

Doch mehr und mehr Menschen durchschauen dieses perfide Spiel, das einigen wenigen Akteuren auf diesem Planeten unermesslichen Reichtum bescherte, und die breite Masse (ob als Einzelner oder als Staat) im Grunde zu Sklaven machte – Sklaven, die über lange Zeit gar nicht merkten, dass sie in Ketten lagen. Aber das ändert sich gerade. Wir leben in einer bemerkenswerten Zeit des Erwachens. »Die Entwicklung scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein«, sagt etwa Anlagestratege Claus Vogt. »Der Staatsbankrott Griechenlands ist unvermeidlich. Doch das ist erst die Spitze des Eisberges, denn der Euro wird dauerhaft nicht überleben.«

Warum das so ist, und was wirklich dahinter steckt, erläutere ich in meinem Buch Was Sie nicht wissen sollen! ausführlich und leicht verständlich. Darin finden sich auch mehrere Zitate des Trendforschers Gerald Celente, der bereits Ende 2010 sagte: »Dies ist der Anfang vom Ende des Euros. Der Euro wurde unter großen Erwartungen erschaffen, in einer Zeit großer wirtschaftlicher Euphorie, unter der Annahme, dass das Wachstum nie enden würde − aber Wachstum endet immer!«

Während also die beteiligten Hauptakteure im Finanzwesen und in der Politik (die nichts anderes als schlechte Schauspieler sind) weiter so tun, also hätten sie alles im Griff, wird hinter den Kulissen bereits an neuen Systemen, an tief greifenden Veränderungen gearbeitet. Vielerorts treffen sich in diesen Tagen einflussreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft, um zu diskutieren, zu analysieren, und um ein neues, umfassendes Modell für unsere Gesellschaft zu entwerfen. Die Herausforderungen sind riesig, denn im Grunde muss alles nicht nur runderneuert, sondern gänzlich verändert werden: angefangen bei unserem Schul- und Bildungswesen, das weg vom Auswendiglernen doktrinen Lehrstoffs hin zu einer Förderung von Talenten und persönlichen Fähigkeiten führen muss. Wir müssen unsere Vorstellung von Politik und Staat neu definieren und erkennen, dass wir alle uns mehr einbringen und unseren Vertretern auf die Finger schauen müssen. Kurz gesagt: Wir müssen endlich Verantwortung übernehmen – jeder von uns!

Und wir müssen unser Finanz- und Wirtschaftssystem komplett neu erfinden. Genau das passiert gerade. Wir müssen uns zu einer Gesellschaft hin entwickeln, in der der Einzelne nicht nur dadurch Erfolg haben kann, dass er einem anderen etwas wegnimmt. Erfolg muss daraus resultieren, dass wir zusammenarbeiten und uns gegenseitig beflügeln. Das bedeutet, dass das Schuldgeld- und Zinseszinssystem fallen muss, und das wird es sehr bald.

Viele Menschen werden dies nun vielleicht für Utopie, für Wunschdenken halten, aber das ist es nicht. Eine große Zahl von Machern in der westlichen Welt ist für einen kompletten Umbruch bereit. Einzelinitiativen schießen wie Pilze aus dem Boden, und die heimlichen Herrscher dieser Welt, die Besitzer der großen Privatbanken, werden von diesen Initiativen förmlich überrollt. Sie verstehen die Welt nicht mehr, und das ist gut so. Wenn der US-Finanzminister dieser Tage die Europäer für ihre Finanzpolitik rügt, dann ist dies nur noch als Zeichen äußerster Verzweiflung und Ratlosigkeit ob des eigenen Untergangs zu werten. Diese Verzweiflung wird wohl bereits in den nächsten Monaten (oder Wochen) ihr Finale erreichen und zu einem Systemcrash und zum »Meltdown« in der Weltwirtschaft führen. Das wird für viele Menschen überraschend kommen und für Verwirrung sorgen, aber es gibt keinen Grund zu großer Sorge, denn der Wandel im Bewusstsein der Menschheit ist nicht mehr aufzuhalten. Es wird bereits hinter den Kulissen an einem neuen System gearbeitet, und es wird gerechter, friedlicher, ausgewogener und harmonischer sein als das alte. Dennoch kann es niemandem schaden, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Übergangszeit aussehen könnte, denn im Grunde stecken wir bereits mittendrin. Der Wandel findet statt, und jeder Einzelne muss für sich selbst entscheiden, ob er versucht, gegen den Strom der Veränderung zu schwimmen, oder ob er sich mitreißen und begeistern lässt. Treten wir also gemeinsam ein für ein neues, friedliches und gerechtes System!

 

 


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