Thursday, 25. August 2016
03.08.2013
 
 

Es ist wieder so weit: 18 Ähnlichkeiten zwischen der letzten Finanzkrise und heute

Michael Snyder

Hätten unsere führenden Vertreter von Politik und Wirtschaft die Anzeichen frühzeitig erkannt, hätten Sie dann die Finanzkrise von 2008 verhindern können? Was meinen Sie? Die Frage kommt zum rechten Zeitpunkt, denn viele der Warnhinweise, die wir vor und während der letzten Finanzkrise beobachten konnten, zeigen sich erneut.

Vieles von dem, was wir heute an den Aktienmärkten, den Anleihemärkten oder dem Immobilienmarkt erleben und was die allgemeinen Daten über die wirtschaftliche Lage zeigen, ähnelt auf geradezu unheimliche Weise dem, was 2008 und 2009 ablief. Es ist beinahe so, als

würden wir gezwungen, bei einer Art perverser Wiederholung der früheren Ereignisse zuzuschauen, nur dass unsere Wirtschaft und unser Finanzsystem dieses Mal viel schwächer sind als beim letzten Mal. Werden wir also mit einem ähnlich schweren Finanzkrach wie 2008 fertig werden? Und was ist, wenn er dieses Mal noch schlimmer ausfällt?

 

Wenn wir bedenken, dass wir das Ganze schon einmal durchgemacht haben, sollte man doch erwarten, dass die führenden Männer und Frauen in Politik und Wirtschaft fieberhaft zu verhindern suchten, dass es sich wiederholt, und dass sich die Amerikaner selbst darauf vorbereiteten, den kommenden Sturm zu meistern. Doch leider geschieht nichts davon. Es ist beinahe so, als wären sie gar nicht in der Lage, das Desaster, das sich so deutlich abzeichnet, zu erkennen. Aber das Desaster kommt, da gibt es keinen Zweifel. Es folgen 18 Ähnlichkeiten zwischen der letzten Finanzkrise und heute…

1. Nach Angaben der strategischen Abteilung der Bank of America Merrill Lynch verkaufen ihre institutionellen Kunden Aktien in einem Maße, wie sie es seit 2008 nicht getan haben.

 

2. 2008 lagen die Aktienpreise weit über dem Niveau, auf dem sie nach wirtschaftlichen Grundsätzen hätten liegen sollen. Jetzt ist es wieder soweit.

 

3. Anfang 2008 zog der Preis für eine Gallone [ca. vier Liter] Benzin deutlich an. Auch das beginnt jetzt wieder. Und vergessen Sie nicht: Wenn in den letzten drei Jahren der durchschnittliche Preis für eine Gallone Benzin in den USA über 3,80 Dollar stieg, folgte jedesmal eine Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten.

 

4. Der Preis für neu gebaute Häuser hat soeben den schlimmsten Zweimonats-Absturz seit der Pleite von Lehman Brothers erlebt.

 

5. Während der letzten Finanzkrise schoss die Ausfallquote bei Hypotheken in die Höhe. Auch das fängt schon wieder an.

 

6. Vor der Finanzkrise von 2008 erreichte die Zahl von variabel verzinslichen Hypotheken einen Spitzenwert. Dasselbe erleben wir nun erneut.

 

7. Unmittelbar vor der letzten Finanzkrise stieg die Arbeitslosigkeit stark an. Und auch jetzt werden wieder mehr Erstanträge auf Arbeitslosengeld gestellt. Sobald diese Zahl die Marke von 400 000 erreicht, sind wir offiziell in der Gefahrenzone.

8. Folgeanträge auf Arbeitslosengeld haben soeben den höchsten Wert seit Anfang 2009 erreicht.

 

9. Die Rendite für zehnjährige US-Schatzanleihen ist jetzt auf 2,60 Prozent gestiegen. Auch in der ersten Jahreshälfte 2008 haben wir einen deutlichen Anstieg der Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen erlebt.

 

10. Zero Hedge meint: »Wann immer die jährliche Veränderung im zentralen Investitionsaufwand (core capex), auch bekannt als zivile Investitionsgüter (ohne den Luftfahrtsektor) negativ wurde, sind die USA traditionell in eine Rezession gerutscht.« Und jetzt raten Sie mal – sie rutscht wieder ins Negative.

 

11. Die durchschnittlichen Stundenlöhne in den USA haben im ersten Quartal 2013 den größten Rückgang seit 2009 erlebt.

 

12. Im Monat Juni zeigten die Ausgaben in Restaurants den deutlichsten Rückgang seit Februar 2008.

 

13. Unmittelbar vor der letzten Finanzkrise waren die Unternehmensgewinne enttäuschend. Jetzt sind sie es erneut.

 

14. Aktienkäufe auf Kredit (»margin debt«) erreichten einen Höhepunkt unmittelbar bevor die Dot-com-Blase platzte, unmittelbar vor dem Finanzkrach von 2008 und jetzt wieder.

15. 2008 fiel der Goldpreis ganz erheblich. Dasselbe erleben wir heute wieder.

 

16. Das allgemeine Geschäftsklima ist so schlecht wie nie seit der letzten Rezession.

 

17. 2008 stieg die Staatsverschuldung in den USA rasant auf ein unhaltbares Niveau. Heute stehen wir sehr viel schlechter da.

 

18. Vor der letzten Finanzkrise versicherte Federal–Reserve-Chairman Ben Bernanke den Amerikanern, die Häuserpreise würden nicht sinken, es gebe keine Rezession. Wir alle wissen, was dann geschah. Jetzt verspricht er wieder, alles sei in Ordnung.

 

Werden die Amerikaner erneut darauf hereinfallen?

 

Man braucht kein Genie zu sein, um zu erkennen, wie verwundbar die Weltwirtschaft zurzeit ist. Viele europäische Länder erleben bereits eine wirtschaftliche Depression, die Verschuldung in Asien ist höher als je zuvor, und die US-Wirtschaft befindet sich in den letzten zehn Jahren im Niedergang. Wenn Sie bezweifeln, dass die US-Wirtschaft schrumpft, dann lesen Sie bitte meinen früheren Artikel »40 Stats That Prove The U.S. Economy Has Already Been Collapsing Over The Past Decade« (40 statistische Beweise dafür, dass die US-Wirtschaft schon seit zehn Jahren kollabiert).

Und die Wahrheit ist: Die meisten Amerikaner wissen, dass wir ein großes Problem haben. Heute glauben 61 Prozent aller Amerikaner, dass wir den falschen Weg einschlagen. Es ist nicht so, dass sich die Menschen entschieden, pessimistisch zu sein. Vielmehr erkennen immer mehr Amerikaner die kalte, harte Wirklichkeit, die uns umgibt.

 

Jahrzehnte unglaublich törichter Entscheidungen haben uns an diesen Punkt gebracht. Wir haben zugelassen, dass unsere wirtschaftliche Infrastruktur verrottete, wir haben viel mehr Reichtum konsumiert als wir produziert haben, unsere Politiker haben unglaublich dumme Sachen gemacht, aber wir haben dieselben Witzbolde immer wieder gewählt, und in den letzten 40 Jahren haben wir die größte Schuldenblase in der Geschichte der Menschheit aufgeblasen.

 

Es ist nichts Normales in dem, was wir erleben. Die Endphase einer kolossalen Schuldenspirale beginnt, und wenn die Blase platzt, wird die wirtschaftliche Verwüstung absolut spektakulär sein.

 

Wenn die nächste große Welle des wirtschaftlichen Kollapses kommt und die Arbeitslosigkeit in den oberen zweistelligen Bereich steigt, wenn Millionen von Firmen schließen und wenn Millionen von Amerikanern ihr Haus verlieren, dann hoffe ich, dass die, die uns heute versichern, es werde keinen Wirtschaftskollaps geben, zurückkommen und sich entschuldigen.

 

Es gibt zig Millionen Menschen, die sich überhaupt nicht vorbereiten, weil man ihnen versichert hat, alles werde gut gehen. Wenn der nächste Finanzkrach passiert, wird er die meisten wie aus heiterem Himmel treffen, und viele werden sich der Verzweiflung hingeben.

 

Lassen Sie nicht zu, dass es Ihnen auch so geht.

 

 

 


 

 

 

 

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